Haushaltsloch Frankreich führt Steueraufschlag für Milliarden-Konzerne ein

Wie kann Frankreich in diesem Jahr doch noch die EU-Defizitgrenze einhalten? Paris geht einen ungewöhnlichen Weg - und bittet Konzerne zur Kasse. Sie müssen einmalig bis zu 30 Prozent mehr Steuern zahlen.

Parlament in Paris (Archiv)
DPA

Parlament in Paris (Archiv)


Frankreichs Parlament - die Nationalversammlung - hat der Einführung eines umstrittenen Steueraufschlags für Großunternehmen zugestimmt. Eine Mehrheit der Abgeordneten unterstützte den Vorschlag der Regierung, mit einmaligen Steuerzuschlägen rund fünf Milliarden Euro zusätzlich einzutreiben.

Damit soll sichergestellt werden, dass Frankreich in diesem Jahr die EU-Defizitgrenze einhält, nachdem das Verfassungsgericht eine Dividendensteuer für ungültig erklärt hatte. Der Gesetzentwurf geht nun zur weiteren Beratung an den Senat.

Dem Text zufolge sollen Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro Jahresumsatz einmalig 15 Prozent mehr Unternehmensteuer zahlen. Für Firmen mit mehr als drei Milliarden Euro Jahresumsatz wird sogar ein Aufschlag von 30 Prozent fällig.

Die Pariser Regierung stand nach eigenen Angaben unter Zugzwang. Denn der Verfassungsrat hatte im Oktober eine Dividendenbesteuerung der Vorgängerregierung für ungültig erklärt - deshalb muss der Staat den besteuerten Unternehmen rund zehn Milliarden Euro zurückzahlen. Der wichtige Arbeitgeberverband Medef hatte den Sonder-Steueraufschlag kritisiert: Damit lasse man diejenigen, die man illegal besteuert habe, die Erstattung bezahlen.

Die Mitte-Regierung hat sich fest vorgenommen, im laufenden Jahr erstmals seit Langem wieder die europäische Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten. Präsident Emmanuel Macron hatte schon im Wahlkampf versichert, europäische Regeln einhalten zu wollen, um damit Vertrauen in Brüssel zurückzugewinnen.

beb/dpa



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