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Höheres Defizit: Frankreich patzt beim Schuldenziel

Rückschlag für die französische Regierung: Das Haushaltsloch der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone wird im laufenden Jahr größer ausfallen als bislang erwartet. Zugleich drosselt die Industrie ihre Produktion.

Frankreichs Präsident Hollande: Haushaltsziel dürfte nicht erreicht werden Zur Großansicht
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Frankreichs Präsident Hollande: Haushaltsziel dürfte nicht erreicht werden

Paris - Frankreich wird nach Einschätzung der Regierung im laufenden Jahr seine Haushaltsziele verfehlen. Das Defizit werde etwas höher ausfallen als die bisher vorhergesagten 3,7 Prozent der Wirtschaftsleistung, sagte Finanzminister Pierre Moscovici am Dienstag im französischen Radio.

Bereits Ende Juni hatte Präsident François Hollande eingeräumt, dass das Ziel vermutlich wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage und wegbrechender Steuereinnahmen nicht erreicht werden kann. Die EU-Kommission räumte Frankreich erst im Frühjahr mehr Zeit ein, um seine Finanzen unter Kontrolle zu bringen. Das Land hat bis 2015 Zeit, um sein Haushaltsdefizit wieder unter die Grenze von drei Prozent zu drücken.

Produktion sinkt überraschend

Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hatte im Frühjahr die Rezession überwunden. Im Juli erlitt sie jedoch einen unerwarteten Rückschlag: Die Industrie drosselte ihre Produktion um 0,6 Prozent, während Experten mit einem Wachstum gerechnet hatten.

Es war bereits der dritte Rückgang in Folge. Zudem wurden die Markterwartungen verfehlt, Bankvolkswirte hatten mit einem Anstieg um ein halbes Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich beschleunigte sich der Abwärtstrend: Nach einem Minus von 0,1 Prozent im Juni sank die Herstellung im Juli um 1,8 Prozent zum Vorjahresmonat.

Frankreich könnte nun Probleme bekommen, seine Wachstumsziele zu erreichen. Für das laufende Jahr rechnet die EU-Kommission mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent.

cte/Reuters

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insgesamt 76 Beiträge
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1. Frankreich sollte uns als Beispiel dafür dienen...
christroy 10.09.2013
wie man es nicht macht...die Wirtschaft schrumpft...die Investitionstätigkeit der Unternehmen geht zurück und der private Konsum geht ebenfalls zurück....dank der "hervorragenden" Steuererhöhungspolitik der sozialistischen Regierung....Hoffen wir, dass am 22. September Deutschand nicht diesen Spuren folgt...
2. Neustart
JohannWolfgangVonGoethe 10.09.2013
Griechenland -> Portugal -> Spanien -> Frankreich -> ... und am Ende Deutschland. Verwundert das jetzt noch irgendjemanden? Also dass Frankreich demnächst auch unter den Rettungsschirm muss. Und dass ganz am Ende Deutschland dran ist (oder wäre - denn den letzten beissen ja bekanntlich die Hunde). Wie lange lässt sich das Unvermeidbare (=Staatsbankrott) noch hinausschieben? Wie viel billiges Geld muss noch gedruckt werden, wie viele neue Schulden gemacht, wie viele Steuererhöhungen braucht es noch, bevor das Konstrukt Staat kapituliert - und endlich zu einem Neustart bereit ist?
3. Warnung an Rot/Grün
Nationalökonom11 10.09.2013
Bitte diesen Bericht genau lesen und nochmal die eigenen Politikvorschläge überdenken! Einfach Steuersätze erhöhen und auf Mehreinnahmen vertrauen funktioniert nicht, das belegt die Laffer-Kurve schon in der Theorie. Es empfiehlt sich, alle Folgen politischer Entscheidungen zu berücksichtigen und nicht nur die gewünschten Ergebnisse zu bewerben. Der Mensch und damit die Wirtschaft ist zu komplex für simples schwarz/weiß Denken.
4. Der Staat ist nicht das Maß aller Dinge.
leidenfeuer 10.09.2013
Zitat von sysopGetty ImagesRückschlag für die französische Regierung: Das Haushaltsloch der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone wird im laufenden Jahr größer ausfallen als bislang erwartet. Zugleich drosselt die Industrie ihre Produktion. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frankreich-patzt-beim-schuldenziel-a-921362.html
Wer Politik gegen die Wirtschaft macht oder sie bekämpft, kann nicht erwarten, dass es den Bürgern und dem Staat zum Nutzen gereicht, auch wenn er es sozial noch so gut gemeint hat.
5. Hallo
idealist100 10.09.2013
Zitat von sysopGetty ImagesRückschlag für die französische Regierung: Das Haushaltsloch der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone wird im laufenden Jahr größer ausfallen als bislang erwartet. Zugleich drosselt die Industrie ihre Produktion. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frankreich-patzt-beim-schuldenziel-a-921362.html
Dann dürfen wir ja ab 2014 auch an die Fr. Banken unsere Steuergelder überweisen. Freut euch des €uros.
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