Straßenblockaden gegen Raffinerien Frankreich rationiert Benzin

Die Straßenblockaden gegen Hollandes Arbeitsmarktreform zeigen Wirkung: In einigen Regionen wird nun das Benzin knapp, die Franzosen dürfen nicht mehr volltanken.

Kein Sprit mehr
AFP

Kein Sprit mehr


Seit Wochen wird in Frankreich gegen eine geplante Arbeitsmarktreform protestiert. Nun sind auch die Autofahrer betroffen. Zur Sicherung der Energieversorgung wurde in mehreren Departements von Bretagne und Normandie im Nordwesten des Landes die Benzinabgabe an Tankstellen rationiert.

Autos dürfen vorläufig nur 20 Liter, Lastwagen 150 Liter Sprit tanken, hieß es etwa in einer Verordnung der Präfektur in Rennes. Einige Bezirke verboten gänzlich den Verkauf von Benzin in Kanistern. Die Behörden teilten jedoch mit, dass es auf absehbare Zeit keine Gefahr eines Treibstoffmangels gebe. Es gebe eine Verlangsamung der Lieferungen, aber keinen Stopp. Das versicherte auch der französische Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies.

Damit soll der Blockade von Raffinerien und Depots durch Mitarbeiter begegnet werden. An Tankstellen der Region waren auf Fernsehbildern Fahrzeugschlangen zu sehen.

Hollande will an umstrittenem Gesetz festhalten

Das Arbeitsmarktgesetz der Regierung unter Präsident François Hollande soll Unternehmen Flexibilität bringen, um mehr Jobs in dem unter Rekordarbeitslosigkeit leidenden Land schaffen zu können. Kritiker befürchten allerdings eine Aufweichung von Arbeitnehmerrechten.

Gewerkschaften haben für kommende Woche zum nächsten Aktionstag aufgerufen. Hollande will ungeachtet der Proteste an dem Gesetz festhalten.

brt/dpa/AFP

insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
mhsh 20.05.2016
1.
Etwas was in Deutschland nie passieren wird. Ob Hartz IV oder jetzt Zwangsrente,der Deutsche hält still.
marthaimschnee 20.05.2016
2.
na was ist es doch für ein günstiger Zufall, daß man sowieso gerade im Ausnahmezustand lebt, damit kann man doch bestimmt ....
riesenhuber 20.05.2016
3. Hirn einschalten
Gaaaanz gescheit von den Gewerkschaften. Bringt M.LePen weitere Stimmen, wenn die Grande Nation weiter im Chaos versinkt.
tmayer 20.05.2016
4. Gut
Gott sei Dank halten die Deutschen still. Frankreichs Rekordarbeitslosigkeit und Rekordverschuldung stammt nicht von ungefähr. Der Arbeitsmarkt hat einen so drakonischen Kündigungsschutz, dass sich kaum ein Arbeitgeber mehr traut, Mitarbeiter einzustellen aus Angst, bei einer konjunkturellen Schwäche Probleme zu bekommen. Vor 10 Jahren hat Sarkozi schon versucht, die Rekordarbeitslostigkeit unter den unter 25 jährigen durch eine Lockerung des Kündigungsschutzes und der Möglichkeit von niedrigeren Einstiegslöhnen entgegen zu wirken. Daraufhin gab es Massenproteste. Das Gesetz wurde gekippt und es gab nur Verlierer: Die Jugendlichen, die weiterhin unter einer hohen Jugendarbeitslosigkeit leiden und die Protestierenden, die zwar "dagegen" waren, aber selber keine Lösung für das Problem hatten....und natürlich die Politik, die eine notwendige Reform wieder zurückgenommen haben. Hoffe nur, das Hollande den Gegenwind durchhält...ansonsten kommt Frankreich nicht auf die Beine wirtschaftlich. Denn nichts zu verändern und alles beim Alten zu belassen...das ist wohl die denkbar schlechteste Variante. Das sollten die Gewerkschaftler und Protestierer immer bedenken.
klube47 20.05.2016
5. Und was wollen Sie ?
Zitat von mhshEtwas was in Deutschland nie passieren wird. Ob Hartz IV oder jetzt Zwangsrente,der Deutsche hält still.
Wollen Sie die Wirtschaft wie in Frankreich an die Wand fahren ? Wollen Sie soviel Jugendarbeitslosigkeit haben- wollen Sie so arbeiten wie die Franzosen - völlig unrentabel und die Produkte nur noch mit staatlicher Unterstützung verkaufbar. Ohne Harz 4 wäre Deutschland schon lange wirtschaftlich am Ende, was eine von Ihnen genannte " Zwangsrente " damit zu tun hat müssen Sie mir erklären.
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