Staatshaushalt Frankreichs Rechnungshof findet neues Milliardenloch

Frankreich bekommt die Neuverschuldung nicht in den Griff. Im Staatshaushalt fehlen in diesem und im kommenden Jahr laut einem Zeitungsbericht insgesamt 26 Milliarden Euro.

Emmanuel Macron
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat ein neues Problem: Sein Land muss nach einem Medienbericht Milliardenbeträge sparen, um die Neuverschuldung im Rahmen zu halten. Im laufenden Jahr gebe es ein Budgetloch von neun Milliarden Euro, im kommenden Jahr gar von 17 Milliarden Euro, berichtet die Zeitung "Le Canard Enchainé" unter Berufung auf ein neues Rechnungshofgutachten.

Das französische Wirtschafts- und Finanzministerium nahm zu den Zahlen zunächst keine Stellung. Der Bericht des Rechnungshofs, den die neue Regierung von Ministerpräsident Edouard Philippe bestellt hatte, soll an diesem Donnerstag offiziell vorgestellt werden.

Die neuen Zahlen könnten Macrons Regierung zu unangenehmen Entscheidungen zwingen - die derzeit aber mit Hochdruck am Umbau des Arbeitsmarkts arbeitet, dem mit Abstand wichtigsten Projekt des Präsidenten. Im Wahlkampf hatte Macron zugesichert, dass Frankreich seine mit der EU vereinbarten Budgetverpflichtungen einhält.

Frankreichs Staatsdefizit liegt seit Langem bei mehr als drei Prozent der Wirtschaftsleistung und verletzt damit die EU-Defizitregeln. Von milliardenschweren EU-Strafen wurde das Land aber bisher verschont, es erhielt zweimal einen Sparaufschub. Die Regierung in Paris verpflichtete sich im Gegenzug gegenüber den EU-Partnern, im laufenden Jahr wieder die Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten.

hej/fdi/dpa-AFX

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keine-#-ahnung 28.06.2017
1. Da wäre doch ein wenig Unterstützung ...
... aus den gewünschten Eurobonds möglich?
kascha_2013 28.06.2017
2. Aber das macht doch nichts .....
Macron kann doch gut mit "Mama Merkel" die sagt bestimmt ein paar alternativlose Mrd. zu. Bei genauer Betrachtung sind bestimmt auch noch ein paar Reparationen aus dem WK2 offen, die kann man ja lautstark einfordern. Der Deutsche Michel steht etwas dümmlich daneben und findet: "Man kann ja eh nichts ändern" tut einen tiefen Seufzer und schaut sich die Show von Helene Fischer an oder rätselt mit Günter Jauch. Armes Deutschland.
kascha_2013 28.06.2017
3. Aber das macht doch nichts .....
Macron kann doch gut mit "Mama Merkel" die sagt bestimmt ein paar alternativlose Mrd. zu. Bei genauer Betrachtung sind bestimmt auch noch ein paar Reparationen aus dem WK2 offen, die kann man ja lautstark einfordern. Der Deutsche Michel steht etwas dümmlich daneben und findet: "Man kann ja eh nichts ändern" tut einen tiefen Seufzer und schaut sich die Show von Helene Fischer an oder rätselt mit Günter Jauch. Armes Deutschland.
loddarcontinua 28.06.2017
4. Richtiger müsste es heißen:
Statt eingeplanter neuer Schulden von rund 75 Milliarden € für 2017 kommen noch 9 Milliarden obendrauf!.... Grob wären die Franzosen dann 2018 bei einer Neuverschuldung von 100 Milliarden €.....
micheleyquem 28.06.2017
5. Ja, so ähnlich.....
Zitat von kascha_2013Macron kann doch gut mit "Mama Merkel" die sagt bestimmt ein paar alternativlose Mrd. zu. Bei genauer Betrachtung sind bestimmt auch noch ein paar Reparationen aus dem WK2 offen, die kann man ja lautstark einfordern. Der Deutsche Michel steht etwas dümmlich daneben und findet: "Man kann ja eh nichts ändern" tut einen tiefen Seufzer und schaut sich die Show von Helene Fischer an oder rätselt mit Günter Jauch. Armes Deutschland.
Das sind halt die ersten Anzeichen des Eingestänmdnisses, dass Macron derselbe Schwätzer ist wie alle Politiker. Dies ist schliesslich die einzige Qualifikation die man in Demokratien braucht: Schlau daherreden, dann klappt das schon mit dem Urnenpöbel. Erst wird auf das Geldloch hingewiesen, und dann nach und nach wird gespart... Schröders Agenda 2010 a-la Macron für Frankreich kommt. Selbst Schuld, die Leute hatten eine Melenchon im Angebot.
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