Wahlen in Frankreich und Griechenland Der Tag, der alles ändert

Der 6. Mai verschiebt die Gewichte in der Euro-Zone: Frankreich und Griechenland rücken nach links, der Sparkurs steht in Frage. Nun könnte die Krise mit voller Wucht zurückkehren - oder aber erstmals effektiv bekämpft werden. Ein rabenschwarzes und ein hoffnungsfrohes Szenario für den Euro.

Feier von Hollande-Anhängern in Paris: Zwei Szenarien für den Euro
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Feier von Hollande-Anhängern in Paris: Zwei Szenarien für den Euro

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Hamburg - An Warnungen besteht kein Mangel am Tag nach dem europäischen Wahlsonntag. In Frankreich hat mit François Hollande ein scharfer Kritiker des gerade erst beschlossenen Fiskalpakts gewonnen. In Griechenland wird das Linksbündnis Syriza zur zweitstärksten Kraft, das sich gegen eine Begleichung der griechischen Staatsschulden ausspricht. Nun fürchten Beobachter, dass der gesamte Sparkurs aufgeweicht wird und die gerade erst abgeflaute Euro-Krise zurückkommt.

"Ganz Südeuropa schaut nach Frankreich", sagt Matthias Kullas, Frankreich-Experte am Centrum für Europäische Politik in Freiburg. "Wenn die Franzosen den Fiskalpakt nicht mehr ernst nehmen, werden es auch Griechen oder Spanier nicht mehr tun." Noch düsterer fällt der Blick auf Griechenland aus. "In Athen scheinen Hopfen und Malz verloren", heißt es in einem Kommentar der Landesbank Baden-Württemberg. "Mit dem neuen Parlament wird eine stabile Mehrheit für einen Konsolidierungskurs nicht zu erreichen sein."

Im schlimmsten Fall, fürchtet Kullas, "zerbricht die Euro-Zone oder sie wird zu einer Transferunion". Andererseits sei zumindest François Hollande ein Realist: "Er hat von seiner Zeit unter Mitterand gelernt, dass sozialistische Utopien nicht machbar sind."

Sind die Ängste also doch übertrieben? Stellen die Wahlergebnisse möglicherweise sogar eine Chance für Europa dar? SPIEGEL ONLINE hat zwei Zukunftsszenarien entworfen.

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Holzhausbau 07.05.2012
1. Ja,
Zitat von sysopDPADer 6. Mai verschiebt die Gewichte in der Euro-Zone: Frankreich und Griechenland rücken nach links, der Sparkurs steht in Frage. Nun könnte die Krise mit voller Wucht zurückkehren - oder aber erstmals effektiv bekämpft werden. Ein rabenschwarzes und ein hoffnungsfrohes Szenario für den Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,831780,00.html
ich hoffe inständig, dass dies der Todesstoß für EURO und EU-Diktatur ist.
Jonny_C 07.05.2012
2. Szenario 2...
Zitat von sysopDPADer 6. Mai verschiebt die Gewichte in der Euro-Zone: Frankreich und Griechenland rücken nach links, der Sparkurs steht in Frage. Nun könnte die Krise mit voller Wucht zurückkehren - oder aber erstmals effektiv bekämpft werden. Ein rabenschwarzes und ein hoffnungsfrohes Szenario für den Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,831780,00.html
...wäre sehr wünschenswert ! Leider, Pessimisten sind Optimisten mit Erfahrung, wird eher das Szenario 1 eintreten. Allerdings "gehupft wie gesprungen" - Deutschland wird zahlen !
hador2 07.05.2012
3. Gehupft wie gesprungen....
Das eigentliche Problem ist doch, dass in keinem der beiden Szenarien auch nur Ansatzweise die Ursachen der Eurokrise bekämpft werden. Ob nun Sparzwang oder Wachstumspaket letztlich lässt sich die Krise mit keinem dieser beiden Mittelchen dauerhaft verbannen. Um dies zu erreichen würde es eine weitergehende politische Einigung in Europa und damit eine echte währungs- und finanzpolitische Union brauchen. Über die aber redet schon lange keiner der beteiligten Politiker mehr und angesichts der schieren Größe der Eurozone im Speziellen und der EU im Allgemeinen ist diese auch immer noch nicht in Sicht. Womit leider auch die Eurokrise bleiben wird, ganz egal was Hollande, Merkel und Co. machen...
kantundco 07.05.2012
4. Dann gehören Sie auch....
Zitat von Holzhausbauich hoffe inständig, dass dies der Todesstoß für EURO und EU-Diktatur ist.
... zu den rechtspopulistischen Euroleugnern, die sich hartnäckig weigern zu verstehen, das der Euro nur Gutes bringt, heute und in Zukunft, amen? ;-)
mrblond1981 07.05.2012
5.
Zitat von sysopDPADer 6. Mai verschiebt die Gewichte in der Euro-Zone: Frankreich und Griechenland rücken nach links, der Sparkurs steht in Frage. Nun könnte die Krise mit voller Wucht zurückkehren - oder aber erstmals effektiv bekämpft werden. Ein rabenschwarzes und ein hoffnungsfrohes Szenario für den Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,831780,00.html
Zurückkehren? War die Krise jemals fort? oO
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