Joint Venture Frankreich will gemeinsam mit Saudi-Arabien Kriegsschiffe bauen

Frankreich baut seine Geschäftsbeziehungen zur fundamentalistisch geprägten saudi-arabischen Staatsführung weiter aus. Jetzt soll ein Joint Venture zum Bau von Kriegsschiffen ins Leben gerufen werden.

Werft der Naval Group in Cherbourg-Octeville
AFP

Werft der Naval Group in Cherbourg-Octeville


Das saudi-arabische Rüstungskonsortium SAMI und die französische Marinewerft Naval wollen ein Joint Venture gründen, um Fregatten und U-Boote in Saudi-Arabien herzustellen.

SAMI wurde 2017 mit dem Geld des staatlichen Investmentfonds des Königreichs ins Leben gerufen, und soll nach Auskunft seines Vorstandsvorsitzenden Andreas Schwer 51 Prozent an dem Joint Venture halten. "Durch die Planung, den Bau und die Instandhaltungsaktivitäten wird das gemeinsame Unternehmen wesentlich dazu beitragen, die Fähigkeiten und Bereitschaft der saudi-arabischen Marine weiter zu verbessern", sagte Schwer.

Die Kooperationen Frankreichs mit Saudi-Arabien auf dem Gebiet der Rüstung betrachtet die deutsche Regierung schon seit längerer Zeit mit Argwohn. Nach Informationen des SPIEGEL zögert Frankreich, eine Vereinbarung über gemeinsame Exportrichtlinien zu unterschreiben, wenn diese auf deutscher Seite nicht rechtsverbindlich werde und Deutschland weiter an Sonderregelungen etwa gegenüber Saudi-Arabien festhalte.

Die Differenzen traten auch im vergangenen Herbst im Zusammenhang mit dem Fall des ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi offen zutage. Berlin hatte sich, ebenso wie Brüssel, für ein Waffenembargo ausgesprochen. Dem hatte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron entschieden widersprochen.

Für viele EU-Staaten geht es bei Waffenverkäufen um massive wirtschaftliche Interessen. Riad war zwischen 2008 und 2017 mit Geschäften im Umfang von rund 12 Milliarden Euro Frankreichs zweitgrößter Waffenkunde. Im vergangenen Jahr verkaufte Paris Waffen im Wert von 1,38 Milliarden Euro nach Saudi-Arabien.

mik/Reuters



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