Frankreich Zahl der Arbeitslosen steigt auf Rekordhoch

In Frankreich suchten Ende November 3,49 Millionen Menschen einen Job - so viele wie nie zuvor. Besonders stark ist die Zahl der Arbeitslosen bei den über 50-Jährigen gestiegen.

Jobangebote in einem Jobcenter in Lens: Schlechte Nachrichten aus Frankreich
AFP

Jobangebote in einem Jobcenter in Lens: Schlechte Nachrichten aus Frankreich


Paris - In Frankreich hat die Zahl der Arbeitslosen eine neue Rekordhöhe erreicht: Ende November suchten 3.488.300 Menschen einen Job, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Paris mitteilte. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen stieg demnach im Vergleich zum Vormonat um 27.400 beziehungsweise um 0,8 Prozent.

Verglichen mit November 2013 stieg die Zahl um 5,8 Prozent. Deutlich stärker war der Anstieg bei den über 50-Jährigen. In dieser Altersgruppe gab es elf Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr.

Premierminister Manuel Valls hatte bereits am Dienstag vorgewarnt, dass er bei den Arbeitslosenzahlen für November keine guten Nachrichten erwarte. Seit dem Amtsantritt von Staatschef François Hollande im Mai 2012 gab es nur in drei Monaten einen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit. Hollande hat den Abbau der Arbeitslosigkeit zu seinem zentralen Ziel erklärt.

Eine Arbeitslosenquote veröffentlichte das Arbeitsministerium am Mittwoch nicht. Laut dem französischen Statistikamt Insee, das die Arbeitslosenzahlen nach einer anderen Methode berechnet als das Ministerium, liegt die Quote bei rund zehn Prozent. Die Zahlen zeigen die anhaltende Konjunkturschwäche in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone. Erst vor knapp zwei Wochen hatte die Ratingagentur Fitch die Bewertung der Kreditwürdigkeit Frankreichs gesenkt.

aar/dpa/Reuters/AFP

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ingenör79 24.12.2014
1. Der Mindestlohn
von 9,53€/h ist sicherlich ein Grund für die Miesere. Und wir müssen dies ja unbedingt nachmachen, wenn auch etwas abgemildert mit 8,50€: Die Folgen wird man in einem Jahr sehen.
Misantroph 24.12.2014
2.
Paradox. Frankreich hat doch noch viel mehr sogenannte Fachkräfte als die BRD bisher. Eigentlich müsste alles blühen.
fridericus1 24.12.2014
3. Kein funktionierender Mittelstand ...
... der Staat pfuscht überall mit, hohe Arbeitskosten - das ist die Quitttung.
vitalik 24.12.2014
4.
Zitat von ingenör79von 9,53€/h ist sicherlich ein Grund für die Miesere. Und wir müssen dies ja unbedingt nachmachen, wenn auch etwas abgemildert mit 8,50€: Die Folgen wird man in einem Jahr sehen.
Schnell die Leute für 5 Euro die Stude einstellen. Leben kann man davon zwar nicht, aber die Statistik sieht besser aus. Ach und in den Gettos gibt es genug Wohnungen für solche Leute.
Andreasjilg 24.12.2014
5. Man bekomnt es mit der Angst,
wenn man den ungebremsten Niedergang des Landes beobachtet. Andererseits scheint Frankreich die Fähigkeit zur Reflexion und Selbstanalyse völlig verloren zu haben. Die Superhirne der Grande Ecoles haben keine Lösung und glauben noch immer an den Staat und seine Allmacht. Wann wacht das Land aus seinen kollektiven Tagträumen endlich auf?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.