Frauenanteil in Börsenunternehmen 160 Firmen, eine Chefin

Es ist eine Studie mit ernüchterndem Ergebnis: 160 Unternehmen werden in deutschen Börsenindizes gelistet - nur ein einziges davon hat eine Frau als Chefin. Insgesamt beträgt der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten gerade einmal 6,5 Prozent.

SKW-Metallurgie-Chefin Ines Kolmsee: Einsame Führungsspitze
Florian Jaenicke

SKW-Metallurgie-Chefin Ines Kolmsee: Einsame Führungsspitze


Hamburg - Frauen sind in der Führungsspitze börsennotierter Unternehmen eklatant unterrepräsentiert. Ganz gleich, ob ein Unternehmen im Dax Chart zeigen, MDax Chart zeigen, SDax Chart zeigen oder TecDax Chart zeigen notiert ist - in den Aufsichtsräten und Vorständen finden sich kaum Managerinnen.

Das ist das Ergebnis einer umfassenden Erhebung der Berliner Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (Fidar). Insgesamt wurden 160 Unternehmen analysiert. Zentrale Erkenntnisse:

  • Ein einziges Unternehmen wird von einer Frau geführt - und zwar die Firma SKW Metallurgie, an deren Vorstandsspitze die Managerin Ines Kolmsee steht.
  • Bei zwei weiteren Firmen leitet eine Frau den Aufsichtsrat.
  • 108 von 160 Firmen haben weder im Vorstand noch auf der Arbeitgeberseite im Aufsichtsrat ein weibliches Mitglied.
  • Insgesamt beträgt der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten 6,5 Prozent.
  • In Aufsichtsräten allein liegt sie bei zehn Prozent, in den Vorständen bei drei Prozent.

Noch am besten schneiden kleinere Unternehmen ab. Spitzenreiter ist das Marktforschungsunternehmen GfK mit einem Frauenanteil von 40 Prozent, gefolgt von der Douglas Holding AG (30 Prozent), der Deutz AG (29 Prozent) und der Q-Cells SE (26,8 Prozent). Die Siemens AG schaffte es als einziges Dax-Unternehmen in die Top 10.

Studie zur Frauenquote

Rang Unternehmen Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat* Anteil Aufsichtsrat* Anteil Vorstand
1 GfK 35,00 20 50
2 Deutz 25,00 0 50
3 Gerry Weber 25,00 17 33
4 SKW Stahl-Metallurgie 25,00 17 33
5 Q-Cells 19,64 14 25
6 Centrotherm Photovoltaics 16,67 33 0
7 Siemens 15,00 5 25
8 C.A.T. Oil 12,50 0 25
9 Gildemeister 12,50 0 25
10 Morphosys 12,50 0 25
11 Phoenix Solar 12,50 0 25
12 Axel Springer 11,11 22 0
13 Sky Deutschland 11,11 22 0
14 Eon 10,83 5 17
15 Drägerwerk 10,00 0 20
16 Evotec 10,00 20 0
17 Rhön-Klinikum 9,64 5 14
18 Biotest 8,33 17 0
19 Brenntag 8,33 17 0
20 Douglas1 8,33 0 17

Quelle: Fidar; Stand: 14. Januar 2011
* Kapitalgeberseite

Die Untersuchung errechnet erstmals den sogenannten Women-on-Board-Index (WoB). Er gibt an, mit welchem Prozentsatz Frauen im Vorstand und auf der Kapitalseite im Aufsichtsrat vertreten sind. Im Durchschnitt aller 160 Unternehmen beträgt der Index nur 3,04 Prozent.

Allerdings haben viele Unternehmen für die jetzt anstehenden Hauptversammlungen Veränderungen angekündigt. Dazu gehören die Berufung von Christine Hohmann-Dennhardt in den Vorstand der Daimler AG, das Aufrücken von Margret Suckale in den BASF-Vorstand sowie die Berufung von Ines Kolmsee in den Aufsichtsrat der Fuchs Petrolub AG.

Die Fidar will künftige Veränderungen genau verfolgen. "Wir werden den Index laufend aktualisieren und dann präzise darstellen, welche Veränderungen passieren und wo nur davon geredet wird", sagte Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow dem manager magazin, das die Studie ausführlich ausgewertet hat. 93,5 Prozent Männerquote in Aufsichtsräten und Vorständen seien nicht hinnehmbar.

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Managerinnen: Frauen in deutschen Unternehmen

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insgesamt 104 Beiträge
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StrangeWorld, 17.02.2011
1. Und?
Geht uns deswegen schlecht oder befinden wir uns deswegen in einer Krise?
lautpeng 17.02.2011
2. Und?
Die Fidar will künftige Veränderungen genau verfolgen. "Wir werden den Index laufend aktualisieren und dann präzise darstellen, welche Veränderungen passieren und wo nur davon geredet wird", sagte Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow dem manager magazin, das die Studie ausführlich ausgewertet hat. 93,5 Prozent Männerquote in Aufsichtsräten und Vorständen seien nicht hinnehmbar.>>>> Und was will die Fidar nun unternehmen um das zu ändern? Nichts, denn sie kann nicht unternehmen außer auszuwerten.
Harald Klingel 17.02.2011
3. Liebes SPON
bitte lasst doch diese ständigen Artikel über die angebliche Benachteiligung von Frauen in Spitzenpositionen. Wie oft wurde schon geschrieben, dass gerade mal 17& der Frauen eine Führungsposition anstreben. Dazu erneut: viele DAX-Unternehmen sind naturwissenschaftlich orientiert (Siemens, Autobauer...) und solange nur 20% der Frauen Ingenieurinnen werden wollen, ist eine Quote von 5% in Führungpositionen in allen DAX-Vorständen ein gerechter Anteil. Auserdem beschwert sich niemand über die Frauenquote bei der Müllabfuhr, Maurern oder Automechanikern. Wer eine Führungsposition anstrebt, muss dazu geeignet sein, den Willen mitbringen und sich gegen andere durchsetzen. Das ist absolut geschlechtsunspezifisch. Gerade DAX-Unternehmen können sich keine Benachteiligung von einem Geschlecht erlauben, sie sind einfach auf die geeignetsten angewiesen.
Volker Gretz, 17.02.2011
4. -
Zitat von sysopEs ist eine Studie mit ernüchterndem Ergebnis: 160 Unternehmen werden in deutschen Börsenindizes gelistet - nur ein einziges davon hat eine Frau als Chefin. Insgesamt beträgt der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten gerade einmal 6,5 Prozent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,746095,00.html
Gibt es auch eine Statistik, wie hoch der Umsatzanteil bei selbständigen Unternemerinenrinnen /Handwerkerinnen ist? Ich finde diesen Anteil auch in angestellte Managementpositionen zu übernehmen wäre zielführend. Damit wären Qualifikation und Interesse abgebildet.
Föniks 17.02.2011
5. 6,5% ist doch viel
Zitat von sysopEs ist eine Studie mit ernüchterndem Ergebnis: 160 Unternehmen werden in deutschen Börsenindizes gelistet - nur ein einziges davon hat eine Frau als Chefin. Insgesamt beträgt der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten gerade einmal 6,5 Prozent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,746095,00.html
Na und? Im gesamten Bereich Elektrotechnik gibt es eine Frauenquote von knapp über Null. Das ist erst recht ernüchternd.
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