Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

EU-Vergleich: Deutschland bei Frauenerwerbsquote besser als der Schnitt

In Deutschland ist der Anteil der Frauen, die einen Job haben, in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mit fast 72 Prozent waren 2011 fast drei von vier Frauen berufstätig - das sind deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt.

Containertransporter-Fahrerin im Hamburger Hafen: Frauenerwerbsquote auf Rekordhoch Zur Großansicht
DPA

Containertransporter-Fahrerin im Hamburger Hafen: Frauenerwerbsquote auf Rekordhoch

Berlin - Deutschland holt bei der Erwerbsquote von Frauen offenbar schnell auf. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, waren 2011 hierzulande mit 71,8 Prozent fast drei von vier Frauen im Alter zwischen 15 und 64 auf dem Arbeitsmarkt aktiv. Das Blatt beruft sich auf Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW).

Bemerkenswert ist der Abstand zum europäischen Durchschnitt. Demnach lag der Mittelwert der Frauenerwerbsquote in allen 27 EU-Mitgliedstaaten bei lediglich 64,9 Prozent. Die Zahl der Frauen, die in Deutschland berufstätig ist, hat zudem deutlich zugelegt: Im Jahr 2000 waren laut IW erst 63 Prozent erwerbstätig, während der EU-Durchschnitt noch bei 60,1 Prozent lag.

Deutschland ist bei der Frauenerwerbsquote damit auf den vierten EU-Platz hinter den skandinavischen Ländern geklettert: Nur in Schweden, Finnland und Dänemark arbeitet ein noch größerer Anteil der Frauen: In Dänemark ist die Quote im Zeitraum von 2000 bis 2011 nur leicht gestiegen von 75,9 auf 76,1 Prozent. Schweden konnte sich mit einem Anstieg der Frauenerwerbsquote von 73,4 auf 77,7 Prozent etwas stärker verbessern. In Finnland dagegen ist der Frauenanteil am Arbeitsmarkt sogar gesunken, von 74 auf 72,7 Prozent.

Die Erwerbsquote der Frauen ist immer wieder Diskussionsthema. Noch im vergangenen Frühjahr hatte die EU-Kommission die Familienpolitik in Deutschland gerügt: Neben dem geringen Versorgungsgrad mit Kindertagesstätten und der hohen Schulabbrecherquote kritisierte die Brüsseler Behörde: "Der geringe Anteil der Frauen am Erwerbsleben gibt zu bedenken." Ursache dafür, hieß es im Mai 2012, seien die schlechte Kindergartenbetreuung sowie das fehlende Ganztagsschulangebot.

nck/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. optional
Schweizer 14.01.2013
""Der geringe Anteil der Frauen am Erwerbsleben gibt zu bedenken." Ursache dafür, hieß es im Mai 2012, seien die schlechte Kindergartenbetreuung sowie das fehlende Ganztagsschulangebot. " Was stimmt denn nun. Ist Deutschland an 3ter Stelle noch vor dem viel gelobten Frankreich oder nicht? Oder hat der Journalist die Statistik nicht angesehen weil in D Frauen zB zwar häufig arbeiten aber nur 30% statt woanders 100% ???
2.
dowhepole 14.01.2013
Will man es positiv sehen, kann man es als Schritt Richtung Gleichberechtigung sehen. Will man es negativ sehen, sagt man, dass es heutzutage einfach zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit geworden ist, um die Familie über die Runden zu bringen. Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.
3. Definition Erwerbstätig
dr.hammer 14.01.2013
Zitat von sysopDPAIn Deutschland ist der Anteil der Frauen, die einen Job haben, in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mit fast 72 Prozent waren 2011 fast drei von vier Frauen berufstätig, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Das sind deutlich mehr, als im europäischen Durchschnitt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frauenerwerbsquote-in-deutschland-steigt-auf-72-prozent-a-877300.html
Wie immer fehlt beim SPON die Definition von "erwerbstätig": Erwerbstätig im Sinne der ILO-Definition ist jede Person im erwerbsfähigen Alter, die in einem einwöchigen Berichtszeitraum mindestens eine Stunde lang gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat. https://www.destatis.de/DE/Meta/AbisZ/ILO_Arbeitsmarktstatistik.html
4. optional
matonaleh 14.01.2013
Wird auch aufgeschlüsselt, in welchem Sektor die Frauen vermehrt zu finden sind?
5. Wünschenswert?
brido 14.01.2013
In Frankreich ist sie sehr hoch, die Wirtschaft ist trotzdem im Eimer.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: