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Frauenquote in Aufsichtsräten: Goldene Röcke für Deutschland

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DPA

Frau unter Männern: Erfolgsstory rasch zu Ende erzählt

Die Frauenquote in Aufsichtsräten wird Gesetz - die Freude darüber aber kommt zu früh, denn die Vorgabe verfehlt ihr eigentliches Ziel. Profitieren werden zunächst einige wenige Frauen, die gleich mehrere Kontrollposten übernehmen.

Endlich herrschen malaysische Verhältnisse in Deutschland. Oder, im europäischen Vergleich: spanische, französische oder belgische. In diesen Ländern gibt es seit Jahren quotenähnliche Gesetze für Frauen in Aufsichtsräten. Sie alle folgten dem Vorreiter Norwegen, das solch eine Quote bereits 2003 gesetzlich festlegte.

Nun, zehn Jahre später, machen auch die deutschen Parlamentarier Ernst. Die SPD will in neuen Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen sehen - und hat sich damit gegen die Union durchgesetzt.

Insbesondere die stark beäugten Dax-Konzerne müssen sich mächtig ins Zeug legen, um die Vorgabe in so kurzer Zeit zu erfüllen. Bislang hat die Kapitalseite der 30 Spitzenunternehmen nur 45 Plätze in den Aufsichtsräten mit Frauen besetzt. Dafür sind 205 Plätze männlich besetzt. Aber auch wenn es schwierig wird: Die Konzerne werden die Quote schon wuppen.

Die vermeintliche Erfolgsstory ist aber rasch zu Ende erzählt. Denn das eigentliche Ziel wird die Frauenquote in Aufsichtsräten nicht erreichen: nämlich die sogenannte gläserne Decke zu durchbrechen. Top-Frauen werden trotzdem selten die Vorstände, die Macherposten erreichen.

Ein kurzer Blick nach Norwegen reicht aus, um das zu belegen. Dort ist zwar schon seit rund fünf Jahren ein 40-Prozent-Anteil von Frauen in den Aufsichtsratsgremien vorgeschrieben - und wird sogar eingehalten - doch wird er keinesfalls entscheidend übertroffen. Die Unternehmen erfüllen ihre Pflicht, aber das war es dann auch.

In den Vorständen, den Machtzentralen der Unternehmen, tut sich fast gar nichts. Und wie schon in Norwegen, dürften auch in Deutschland "Goldene Röcke" bald zum geflügelten Begriff werden. Damit sind Frauen gemeint, die diverse Aufsichtsratsposten innehaben, weil es ad hoc einfach nicht genügend Kräfte für die neuen Frauensitze gibt. Vielfalt sieht anders aus!

Wer es schneller will, braucht radikalere Gesetze

Viel dringender als eine Quote in Aufsichtsräten werden mehr Frauen in managementnahen oder naturwissenschaftlich-technischen Studienfächern benötigt, mehr Förderprogramme für junge Talente, bessere (Betreuungs-)Angebote für junge Familien, ein Umdenken bei Männern und nicht zuletzt eine größere Offenheit von Chefs für die besonderen, teils anderen Fähigkeiten von Frauen.

Das ist ein Prozess, der leider nicht von heute bis 2016 zu stemmen ist. Aber er wäre langfristig erfolgreicher und auch ehrlicher. Wer es schneller will, braucht radikalere Gesetze, die allerdings nicht mehr viel mit freier Marktwirtschaft zu tun hätten: etwa eine Quote für Vorstände. Auf neue Vorschriften, die absehbar nichts bringen, kann Deutschland hingegen gut verzichten.

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insgesamt 110 Beiträge
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1. Ein wahres Wort!
Wunderläufer 18.11.2013
Endlich mal ein wahres Wort zu diesem Thema: die Entscheidungen der Unternehmen fallen nicht in den Aufsichtsgremien, sondern im Vorstand. Inwieweit die Frauenquote dort durch Zwangsmaßnahmen erhöht werden kann, kann ich nicht sagen
2. Die Frauenquote und deren,
newsfreak 18.11.2013
göttliche Einigung im Bundestag zwischen den ¨streitenden Parteien¨. Eine Glattrasur für kommende Gezeiten, teuflische Wirtschaftsbosse und jegliche Machtmanager die der Sekretärin gerne mal einen Blick zu werfen. Drama pur, der Untergang der Hausfrau, der Aufstieg der schulternden Frau. Demnächst sieht man Christina Schröder bei der Bundeswehr und Manuela Schwesig bei den Fremdenlegionären.
3. Grundgesetz
ohne_benutzername 18.11.2013
Das ganze wird doch eh wieder vom Verfassungsgericht gekippt, sobald da auch nur einer anruft ....
4. Na so ist
nemensis_01@web.de 18.11.2013
wenigstens dauerhaft gesichert, dass Aufsichtsräte weiterhin nach Quote und nicht nach Leistung oder Erfahrung oder Können besetzt werden. Alles andere wäre auch schädlich.
5. geht nicht
saxae 18.11.2013
"Männer sollen umdenken" Ein Schreibfehler? Sollte evtl. "Männer sollen sich umdrehen" gemeint sein. Wenn alles Frauen sind, hätten wir keine Probleme mehr! Quoten für nichts. Weib und Kerl müssen nun mal unter sich ausmachen, wer sich um ein Kind (was auch eine freiwillige Entscheidung beider sein sollte) kümmern darf. Für di- oder denjenigen bekommt die Karriereleiter dann einen ordentlichen Knacks, das ist klar und logisch. Kind(er) großziehen und höchste Karriere machen geht nicht oder nur miserabel, dass sollten auch Frauen einsehen.
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