Optimistische Studie So stark könnte Deutschland von einem Japan-Abkommen profitieren

Wenn die EU mit Japan ein weitreichendes Freihandelsabkommen schließt, dürfte sich das besonders für Deutschland lohnen. Einer Studie zufolge könnte das Bruttoinlandsprodukt hierzulande kräftig zulegen.

Shinzo Abe und Angela Merkel
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Shinzo Abe und Angela Merkel


Die EU und Japan verhandeln derzeit über ein Freihandelsabkommen und streben einen schnellen Abschluss an. Ziemlich sicher scheint: Deutschland dürfte als größte Volkswirtschaft dabei am kräftigsten profitieren. Das Bruttoinlandsprodukt könne jährlich um bis zu 20 Milliarden Euro oder 0,7 Prozent höher ausfallen, heißt es in der optimistischen Untersuchung des Ifo-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Voraussetzung dafür sei ein weitreichendes Freihandelsabkommen, bei dem auch alle Handelsbarrieren jenseits von Zöllen so weit reduziert würden wie im Schnitt aller bereits bestehenden Verträge. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe Unterstützung beim Abschluss des Freihandelsabkommens zugesagt. "Nicht nur die Dinge müssen sich im 21. Jahrhundert vernetzen, auch die Staaten müssen barrierefrei kooperieren," sagte Merkel. Die Bundeskanzlerin und Abe gaben zur Eröffnung der CEBIT-Messe in Hannover ein Plädoyer für Freihandel in der Welt ab.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte am Wochenende angekündigt, man wolle das EPA genannte Abkommen noch in diesem Jahr abschließen.

Im Fall eines weniger ehrgeizigen Handelsabkommens würden sich die Zuwächse des Bruttoinlandsprodukts für die EU auf etwa elf Milliarden Euro, also 0,1 Prozent des BIP von 2014, belaufen, heißt es weiter in der Studie. Die einzelnen Mitgliedstaaten würden aber sehr unterschiedlich profitieren. Deutschland würde mit 3,4 Milliarden Euro, etwa 0,1 Prozent des deutschen BIP von 2014, die höchsten absoluten Zuwächse verbuchen.

Japan ist der weltweit sechstgrößte Handelspartner der EU. Umgekehrt steht die EU für Japan an dritter Stelle. Das gegenseitige Handelsvolumen belief sich 2016 auf rund 125 Milliarden Euro.

man/hej/Reuters



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insgesamt 78 Beiträge
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meinerseiner 20.03.2017
1. es wäre schön
wenn nicht nur die "Großen" daran gewinnen. Das Deutschland Exportweltmeister bringt den kleinen Mann nur niedriglöhne ein. Leider gibt es in Deutschland keine Soziale Gerechtigkeit mehr sondern nur noch raffgier der Großkonzerne mit Unterstützung der Bundesregierung
eunegin 20.03.2017
2. Ja!
Ja, die EU soll sich weiter vernetzen. Die USA wird schon sehen, wie weit man alleine kommt. Auch wenn die populistische Reaktion immer gegen alles und vor allem gegen Handel ist: das bringt uns und Japan etwas.
Jérôme1F 20.03.2017
3. Auf Augenhöhe
Ein Freihhandlesabkommen mit Japan würde ja auf Augenhöhe abgeschlossen, im Gegensatz zu TTIP und dem trojanischen Pferd der Usa CETA. Das kann ja nur zu einer Win-Win Situation führen.
MütterchenMüh 20.03.2017
4. Rohstoffe braucht die EU
Beides rohstoffarme Volkswirtschaften. Der Nutzen wird sicher überschaubar bleiben.
bartsuisse 20.03.2017
5. wenn 20 Milliarden
0.7 % des BIP sind dann hat Deutschland eben nicht ein Bip von 3400 Milliarden sondern von 2800 Milliarden. Es wäre an der Zeit nominales BIP vom PPBip zu unterscheiden und realistisch zu bleiben. Aber in einem Land wo Brutto und Netto nicht verstanden wird ist es offensichtlich schwierig. Journalisten sollten genau recherchieren bevor sie auf den Leim kriechen
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