Freihandelsabkommen Industrieverband räumt falsche Angaben über TTIP ein

Was bringt das Freihandelsabkommen TTIP? Darüber streiten Gegner und Befürworter seit Langem. Jetzt muss der Bundesverband der Deutschen Industrie einräumen, eine Studie falsch zitiert zu haben.

Containerschiff in Hamburg: Prognosen kollabieren "wie ein Soufflé"
DPA

Containerschiff in Hamburg: Prognosen kollabieren "wie ein Soufflé"


Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) hat fehlerhafte Angaben zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) eingeräumt. Er reagierte damit auf einen offenen Brief der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Diese kritisierte Informationen auf der BDI-Homepage und in anderen Publikationen des Verbands, in denen falsch aus einer Studie der Europäischen Kommission zu TTIP zitiert wurde.

Der Untersuchung zufolge könnte ein sehr ambitioniertes Abkommen das europäische Bruttoinlandsprodukt um knapp 0,5 Prozent beziehungsweise 119 Milliarden Euro anheben - allerdings über einen Zeitraum von zehn Jahren. Auf der BDI-Homepage hieß es dagegen, "dass EU und USA jeweils mit rund 100 Mrd. Euro Wirtschaftswachstum pro Jahr rechnen können". Die Angabe wurde mittlerweile korrigiert.

"Es ist richtig, dass in unserer vielfältigen Kommunikation stellenweise der Eindruck entstehen konnte, als wäre der Effekt von rund 100. Mrd Euro jährlich zu erwarten", heißt es in einem Antwortbrief des BDI, der SPIEGEL ONLINE vorliegt. "Um eine bewusste Fehl- und Desinformationskampagne, wie Sie sie dem BDI unterstellen, handelt es sich indes keineswegs."

Foodwatch-Chef Thilo Bode hatte am Montag sein Buch "Die Freihandelslüge" vorgestellt, in dem er deutschen Regierungs- und Wirtschaftsvertretern systematische Fehlinformationen zu TTIP vorwirft. Tatsächlich wird der prognostizierte Gewinn von 119 Milliarden auch in einer Broschüre der arbeitgeberfinanzierten Initiative neue Soziale Marktwirtschaft als "pro Jahr" genannt. "Wenn die TTIP-Befürworter bei der Wahrheit bleiben, fallen die zu erwartenden wirtschaftlichen Effekte des Abkommens zusammen wie ein Soufflé im Ofen", so Bode.

Auch die CDU und CSU hatte sich in Informationsmaterialien zu TTIP verschiedene Studienergebnisse so zurechtgepuzzelt, dass ein besonders positives Bild entstand.

dab



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insgesamt 51 Beiträge
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philbird 11.03.2015
1. Wir werden..
...beschissen. Niemand will es, ausser den Mächtigen und Reichen. Das wird aber reichen, damit wir es auch bekommen.
geisterfahrerii 11.03.2015
2. TTIP am Ende?
Wenn unsere Presse diese Informationen nun veröffentlichen darf, dann muss dieses TTIP Projekt wohl wirklich am Ende sein? Aber wir sollten weiterhin sehr vorsichtig sein. Dieser Betrug an den Bürgern wird ganz sicher, unter einem anderen Namen, sehr bald wieder versucht.
humorrid 11.03.2015
3. 0,05% pa, da wurde jemand wohl kräftig
geschmiert. 0,5% verteilt auf zehn Jahre - da müssen wir sofort zugreifen! Schliesslich ist es ein persönliches Anliegen der Kanzlerin! Und der Jean-Claude will es auch schnellstmöglich! Interessant wäre die geschätzte Kalkulation für die USA, so zum Vergleich.
Fliegerviertel 11.03.2015
4. ITK-Aspekte von TTIP
...warten wir mal ab, bis die ITK-Aspekte von TTIP auf den Tisch kommen: Kryptografie, eAuthentifikation, eHealth etc. - alle das wird im Rahmen von TTIP mitverhandelt. (Absehbare) Verhandlungsschwächen in diesem Bereich lassen die deutsche Illusion "Digitale Souveränität" wie eine Seifenblase platzen. TTIP braucht gar keine Gegner, - das machen die Befürworter schon ganz allein ; -)
question2001 11.03.2015
5. Kommende Generationen werden uns verfluchen -
- wenn wir TTIP nicht zustimmen, mein Gabriel. Tja, welche Zahlen hat der denn? Aber der fand ja auch Biosprit mal ganz toll. Und schleppt seinen Freund Mazyek durch die halbe Welt, auf Staatskosten vermutlich, unseren muslimischen Vizepräsidenten, der den lautsprecherverstärkten Gebetsruf in Deutschland erklingen lassen möchte. Da ich Mutti nicht wähle, würde ich ja gerne SPD wählen, aber Gabriel...
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