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Studie zu Freihandelsabkommen: Deutschland könnte mit 160.000 Jobs profitieren

Container-Umschlag in den USA: Freihandelsabkommen hätte viele Vorteile Zur Großansicht
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Container-Umschlag in den USA: Freihandelsabkommen hätte viele Vorteile

Hoffnung für die deutsche Wirtschaft: Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung wäre die Bundesrepublik ein großer Profiteur eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA. Die wirtschaftsnahe Organisation rechnet mit steigenden Löhnen und bis zu 160.000 neuen Jobs.

Hamburg - Ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA könnte Deutschland erhebliche wirtschaftliche Vorteile bescheren. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung und des Münchner Ifo-Instituts.

Nahezu alle Branchen in allen Bundesländern würden profitieren, heißt es in der Studie, die am Freitagmorgen veröffentlicht werden soll. Bis zu 160.000 neue Arbeitsplätze könnten in der Bundesrepublik entstehen. "Gewinnen würden nicht nur Großkonzerne, sondern insbesondere der Mittelstand", sagte Aart De Geus, Vorstandschef der Bertelsmann Stiftung.

Kommenden Montag setzen die Europäische Union und die USA ihre Verhandlungen über eine umfassende Handelspartnerschaft fort. Die Gespräche waren zuletzt von den Enthüllungen über Spitzelaktionen der NSA überschattet worden. Der US-Geheimdienst hatte nach SPIEGEL-Informationen unter anderem mehrere EU-Einrichtungen und die Uno-Zentrale in New York abgehört. Mehrere europäische Politiker hatten als Konsequenz eine Unterbrechung der Gespräche mit den USA über ein Freihandelsabkommen gefordert. In Deutschland machte sich unter anderem SPD-Spitzenmann Peer Steinbrück dafür stark.

Die wirtschaftsnahe und liberal orientierte Bertelsmann Stiftung dagegen betont schon länger die Vorteile des Abkommens. Stärkster Motor für das Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik sind die Exporte. Durch ein Freihandelsabkommen, so die berechtigte Hoffnung, dürften die Handelskosten sinken - und die Ausfuhren in die USA steigen.

Vorteile auch für Dienstleister, steigende Löhne

Im Nahrungsmittelgewerbe, in der Metallerzeugung und Metallbearbeitung sowie der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft könnte der Export in die USA um bis zu 50 Prozent wachsen, heißt es in der Studie. Das wiederum hätte positive Effekte auf Produktion und Beschäftigung, etwa in der Metallerzeugung, in der Elektroindustrie sowie in der Automobil- und Maschinenbauindustrie, heißt es in der Erhebung weiter. Allein das produzierende Gewerbe könnte dadurch rund 85.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Eine Senkung der Handelskosten würde sich auch auf Bereiche der Volkswirtschaft auswirken, die nicht direkt im Export beteiligt seien, heißt es in der Studie. Vor allem im Dienstleistungssektor, auf den 75.000 der neu zu erwartenden Arbeitsplätze entfallen, seien positive Effekte zu erwarten. Profiteure seien unter anderem der Kraftfahrzeughandel und Reparaturdienstleister.

Zu den größten Gewinnern zählen der Erhebung zufolge die Bundesländer mit einem stark exportorientierten produzierenden Gewerbe. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg könnten demnach mit einem Wertschöpfungszuwachs in Höhe von rund fünf Milliarden Euro und jeweils rund 20.000 neuen Arbeitsplätzen rechnen.

Die Löhne würden mit dem Abschluss eines Freihandelsabkommens laut Studie durchgängig wachsen. Bei niedrig qualifizierten Arbeitnehmern wird ein Anstieg der Reallöhne um 0,9 Prozent erwartet, bei mittel- und hochqualifizierten Beschäftigten immerhin noch ein Anstieg um 0,7 beziehungsweise 0,6 Prozent.

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1. Die Botschaft les ich wohl
gsm900 04.10.2013
Zitat von sysopGetty ImagesHoffnung für die deutsche Wirtschaft: Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wäre die Bundesrepublik ein großer Profiteur eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA. Die wirtschaftsnahe Organisation rechnet mit steigenden Löhnen und bis zu 160.000 neuen Jobs. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/freihandelsabkommen-wie-deutschland-proftieren-wuerde-a-925849.html
allein mir fehlt der Glaube. Den Euro hat man mit den gleichen Märchen versüsst.
2.
Cassandra105 04.10.2013
Zitat von sysopGetty ImagesHoffnung für die deutsche Wirtschaft: Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wäre die Bundesrepublik ein großer Profiteur eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA. Die wirtschaftsnahe Organisation rechnet mit steigenden Löhnen und bis zu 160.000 neuen Jobs. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/freihandelsabkommen-wie-deutschland-proftieren-wuerde-a-925849.html
Dass mit dem Freihandelsabkommen mal eben ein Haufen Gesetze ausgehebelt werden bzw die USA dagegen dann einfach klagen können, ist natürlich egal. Hauptsache Jobs. Warum nicht Arbeitshäuser einführen? Da sind ein paar Millionen Jobs drin. Das ganze Drumherum scheint ja völlig egal zu sein. Hauptsache Jobs schaffen.
3. Der Pakt
kölschejung72 04.10.2013
mit dem Genmais Teufel... Verkauft Euch für evtl. = vielleicht = vielleicht auch nicht 160.000 Arbeitsplätze.
4.
pommbaer123 04.10.2013
Ein Lohnanstieg unter der Inflationsrate trotz Freihandelszone ? Die, die das entscheiden im Bund oder der EU bekommen jeden ersten ihre Löhne angepasst..
5. wie schön:
renfield_ 04.10.2013
wie schön:"der Export ... könnte wachsen ...". Ist damit der Export gemeint, der zwar bedrucktes Dollar-Papier bringt aber keinen Wohlstand? Beim Griechenland-Export gibt es Zahlen auf dem Kontoauszug, bringt genauso wenig. Wir müssen uns klar machen, dass momentan nur ein Tausch Ware gegen Ware frei von Beschiss ist. Leider. Was wollen wir von den USA importieren? Microsoft CDs? Öl und Gas dürfen aus den USA per Gesetz nicht exportiert werden, in den USA werden keine Jeans mehr gefertigt (!) alles kommt aus Asien.
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