Wirtschaft


IWF-Frühjahrstagung: Schäuble pokert um höhere Hilfen für Europa

Europa hat genug getan, jetzt sind die anderen dran: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht den Internationalen Währungsfonds am Zug. Tatsächlich verdichten sich die Anzeichen, dass die IWF-Krisenkasse um 400 Milliarden Dollar aufgestockt wird - mindestens.

Schäuble in Washington: Europa hat geliefert - jetzt sind die anderen dranZur Großansicht
dapd

Schäuble in Washington: Europa hat geliefert - jetzt sind die anderen dran

Washington - In der US-Hauptstadt treffen sich derzeit die mächtigsten Staatenlenker der Welt. Der International Währungsfonds (IWF) und die Weltbank halten ihre Frühjahrstagung ab und auf der Agenda ganz oben steht immer noch die europäische Staatsschuldenkrise. Zum Auftakt verlangte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass sich möglichst viele Länder an der Aufstockung der IWF-Mittel beteiligen. Die Euro-Zone und andere Staaten des Kontinents hätten ihre Summen zugesagt. "Das ist nun kein europäisches Thema mehr", sagte er in Washington.

"Was wir versprochen haben, haben wir gehalten", sagte der CDU-Politiker weiter, zwar sei die Vertrauenskrise an den Märkten "noch nicht ganz überwunden", aber Europa sei auf einem guten Weg. Auch das erneut ins Visier der Märkte geratene Spanien habe alle Zusagen eingehalten, sagte Schäuble. "Was Spanien an Reformen auf den Weg gebracht hat, das ist wirklich sehr beeindruckend."

Die Europäer haben nach Schäubles Worten die Bedingungen erfüllt, um nunmehr auch die Mittel des IWF um rund 400 Milliarden Dollar aufzustocken - bisher liegen Zusagen in Höhe von etwa 320 Milliarden Dollar vor, die vor allem von Staaten der Euro-Zone und anderen europäischen Ländern sowie Japan gemacht worden waren. "Wir sind uns alle einig, die Ressourcenanhebung muss jetzt zum Abschluss gebracht werden", sagte Schäuble und die Chancen dafür stehen offenbar gut.

EU-Währungskommissar Rehn zuversichtlich

So gab sich EU-Währungskommissar Olli Rehn optimistisch, dass die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) ihren Anteil leisten werden. "Ich bin zuversichtlich, wir werden dieses Ziel auf dem G20-Treffen heute erreichen", sagte Rehn in Washington. Die Summe von 400 Milliarden Euro sei völlig ausreichend, um ein glaubwürdiges Sicherheitsnetz aufzuspannen. Am Rande der Frühjahrstagung hatte es zuvor bereits geheißen, dass es aus dem Kreis der G20 "feste Zusagen" über diesen Betrag gebe.

Ob das reicht, ist unklar. Ursprünglich hatte IWF-Chefin Christine Lagarde eine angestrebte Summe von zusätzlich 500 bis 600 Milliarden Dollar genannt. Angesichts einer leichten Entspannung der Lage hatte sie allerdings selbst erklärt, es sei nicht mehr ganz so viel Geld nötig. Heftiger Widerstand gegen eine Aufstockung der Mittel war kurz vor Beginn der Frühjahrestagung Washington von Kanada, aber auch von den wichtigsten Schwellenländern wie Brasilien gekommen.

Forderungen nach weiteren Hilfsmaßnahmen der Euro-Länder lehnte Schäuble ab: Die westlichen Top-Industrieländer (G7) seien sich "ganz einig" gewesen, dass eine neue Debatte schädlich sei, insbesondere die USA hätten bestätigt, dass die Europäer geliefert hätten. "Dem hat im Kreise der G7 niemand widersprochen. Darauf lege ich großen Wert." Niemand sollte durch neue Spekulationen das auslösen, was eigentlich bekämpft werden solle.

Bundesbank-Präsident lehnt IWF-Forderungen ab

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann äußerte sich in Washington ähnlich: Forderungen nach Konjunkturprogrammen in Deutschland und weiteren geldpolitischen Lockerungen zur Wachstumsankurbelung in Europa, wie sie gerade erst vom IWF gekommen waren, wies er als nicht zielführend zurück.

Die Schuldenkrise in der Euro-Zone könne nicht durch die Geldpolitik gelöst werden, sagte Weidmann. "Höhere Kreditkosten sind ein Reformanreiz", sagte Weidmann, der auch im EZB-Rat über die Geldpolitik mitentscheidet. Die vom IWF geplante "Brandschutzmauer" dürfe nicht die Reformanreize untergraben. In den vergangenen Tagen waren die Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen merklich gestiegen. Es gab daher zunehmend Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme des Anleihenkaufprogramms der EZB.

Auch die IWF-Forderung, dass sich die Euro-Rettungsschirme an den spanischen Banken direkt beteiligen sollen lehnte Weidmann ab. Damit stünde dann die Hilfe durch die Rettungsschirme nicht mehr unter Bedingungen, sagte Weidmann. Das lehne er ab. Außerdem hätten derzeit nur die Nationalstaaten die Aufsicht über die Banken, auch das wäre dann infrage gestellt, sagte er. Denn damit würde die Gemeinschaft Anteilseigner an den Banken.

nck/Reuters/dpa/afp

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insgesamt 13 Beiträge
Noch einmal ein kleiner Überblick über die zahlreichen verdeckten Hilfen: - Seit 13 Jahren finanzieren unsere Leistungsbilanzüberschüsse die Leistungsbilanzdefizite der anderen Euroländer, ein deutscher Euro ist immer [...]
Zitat von sysopEuropa hat genug getan, jetzt sind die anderen dran: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht den Internationalen Währungsfonds am Zug. Tatsächlich verdichten sich die Anzeichen, dass die IWF-Krisenkasse um 400 Milliarden Dollar aufgestockt wird - mindestens. IWF-Frühjahrstagung: Schäuble pokert um höhere Hilfen für Europa - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,828822,00.html)
Noch einmal ein kleiner Überblick über die zahlreichen verdeckten Hilfen: - Seit 13 Jahren finanzieren unsere Leistungsbilanzüberschüsse die Leistungsbilanzdefizite der anderen Euroländer, ein deutscher Euro ist immer gleich einem anderen Eurolandeuro, für uns selbst entfallen alle Aufwertungsgewinne als volkswirtschaftliche Sozial- und Wohlfahrtsdividende - EFSF - ESM - Target 2 - 1. Liquiditätszuteilung der EZB - 2. Liquiditätszuteilung der EZB - 3. erwartete Liquiditätszuteilung der EZB - aufgekaufte Staatsanleihen - ein undifferenzierter Einheitszinssatz bei unterschiedlichen Konjunkturzyklen und gleichzeitigen Inflations-/Deflations-/Stagflations- und Stagnationsphasen - IWF Hilfen, die auch von uns mitfinanziert werden müssen Die Rücktritte von Axel Weber und von Jürgen Stark deuten doch auf einige Differenzen innerhalb der EZB hin, die über die Ausrichtung der Geld- und Währungspolitik bestehen. An den erheblichen ökonomischen Ungleichgewichten innerhalb dieser Währungszone, ablesbar an den Leistungsbilanzsalden seit Bestehen der Währungsunion, ändern diese kurzfristigen Hilfspakete kaum etwas! Währungsexperte Hankel: "Der Euro droht zum Transfer-Rubel zu werden" - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/waehrungsexperte-hankel-der-euro-droht-zum-transfer-rubel-zu-werden/6365064.html) Währungsexperte Hankel: Rückführung zur Wechselkursunion - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/waehrungsexperte-hankel-rueckfuehrung-zur-wechselkursunion/6365064-2.html) Euro-Krise: Wann knickt der Euro ein? - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/euro-krise-wann-knickt-der-euro-ein/6358704.html) Schuldenkrise: Euro-Schutzwall wird erhöht (http://www.wiwo.de/politik/europa/schuldenkrise-euro-schutzwall-wird-erhoeht-auf-deutschlands-kosten/6458248.html)
inqui 20.04.2012
und den knickrigen spielt. Auf 1 Billionen mehr oder weniger an Bereitstellungen kommts doch nun wirklich nicht mehr an. Der Reset ist unausweichlich
Zitat von sysopEuropa hat genug getan, jetzt sind die anderen dran: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht den Internationalen Währungsfonds am Zug. Tatsächlich verdichten sich die Anzeichen, dass die IWF-Krisenkasse um 400 Milliarden Dollar aufgestockt wird - mindestens. IWF-Frühjahrstagung: Schäuble pokert um höhere Hilfen für Europa - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,828822,00.html)
und den knickrigen spielt. Auf 1 Billionen mehr oder weniger an Bereitstellungen kommts doch nun wirklich nicht mehr an. Der Reset ist unausweichlich
kabian 20.04.2012
Das erinnert mich doch sehr stark daran, wie Argentinien seinerzeit gebettelt hat. Die Antwort aus Europa war sehr eindeutig. Was möchte den Herr Schäuble als Gegenleistung anbieten? Sylt?
Das erinnert mich doch sehr stark daran, wie Argentinien seinerzeit gebettelt hat. Die Antwort aus Europa war sehr eindeutig. Was möchte den Herr Schäuble als Gegenleistung anbieten? Sylt?
Gerdtrader50 20.04.2012
Aus einem tollen Kontiinent mit funktionierenden Wirtschaften haben die Versager Kohl, Mitterand, Thatcher(Versuch, ging schief), Schröder-Verschwender, Fischer-Verschwender, Hartz- Verbrecher, Merkel - Überverschwender und [...]
Aus einem tollen Kontiinent mit funktionierenden Wirtschaften haben die Versager Kohl, Mitterand, Thatcher(Versuch, ging schief), Schröder-Verschwender, Fischer-Verschwender, Hartz- Verbrecher, Merkel - Überverschwender und Schäuble- Oberverschwender einen Kontinent gemacht, der in Schulden überlaeuft, eine Bankrottwaehrung sein eigen nennt und überall auf Rezessionen geht. Weil sie so geringfuegig belichtet sind in ihrem Oberstuebchen, betteln sie bei Schwellenländern herum. Jagt das Gesocks endlich zum Teufel, werte, eierlose Abgeordnete, die ihr Euch in euren eigenen Parlamenten von einer DDR-Tusse den Schneid abkaufen lässt, comprende, Signores ? Steht auf, verjohlt Sie, verwarnt sie ein letztes Mal und jagt das Gesocks zum Teufel, wenn sie nicht spuren. Verstanden ? Schonmal was von einem Misstrauensvotum gehört, ihr Versager ???????? Wozu braucht man Euch denn überhaupt noch, was für einen Sinn macht es, solche Duckmäuser zu wählen, die sich von ihrer eigenen Kanzlerin an der Nase herumführen lassen ? Siehe Papierezuweisung 4 Stunden vor Abstimmung mit dem Geldverschwenderrettungsschirm EFSF oder schauen Sie sich das semikriminelle Konstrukt des ESM an ? Was seit Ihr denn für Waldschrate, was habt ihr in einem Parlament zu suchen ????? Reisst Euch gefälligst mal am Riemen !!!!!
chisora66 20.04.2012
Prof. Hans-Werner Sinn - Bogenberger Erklärung und Target-Kredite der Deutschen Bundesbank http://goo.gl/Re2p1
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  • Freitag, 20.04.2012 – 16:54 Uhr
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Der IWF
Gegründet wurde der Internationale Währungsfonds (IWF) zusammen mit seiner Schwesterinstitution Weltbank im Juli 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods. Der in Washington ansässige Fonds wacht als Sonderorganisation der Vereinten Nationen über die Währungspolitik seiner 186 Mitgliedsländer. Jedes Land muss entsprechend seinem Anteil an der Weltwirtschaft eine Einlage leisten und verfügt über entsprechende Stimmrechte. Die reichsten Länder haben damit den größten Einfluss.








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