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Fußball-WM: Arbeiter stirbt durch Stromschlag im WM-Stadion in Cuiabá

Die "Arena Pantanal" in Cuiabá: Durch einen Stromschlag starb ein Arbeiter Zur Großansicht
REUTERS

Die "Arena Pantanal" in Cuiabá: Durch einen Stromschlag starb ein Arbeiter

Knapp einen Monat vor Anpfiff der WM liegt Brasilien noch im Chaos: Die Polizei streikt, die Busfahrer lassen den Verkehr zusammenbrechen. Mit einem weiteren Toten auf einer Stadionbaustelle steigt die Zahl der Opfer auf acht.

Cuiabá - Bei Elektro-Installationsarbeiten im WM-Stadion der brasilianischen Stadt Cuiabá ist ein Arbeiter durch einen Stromschlag ums Leben gekommen. Nach lokalen Medienberichten war der 32-Jährige zum Zeitpunkt des Unfalls am Donnerstag damit beschäftigt, Lichtstrahler in einem der Aufgänge zu den Zuschauer-Logen der "Arena Pantanal" anzubringen. Die genaue Unfallursache soll untersucht werden.

Bislang starben acht Menschen bei Arbeiten in den Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft, die in rund vier Wochen angepfiffen wird. Bei den Bauarbeiten an den Stadien in São Paulo und Manaus waren jeweils drei Arbeiter ums Leben gekommen. In São Paulo, wo am 12. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien stattfindet, starben zwei Arbeiter nach dem Einsturz eines Baukrans, wenige Monate später erlag ein Monteur nach einem Sturz aus großer Höhe seinen Verletzungen.

Bei der Errichtung der Arena Amazônia in Manaus starben drei Arbeiter durch Unfälle. Den ersten Toten gab es im Juni 2012 in der Hauptstadt Brasilía: Ein Malergehilfe rutschte auf einer Fliese aus und stürzte 50 Meter in die Tiefe.

Auch zahlreiche Streiks beeinträchtigen das öffentliche Leben in Brasilien. In der Metropole Rio de Janeiro streikten Polizisten und Busfahrer. Bei dem Busstreik wurden nach Angaben eines Gewerkschafts-Führers 325 Fahrzeuge beschädigt, einige der Busse fingen Feuer. Die Busfahrer fordern Gehaltserhöhungen von bis zu 40 Prozent. Von dem 24-stündigen Streik seien etwa 20 Prozent des Busverkehrs betroffen gewesen, sagte Gewerkschaftler Sebastiao Jose da Silva.

Polizisten erwägen Streik während WM

Polizisten streikten unter anderem auch in Städten Fortaleza, Natal und Porto Alegre. Der 24-stündige Ausstand habe viel Unterstützung erhalten, sagte der Chef der Polizeigewerkschaft, André Vaz de Mello. Wenn die Regierung keine zufriedenstellende Antwort auf die Forderungen der Polizisten gebe, würden diese auch während der Fußball-WM ihre Arbeit einstellen, drohte er. Die Beamten fordern bessere Arbeitsbedingungen und Lohnerhöhungen.

In Rio de Janeiro, wo etwa 1300 Bundespolizisten im Dienst sind, protestierten etwa sechzig von ihnen friedlich vor dem Gebäude, in dem Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari die Vorauswahl für den WM-Kader bekannt gab.

Bei einem Polizeistreik im vergangenen Monat in Salvador da Bahía waren bei einer Gewaltorgie mindestens 39 Menschen getötet worden. Dutzende Geschäfte wurden geplündert, während sich die Polizei weigerte einzugreifen.

mia/dpa/AFP/sid

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Bitte diese WM sofort absagen
kalim.karemi 09.05.2014
oder wenigstens boykottieren. Sowas darf einfach nicht sein! Bitte auch den Flughafen BBI nicht weiterbauen, dort gab es auch tödliche Arbeitsunfälle. Wo wir grad dabei sind die Risiken zu minimieren, Autos, Flugzeuge und sonstiges gefährliches Zeug muß aus unserem Leben verschwinden. Mal erhlich, in Brasilien stirbt ein Bauarbeiter, das passiert weltweit, auch in Deutschland, täglich, ist individuell traurig aber so interessant wie der berühmte Sack Reis. Wenn eine Betroffenheitsdebatte zum Thema wie kann man nur auf den Schultern ausgebeuteter, auf unsicheren Baustellen verunglückender Proletarier eine WM abhalten, dann viel Erfolg.
2. na wow...
anarchista 09.05.2014
... aber über die Gewaltorgien in den Armenvierteln, wo das Militär brutal und ohne Hemmungen gegen deren Bewohner vorgeht, um "Platz" für jeglichen Mist für die WM zu machen, verliert hier keiner ein Wort. Klar ist auch dieser Unfall tragisch, jedoch ist das Elend der vertriebenen Menschen aus den Armenvierteln bei weitem größer und wäre einen Artikel wert... Nur möchte das keiner hören und sehen, wenn "unsere" Mannschaft in diesem Land zu Gast ist!
3. immer negativ berichten...
haajan 10.05.2014
Auf Großbaustellen sterben Menschen und das nicht nur dort sondern auch hier. @anarchista Das Militär geht nicht gegen die Bewohner vor sondern gegen die kriminellen Strukturen die sich dort gebildet haben. Und das ist schon seit langem überfällig und von der Bevölkerung verlangt.
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