Von Stefan Simons und Yasmin El-Sharif
Paris/Hamburg - Das Jahr der Superlative geht für Frankreich nun richtig los. Zwei Dutzend Finanz- und Wirtschaftsminister, dazu Zentralbanker, Berater und mehr als 650 Journalisten werden an diesem Freitag in Paris erwartet. Es ist der Auftakt für das G-8- und G-20-Jahr unter französischem Vorsitz. Und Präsident Nicolas Sarkozy hat sich nicht weniger vorgenommen, als während der kommenden Monate die größten Probleme der Weltwirtschaft mit einem politischen Kraftakt zu beheben.
Das Ziel: mit Hilfe der zwanzig reichsten Staaten der Welt die Unwägbarkeiten von Währungsschwankungen, Rohstoffpreisen und Strukturunterschieden in den Griff zu bekommen. Eine Herausforderung, die Sarkozy mit gemessenen Worten beschreibt: "Schon zu sagen, dass wir über ein Weltwährungssystem sprechen, ist ein schwerer Fehler", sagt der Staatsmann, der angesichts der Instabilitäten ein "monetäres Nicht-System" beklagt.
Fünf Baustellen gleichzeitig hat sich Sarkozy vorgenommen, ganz offensichtlich auch, um von seiner innenpolitischen Schwäche abzulenken. Die französische Doppelpräsidentschaft kommt ihm mehr als gelegen, um seinen Status als zupackender Stardiplomat aufzufrischen.
Nach seinen Vorstellungen sollen sich die 20 geladenen Staaten, die rund 85 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts vereinen, per Beratungsmarathon bis zum G-20-Gipfel in Cannes Anfang November auf eine gemeinsame Strategie verständigen, die einen neuen Crash auf Dauer verhindert.
Dabei hat die Regierung Sarkozy fünf Punkte als besonders wichtig festgelegt:
China spart und exportiert, Europa konsumiert
Das seien hochfliegende Ziele, räumt Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde ein. Aber sie seien nötig. "Wir haben immer noch große Diskrepanzen zwischen den Staaten, auch wenn sich die Lage seit der Krise etwas verbessert hat: China spart und exportiert, Europa konsumiert und die USA konsumieren und leben auf Pump. Das kann so nicht weitergehen."
Bei ihren weitreichenden Plänen, das wissen auch Lagarde und Sarkozy, müssen sie aber mit großen Widerständen rechnen - vor allem aus Deutschland. "Es wäre schon ein großer Schritt nach vorne, wenn wir uns prinzipiell auf die Elemente einigen könnten, mit denen sich die Ungleichgewichte messen lassen", sagte die Finanzministerin am Donnerstag.
Wo sind die größten Knackpunkte? Wo gibt es die meisten Übereinstimmungen? Ein Überblick über die wichtigsten Themen.
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