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G-20-Treffen zur Schuldenkrise: Weltmächte setzen Europa unter Druck

Die Erwartungen sind gewaltig: Europa soll endlich seine Schuldenkrise lösen, verlangen die wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt. Beim G-20-Treffen in Paris erhöht China den Druck auf die Euro-Staaten, auch Briten und Amerikaner drängen auf einen Durchbruch.

Minister Schäuble (Deutschland), Baroin (Frankreich), Geithner (USA): Klare Forderungen Zur Großansicht
REUTERS

Minister Schäuble (Deutschland), Baroin (Frankreich), Geithner (USA): Klare Forderungen

Paris - Der britische Finanzminister fasste die Ansprüche treffend zusammen: Etwas "ziemlich Beeindruckendes" müssten die Europäer liefern, sagte George Osborne am Rande des G-20-Treffens in Paris, zu dem die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Wirtschaftsnationen zusammengekommen sind.

Die Europäer stehen gewaltig unter Druck: Die USA, Japan und die großen Schwellenländer wie China oder Brasilien verlangen, dass der EU-Gipfel am kommenden Sonntag zum Erfolg wird und die Krise der Euro-Zone endlich beendet.

In einem Kommuniqué-Entwurf zum G-20-Treffen hieß es am Samstag in ungewöhnlich klaren Worten, man sehe dem EU-Gipfel mit Interesse entgegen. Das gelte auch für die laufenden Bemühungen, den europäischen Rettungsschirm EFSF möglichst wirksam zu machen und so Krisen-Ansteckungsgefahren zu bannen.

Seit Monaten belastet die Schuldenkrise einiger Euro-Staaten wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien die weltweiten Finanzmärkte. Mittlerweile machen sich bereits negative Effekte für die Weltkonjunktur bemerkbar. Auch deshalb dringen die G-20-Staaten nun auf eine schnelle Lösung.

Die Europäer müssten "ihr Haus in Ordnung bringen", forderte Australiens Finanzminister Wayne Swan. Auch sein kanadischer Kollege Jim Flaherty sagte, die G20 sollte den Druck auf die Europäer hoch halten.

Die Europäer geloben eine schnelle Linderung des Problems. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zum Auftakt des zweitägigen G-20-Treffens am Freitagabend bereits angekündigt, die Europäer würden "klare Maßnahmen" ergreifen, um Ansteckungsgefahren zu dämpfen.

Streit um eine mögliche Aufstockung der IWF-Mittel

Die Finanzminister und Notenbankchefs der G20 wollen in Paris den Gipfel der G-20-Staats- und Regierungschefs Anfang November in Cannes vorbereiten. Deutschland und Frankreich hatten angekündigt, bis dahin ein umfassendes Konzept vorzulegen, wie die Schuldenkrise im Euro-Raum bekämpft werden kann.

Im Kern wird es dabei um drei Dinge gehen:

Schäuble schloss eine zwangsweise Kapitalisierung von Banken erneut nicht aus. Sollten systemrelevante Banken die Kapitalvorgaben nicht aus eigener Kraft erfüllen können, würde ihnen notfalls auch durch die Staaten geholfen.

Auch im Kommuniqué-Entwurf der G20 heißt es, man werde "sicherstellen, dass Banken angemessen mit Kapital versehen werden und ausreichenden Zugang zu Finanzierungsmitteln haben". Die deutschen Banken wehren sich vehement gegen eine Zwangskapitalisierung. Solche Maßnahmen gingen an den aktuellen Problemen vorbei und seien auch nicht über den Markt zu finanzieren.

Der Druck hat sich zusätzlich erhöht, nachdem die Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit der französischen Großbank BNP Paribas um eine Stufe von "AA" auf "AA-" gesenkt hatte. Auch andere europäische Großbanken sind ins Visier der Rating-Agenturen geraten.

Uneins sind sich die G-20-Staaten hinsichtlich einer stärkeren Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an der Lösung der Euro-Krise. Wichtige Schwellenländer wie China und Brasilien hatten angeboten, die Finanzmittel des Fonds zu stärken. Doch Deutschland und die USA erteilten dem Vorstoß eine Absage: "Der IWF hat genügend Mittel, um seine Aufgaben zu erfüllen", sagte Schäuble.

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 133 Beiträge
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1. Wann endlich
idealist100 15.10.2011
Zitat von sysopDie Erwartungen sind gewaltig: Europa soll endlich seine Schuldenkrise lösen, verlangen die wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt. Beim G-20-Treffen in Paris setzt China die Euro-Staaten*unter Druck, auch Briten und Amerikaner drängen auf einen Durchbruch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,791972,00.html
Wann endlich fangen die Staaten das Zocken an. Einfach die Staatsschulden auf Null gesetzt. Klein bis Mittelanleger bis 100.000.-€ werden bedingt der Rest Pech gehabt. Banken Pleite egal wir haben ja noch die VOlks und Raiffeisen und die Sparkassen.
2. Sollen doch mal halblang machen
Steff-for 15.10.2011
Sollten diese Länder mal ganz still sein, haben sie doch mit ihrer Billigpreisoffensive dazu geführt, dass Produkte hierzulande nicht mehr rentabel produziert werden können. In der Folge wurden Betriebe geschlossen und Menschen auf die Strasse gestellt. Jobs gibt es nur noch auf 400 Euro Basis, oder es werden sog. Fachkräfte gesucht, welche bereit sind, weit unter Tarif zu arbeiten. Jobcenter (auch Sklavenhändler genannt) haben Hochkonjunktur - Arbeitskräfte werden nur noch aus wirtschaftlicher Sicht ohne jeglichen Schutz eingestellt und je nach Bedarf von heut auf morgen wieder rausgeschmissen. Nein! China und die Geiz-ist-geil Philosophie hat uns mit das Rückrad gebrochen. Occupie Wallstreet!!!!
3. G 20 Ganoven
Hubert Rudnick, 15.10.2011
Zitat von sysopDie Erwartungen sind gewaltig: Europa soll endlich seine Schuldenkrise lösen, verlangen die wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt. Beim G-20-Treffen in Paris setzt China die Euro-Staaten*unter Druck, auch Briten und Amerikaner drängen auf einen Durchbruch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,791972,00.html
Jad die Leute auseinander, sie sollten endlich mal wieder eine ehrliche Tätigkeit nachgehen, ihre vielen Beratungen bringen der Welt nichts, sie sind dabei in allen Ländern das soziale und gesellschaftliche Gefügen zu zerstören. Diejenigen, die den Schaden angerichtet haben wollen nun auf einmal kluge Hinweise geben, wie sich die Staaten nur noch schneller in den Abgrung begeben. Macht Schluß damit, bovor alles den Bach hinuntergeht. HT
4. Keine Chance!
deltacentauri, 15.10.2011
Zitat von sysopDie Erwartungen sind gewaltig: Europa soll endlich seine Schuldenkrise lösen, verlangen die wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt. Beim G-20-Treffen in Paris setzt China die Euro-Staaten*unter Druck, auch Briten und Amerikaner drängen auf einen Durchbruch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,791972,00.html
Gegen geballte Ignoranz und Inkompetenz - das einzige, was allen handelnden Politikern gemeinsam ist - kämpfen Götter selbst vergebens!
5. Ja, Europa ist eine Weltmacht..
Baikal 15.10.2011
Zitat von sysopDie Erwartungen sind gewaltig: Europa soll endlich seine Schuldenkrise lösen, verlangen die wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt. Beim G-20-Treffen in Paris setzt China die Euro-Staaten*unter Druck, auch Briten und Amerikaner drängen auf einen Durchbruch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,791972,00.html
.. spielt mit den anderen Akteuren auf Augenhöhe, ohne den Brüsseler Firlefanz sind wir alle verloren, Barroso, Rompoy und Ashton sind das Gesicht, nur etwas mehr Macht brauchen sie noch. Welch eine Farce!
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