Trump setzt auf Einigung bei G7-Gipfel "Emmanuel war sehr hilfreich"

Nach dem ersten Tag des G7-Gipfels in Kanada scheinen die Fronten im Handelsstreit verhärtet. Doch Donald Trump und Frankreichs Präsident Macron nähren die Hoffnung auf ein doch noch versöhnliches Ende.


Der Streit um Strafzölle hat den ersten Tag des G7-Gipfels in Kanada schwer belastet. Es gebe weiter große Meinungsverschiedenheiten, berichteten Diplomaten nach den ersten Gesprächsrunden. Die Staats- und Regierungschefs selbst zeigten allerdings zumindest ein wenig Zuversicht.

"Die Dinge bewegen sich", kommentierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Verhandlungen mit den USA zum Thema Handel. Es habe bei einem ersten Gespräch der Gipfelteilnehmer eine sehr direkte und offene Diskussion gegeben, und er habe die "Bereitschaft auf allen Seiten gesehen, Übereinkünfte zu finden", sagte Macron.

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll nach Angaben von Mitarbeitern Macrons einen bilateralen Dialog zwischen den USA und der EU vorgeschlagen haben, der in den kommenden zwei Wochen auf fachlicher und politischer Ebene stattfinden soll.

Zu den G7 gehören neben den USA, Kanada und Deutschland die Länder Japan, Frankreich, Großbritannien und Italien. Zudem nehmen die EU-Spitzen an den Treffen teil.

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G7 in Kanada: Klub ohne Illusionen

Der Handelsstreit ist das Hauptthema des diesjährigen Gipfels. Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium haben bereits vor dem Treffen die Vertreter der sechs anderen Nationen erzürnt - und so die Gruppe der westlichen Industrieländer gespalten.

"Wir haben ein wirklich sehr gutes Verhältnis"

Während des Treffens im Tagungsort La Malbaie soll Trump die Zölle erneut verteidigt haben und anderen G7-Mitgliedern wie Deutschland hohe Handelsüberschüsse vorgeworfen haben. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe hingegen versucht, Trump Zahlen entgegenzuhalten, die für eine Wiederaufhebung der Zölle sprechen sollten.

Nach Angaben von Diplomaten bot Juncker zudem an, nach Washington zu reisen, um eine gemeinsame Analyse vorzubereiten und den Handelsstreit friedlich zu lösen. Die Idee sei von Trump positiv aufgenommen worden, hieß es.

Besonders interessant scheint das Verhältnis des US-Präsidenten zum französischen Staatschef Macron. Die beiden hatten im Vorfeld des Treffens auf Twitter gegeneinander gestichelt:

Am Freitag fand der US-Präsident jedoch wieder einmal warme Worte für den Franzosen: "Wir haben ein wirklich sehr gutes Verhältnis, sehr besonders", sagte Trump - und zeigte sich vorsichtig zuversichtlich, die Differenzen beim Handel beilegen zu können. "Wir arbeiten daran, und Emmanuel war hier sehr hilfreich", sagte Trump. "Es wird etwas geschehen. Ich denke, es wird sehr positiv sein." Das Gleiche, sagte Trump, gelte auch für das Freihandelsabkommen Nafta zwischen den USA, Kanada und Mexiko.

Trump glaubt nach eigener Aussage sogar an eine gemeinsame Abschlusserklärung. Andere Gipfelteilnehmer, unter ihnen die Bundeskanzlerin, hatten sich zuvor weniger zuversichtlich über das Zustandekommen eines üblichen gemeinsame Kommuniqués aller Gipfelteilnehmer geäußert. Als Option galt auch, dass es eine Gipfelerklärung ohne Beteiligung der USA geben könnte.

Hilfreich bei den weiteren Verhandlungen am Samstag könnte sein, dass der US-Präsident selbst nicht mehr dabei sein wird. Trump plant, schon nach dem Arbeitsfrühstück zum Thema Geschlechtergerechtigkeit vorzeitig abzureisen. Er wird direkt nach Singapur fliegen, wo er am Dienstag mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einem historischen Gipfel zusammentrifft.

stk/dpa/AFP/Reuters



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David Dennison 09.06.2018
1. Fair trade!
Bei doppelt so hohen Zöllen in die EU, wie in die USA muss ein Ausgleich geschaffen werden. Ausserdem ist der deutsche Exportüberschuss Gift für den deutschen Arbeitnehmer: Stichwort Niedriglohnsektor. Es ist erfrischend zu beobachten, wie Donald Trump diesen planlosen Politikern alla Merkel die Maske vom Gesicht reisst und sie so zeigt wie sie wirklich sind: unfähig, ideenlos und überfordert.
Listkaefer 09.06.2018
2. Man kann es nicht fassen!
Dieser US-Präsident ist beeinflussbar wie ein kleines Kind. Emmanuel lobt ihn, das schmeichelt ihm und er ändert die Weltpolitik. Insoweit ist der Mann, wenn auch skrupellos, brutal und sprunghaft, berechenbar. Ein selbstverliebter Narzisst. Dieses Niveau ist bedenklich unreif. Und der Mann hat einen Atomkoffer.
espressotime 09.06.2018
3.
Natürlich will Trump die EU Spalten und geht auf die Länder ein, wo er es zu spüren bekommt, dass sie härter sich durchsetzen werden und ihn trotzdem umschmeicheln. Merkel wird es nicht tun, deshalb gesteht Trump seinen Misserfolg gegenüber Deutschland nicht ein, weil nach seiner Meinung Deutsch in der EU die treibende Kraft ist.
Klarstellung 09.06.2018
4. Handelsstreit
Niemand kann ein Interesse an einem Handelskrieg haben, es wird nur Verlierer dies und jenseits des Atlantiks geben. Trump exekutiert nur seine Wahlversprechen die er gegeben hat, insofern wird noch einiges kommen und immerhin engagiert er sich für sein Land. Über den ruppigen Ton und die generelle Umgangsform kann man zu Recht streiten, in der Sache hat er leider nicht ganz Unrecht. Es besteht ein großes Ungleichgewicht zwischen Im und Exporten in die USA.
mirage122 09.06.2018
5. "Sinnvolle" Reise
Wie gut, dass unsere Frau Merkel sich mit den wichtigsten Politikern der Welt getroffen hat. Vielleicht wertet sie das ja enorm auf. So sieht sie das wahrscheinlich selbst. Wenn man so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, fällt einem selbst vermutlich har nicht auf, wie sehr Donald Trump sie an den Rand gedrängt hat. Dafür hat er ein besonders glückliches Händchen: Seine offensichtliche Sympathie für Macron ist für Deutschland ein Affront sondergleichen. Aber in so einem Luxus-Hotel in traumhafter Umgebung zu wohnen, genügt ihr wahrscheinlich schon. Uns aber nicht!
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