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Unbezahlte Rechnungen: Gazprom droht Ukraine mit neuem Lieferstopp

Pipelines in der Ukraine: Drohender Lieferstopp Zur Großansicht
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Pipelines in der Ukraine: Drohender Lieferstopp

Wenn Kiew nicht zahlt, dreht Moskau den Gashahn zu: Gazprom-Chef Alexei Miller hat der ukrainischen Regierung ein Ultimatum gestellt. Schon in zwei Tagen könnte der russische Energieriese seine Lieferungen stoppen.

Moskau - Das russische Energieunternehmen Gazprom droht, der Ukraine den Gashahn abzudrehen, wenn diese nicht innerhalb von zwei Tagen neues Geld überweist. Die Ukraine habe nur noch 219 Millionen Kubikmeter Gas übrig, für die bereits bezahlt wurde, teilte Konzernchef Alexei Miller mit. Die Ukraine bezieht ihr Gas gegen Vorkasse und hat laut Gazprom ihre nächste anstehende Zahlung noch nicht überwiesen.

Das noch übrige Gas würde gerade reichen, um den Bedarf für zwei Tage zu decken. Sollte es danach zu einem Lieferstopp kommen, "könnte dies auch Auswirkungen auf die europäische Energieversorgung haben", teilte Miller mit.

Der staatliche ukrainische Gaskonzern Naftogaz beschuldigte dagegen Gazprom, bereits bezahltes Gas nicht zu liefern. Man habe am 19. Februar 114 Millionen Kubikmeter Gas bestellt, aber nur 47 Millionen erhalten, heißt es in einer Stellungnahme vom Dienstag. Man verlange dafür eine Erklärung.

Die EU deckt rund zwei Drittel ihres Gasverbrauchs aus Importen. Russland ist der größte Lieferant und stellt knapp ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases. Davon wiederum fließt rund die Hälfte durch die Ukraine.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Streit um Gaslieferungen zwischen der Ukraine und Russland gegeben. 2014 entwickelte sich nach den politischen Unruhen um die Krim und die Ostukraine ein besonders heftiger Konflikt, durch den letztlich auch in Europa Versorgungsengpässe drohten. Für sechs Monate hatte Gazprom der Ukraine seinerzeit den Gashahn zugedreht.

Ende Oktober 2014 konnte der damalige EU-Energiekommissar Günther Oettinger eine solche Krise gerade noch abwenden. Allerdings löste der seinerzeit ausgehandelte Kompromiss nur die kurzfristigen Gasprobleme der Ukraine. Über die Grundlage für langfristige Lieferungen indes liegen Moskau und Kiew weiter im Clinch.

Gas aus Ex-Sowjet-Staaten

Die EU versucht seitdem ihre Energiequellen zu diversifizieren. Entsprechende Strategien finden sich in ihrem Konzept für eine EU-Energieunion, das am Mittwoch offiziell vorgestellt werden soll. Brüssel setzt dabei auch auf politisch fragwürdige Lösungen: Noch im laufenden Jahr soll es nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der EU, Turkmenistan und Aserbaidschan über neue potenzielle Gaslieferungen geben.

Die Pläne sind teils umstritten. Turkmenistan besitzt zwar eines der weltgrößten Gasvorkommen; der Ex-Sowjet-Staat ist aber auch eine Diktatur und zählt laut Transparency International zu den zehn korruptesten Nationen der Erde. Aserbaidschan belegt in einer Ranglisteder Organisation Reporter ohne Grenzen zum Thema Pressefreiheit Platz 162 von 180.

Das MoU mit den Ex-Sowjet-Staaten ist Teil eines Pakets zur Steigerung der "Widerstandsfähigkeit" der europäischen Gasversorgung, das die EU bis 2016 entwickeln wolle. Dabei sollen auch Partnerschaften mit Norwegen, den USA und Kanada intensiviert werden und neue mit Algerien, der Türkei, dem Nahen Osten und afrikanischen Länder ausgelotet werden.

Die 28 EU-Mitgliedstaaten wollen gegenüber den Gaslieferanten zudem geschlossener auftreten, Abkommen mit Lieferländern sollen der EU-Kommission künftig vorab vorgelegt werden. Die EU hat sich in diesem Punkt offenbar gegen die Bundesregierung durchgesetzt. Nach deren Ansicht ist es mit der Liberalisierung des europäischen Gasmarktes nicht vereinbar, die Einkäufe zu zentralisieren.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 123 Beiträge
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1. Was ist daran so schlecht?
michau2000 24.02.2015
Bei einem normalen Bürger ist auch so. zahle ich meine Rechnungen nicht, erhalte ich kein Strom. ich geh auch nicht einkaufen ohne Geld. Russland macht schon richtig. erst die Kohle dann dir Ware. ich frage mich warum Russland die Gaspreise einfach nicht erhöht als Gegensanktion für EU und Ukraine?
2. wollen mal sehen was dann passiert
pevoraal 24.02.2015
Lieferung gestoppt, europaeische Lieferungen kommen durch die Ukraine oder auch nicht. Ich vermute fast das dann unerklaerbare Verluste auftreten werden. Danach werden wir wieder Millionen an die Ukrapne ueberweisen und alles ist gut. Halt ich vergass due Ukraine muss natuerlich in die EU. Dann wird es auch einfacher Gelder bereitzustellen und die Ukraine kann die Rechnungen zahlen. Ups das machen ja wir dann weiterhin. Irgendwo sehe ich da keinen Plan.
3. Nun ja,
n.nixdorff 24.02.2015
egal ob berechtigt oder nicht, rächt sich nun, dass sowohl in der Ukraine als auch in der EU immer noch nicht ernsthaft nach Alternativen gesucht wurde. Es sollte uns aber ein Leichtes sein, ggf. die Ukraine von hier aus mit Gas zu versorgen. Die Speicher sind zwar nicht ganz voll. Aber was wir haben, reicht allemal für den Rest des Jahres. Gazprom mag die Weiterleitung russischen Gases in irgendwelchen Lieferverträgen untersagt haben. Das ist aber egal, denn wir bekommen ja 2/3 aus anderen Quellen und damit dürfen wir tun was wir wollen. Mittelfristig muss Deutschland und die EU mehr auf Flüssiggasterminals setzen, nur so können wir auf Dauer unabhängig von russischen Lieferungen werden.
4. Verstehe ich nicht?
christian0061 24.02.2015
Wieso stellt sich Russland jetzt schon wieder so an, wegen der paar Milliarden? Die Ukraine ist doch ein befreundetes Land und es gibt keinerlei Kritik an Russland und Russlands wirtschtliche und politische Beziehungen zum Westen ( der Ukraine) sind doch hervorragend. Mann, sind die kleinlich!
5.
stelzenlaeufer 24.02.2015
Die Medien vergessen immer wieder gerne dass Deutschland einen direkten Gasanschluss nach Russland hat, schön an der Ukraine vorbei. Nennt sich Northstream.
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