Gaza-Konflikt Briten prüfen Stopp aller Waffenlieferungen nach Israel

Israels hochgerüstete Armee importiert seine Waffen auch aus Großbritannien - doch womöglich nicht mehr lange: Wegen der Gewalt im Gaza-Konflikt stellt die britische Regierung alle Rüstungsgeschäfte mit Jerusalem infrage.

Israelische Soldaten auf Panzer: Waffenlieferung
REUTERS

Israelische Soldaten auf Panzer: Waffenlieferung


London/Tel Aviv - Als Reaktion auf die anhaltende Gewalt im Nahost-Konflikt erwägt Großbritannien, alle Waffenlieferungen an Israel zu stoppen. Das bestätigte eine Sprecherin von Premierminister David Cameron.

Laut einem Bericht des britischen Parlaments vom Juli beläuft sich der Wert der Lieferungen, die von der Regierung in London noch genehmigt werden müssen, auf mehr als 7,8 Milliarden Pfund - das entspricht rund 9,8 Milliarden Euro. Dazu gehört der Export von Schutzwesten, Drohnen-Komponenten und Raketenteilen. Die oppositionelle Labour-Partei hatte Cameron vorgeworfen, die israelische Militäroffensive gegen die aus dem Gaza-Streifen operierende Hamas nicht energisch genug zu verurteilen.

Der Handel mit Rüstungsgütern war in den letzten Jahren weltweit angestiegen - um insgesamt 14 Prozent. Deutschlands Ausfuhren gingen im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2004 und 2008 zuletzt jedoch um fast ein Viertel zurück. Die Bundesrepublik blieb zwischen 2009 und 2013 allerdings der bedeutendste Lieferant von U-Booten und war nach Russland zweitgrößter Exporteur von Panzern. Hauptabnehmer deutscher Rüstungsgüter waren die USA, Griechenland - und Israel.

mxw/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.