Gegen 22 Ziffern Schäuble kämpft für kurze Kontonummern

Geht es nach der EU, sollen bald alle Bürger Kontonummern mit 22 Ziffern verwenden. Doch Finanzminister Schäuble will da nicht mitmachen. Innerhalb Deutschlands sollen die bislang genutzten Kombinationen gültig bleiben.

Überweisungsträger: Kontonummern mit 22 Ziffern
dpa

Überweisungsträger: Kontonummern mit 22 Ziffern


Berlin - Der Finanzminister probt den Aufstand gegen die EU: Wolfgang Schäuble (CDU) will sich laut "Süddeutscher Zeitung" dafür einsetzen, dass die Deutschen ihre aktuellen Kontonummern behalten dürfen. Die EU plant ab 2013 die verpflichtende Einführung des internationalen Zahlungssystems Sepa. Dabei müssen sich die Kunden eine 22-stellige Kontonummer (Iban) und einen elfstelligen Bankcode (Bic) merken.

Die Pläne stießen in Deutschland auf massive Kritik, viele würden von den Zahlenkolonnen überfordert werden, hieß es. Darum sollen nun "zur Abwicklung rein nationaler Zahlungsvorgänge" die alten Kontonummern und Bankleitzahlen "weiterhin möglich bleiben", heißt es in einem Schreiben von Schäubles Staatssekretär Steffen Kampeter, aus dem die "SZ" zitiert.

"Wir wollen, dass die Interessen der Verbraucher nicht zu kurz kommen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Zeitung. Für die Kunden seien die langen Zahlen kompliziert, sie erforderten "deutlich mehr Aufwand und Konzentration beim Ausfüllen einer Überweisung".

Verbraucherschützer warnen zudem davor, dass die Gefahr von Zahlendrehern und damit fehlgeleiteten Überweisungen steige. Je länger eine Zahl sei, umso leichter verschreibe man sich nun mal, sagte Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen der "SZ". Eine Überweisung sei außerdem nicht mehr rückgängig zu machen, wenn sie einmal abgeschickt wurde. Dafür müsse sich der Kunde dann an den falschen Empfänger wenden - "auf eigenes Risiko und eigene Kosten", kritisierte Pauli.

Das Ministerium schlägt nun vor, dass die Kunden auch in Zukunft ihre vertrauten Zahlen verwenden, die Banken diese aber automatisch in Iban und Bic umrechnen, sagt die Sprecherin. Technisch sei das möglich.

cte/ddp



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 74 Beiträge
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Seite 1
Walter Sobchak 13.08.2010
1. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
wozu bitte 22 Nummern? Ich kann mir meine 6 schon nicht merken.
dirkgruenwald 13.08.2010
2. Echt?
Zitat von Walter Sobchakwozu bitte 22 Nummern? Ich kann mir meine 6 schon nicht merken.
Dann tun Sie mir aber noch nicht einmal leid. Denn es immer das gleiche Theater. ob. Vorwahlnummern, Postleitzahlen, PIN-Codes usw., immer kommen Politiker und andere Klugscheisser und wollen etwas verhindern, was eigentlich nur praktisch ist. Europa ist nun einmal groß und da braucht es eben lange Kontonummer. Ich denke, daß sich nach ein paar Wochen des Umgangs damit, dieses Thema sich erledigen dürfte. Und wenn man sieht, wie schnell und zuverlässig die SEPA-Überweisungen sind, dann fragt man sich, was die Banken eigentlch früher mit dem Geld getrieben haben. Herr Schäuble soll einmal den Haushalt verfassungsgemäß gestalten und .die Schulden zurückführen. Um Kontonummern sollte sich Herr Schäuble nicht kümmern.
c++ 13.08.2010
3. .
Rente mit 70, 22stellige Kontonummer - gibt nicht mal wenigstens eine vernünftige Idee aus Brüssel? Das liegt vermutlich daran, dass dort ein Heer von Bürokraten aus 27 Ländern versorgt werden müssen, und die fangen dann an, sich Vorschriften auszudenken. Ein drastischer Personalabbau bei der EU würde solchen Unsinn stoppen.
Hochwuerden 13.08.2010
4. Lächerlich
Innerhalb Luxemburgs sind IBAN/BIC schon lange Standard, innerhalb der Schweiz sind alte Konto-Nummern oder IBAN parallel nach Wahl nutzbar. Lezteres wäre für die ach so überforderten Deutschen auch eine alternative, aber Schäuble ist schon zu verknöchert.
nobby_l 13.08.2010
5. Einheitlich
Zitat von sysopGeht es nach der EU, sollen bald alle Bürger Kontonummern mit 22 Ziffern verwenden. Doch Finanzminister Schäuble will da nicht mitmachen. Innerhalb Deutschlands sollen die bislang genutzten Kombinationen gültig bleiben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,711619,00.html
Für den internationalen Zahlungsverkehr ist das zwingend notwendig. Außerdem entfällt dafür die Bankleitzahl. Warum sollten wir zwei Verfahren haben?
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