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Gehälter: EU-Kommissarin prangert ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen an

Frauenbewegungen und Gleichstellungsbeauftragte führen den Kampf schon seit langem vergeblich: Frauen verdienen bei gleicher Leistung regelmäßig deutlich weniger als Männer. In Deutschland ist das Missverhältnis besonders krass. Das will EU-Kommissarin Viviane Reding jetzt ändern.

EU-Kommissarin Reding: "Ich erwarte mehr Ambition und Tatendrang" Zur Großansicht
DPA

EU-Kommissarin Reding: "Ich erwarte mehr Ambition und Tatendrang"

Berlin - Die EU-Kommissarin für Justiz und Grundrechte, Viviane Reding, schaltet sich in die Gehälterdebatte ein. Sie kritisierte insbesondere die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland. Es sei "inakzeptabel", dass Frauen hier zu Lande durchschnittlich 23,2 Prozent weniger verdienten als Männer, sagte Reding der Zeitung "Die Welt". Der EU-Durchschnitt liege bei 18 Prozent. Nach jüngsten EU-Statistiken ist die Ungleichheit bei der Bezahlung von Männern und Frauen nur in Österreich, den Niederlanden, Zypern, Tschechien und Estland größer.

Nach Ansicht Redings könnte ein Ende der Lohnunterschiede in Deutschland zu einem Anstieg von rund 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts führen. "Deutschland ist eines der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Länder und sollte mit gutem Beispiel vorangehen, anstatt Nachzügler zu sein. Ich erwarte mehr Ambition und mehr Tatendrang", sagte die Luxemburgerin.

In der EU hätten sich die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern in den vergangenen 15 Jahren kaum verringert, in einigen Ländern hätten sie sogar zugenommen, kritisierte Reding. "In der derzeitigen Krisensituation kann sich Europa eine solche Lohndifferenz nicht leisten." Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sei eines der ältesten Rechte und Werte, die auch in den Europäischen Verträgen verankert seien.

Reding kündigte an, möglichst schnell gegen die ungleiche Einkommensentwicklung von Männern und Frauen vorzugehen. "Zusammen mit den Mitgliedstaaten werde ich mich bemühen, die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in der EU bis zum Ende meiner Amtszeit in dieser Kommission deutlich zu verringern".

mik/AFP/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 85 Beiträge
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1. .
stormking, 05.03.2010
Zitat von sysopFrauenbewegungen und Gleichstellungsbeauftragte führen den Kampf schon seit langem vergeblich: Frauen verdienen bei gleicher Leistung regelmäßig deutlich weniger als Männer. In Deutschland ist das Missverhältnis besonders krass. Das will EU-Kommissarin Viviane Reding jetzt ändern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681866,00.html
Wie oft soll diese Lüge denn noch verbreitet werden?
2. Jaja
retmar 05.03.2010
Zitat von sysopFrauenbewegungen und Gleichstellungsbeauftragte führen den Kampf schon seit langem vergeblich: Frauen verdienen bei gleicher Leistung regelmäßig deutlich weniger als Männer. In Deutschland ist das Missverhältnis besonders krass. Das will EU-Kommissarin Viviane Reding jetzt ändern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681866,00.html
Und täglich grüsst das Murmeltier. Deutschland ist aber auch ein unglaublich frauenfeindliches Land! Die unzähligen Prozesse vor den Arbeitsgerichten, die unendlichen Kämpfe unserer lieben Frauenbeauftragtinnen und Gewerkschaften dafür, dass ENDLICH die reaktionären Frauentarife abgeschafft werden MÜSSEN, sollen endlich Früchte tragen! In diesem Sinne: Waidmannsfrau heil, heil, heil!
3. Erfahrung
pi.daun, 05.03.2010
Zitat von sysopFrauenbewegungen und Gleichstellungsbeauftragte führen den Kampf schon seit langem vergeblich: Frauen verdienen bei gleicher Leistung regelmäßig deutlich weniger als Männer. In Deutschland ist das Missverhältnis besonders krass. Das will EU-Kommissarin Viviane Reding jetzt ändern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681866,00.html
Meine persönliche Erfahrung ist genau umgekehrt: Bei ähnlicher Tätigkeit werden Frauen (wenn sie sich bewerben!) wesentlich eher befördert und verdienen dann mehr. Ich würde gerne mal ein paar Beispiele für die Behauptung kennenlernen. Typischerweise werden Personen gleicher Ausbildungskategorien verglichen, also Akademiker mit Akademikerinnen. Das sind dann Ingenieure und Sozialabeiterinnen.
4. Altbekannt
Takana 05.03.2010
---Zitat--- Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, myne Fru de Ilsebill will nich so, as ik wol will: ---Zitatende---
5. .
annalüse 05.03.2010
Zitat von sysopFrauenbewegungen und Gleichstellungsbeauftragte führen den Kampf schon seit langem vergeblich: Frauen verdienen bei gleicher Leistung regelmäßig deutlich weniger als Männer. In Deutschland ist das Missverhältnis besonders krass. Das will EU-Kommissarin Viviane Reding jetzt ändern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681866,00.html
Fragt sich nur wie sie das ändern will? Eines der Probleme diesbezüglich ist doch, dass man normalerweiwse nicht weiß, was die Kollegen verdienen, so dass für die einzelne Person schon schwer ist, Lohndiskriminierung überhaupt zu erkennen. Ich habe 5 Jahre in derselben Firma gearbeitet, bis ich durch Zufall erfahren habe, dass mein männlicher Kollege wesentlich mehr als ich verdient. Ich bin damals zur Frauenbeauftragten gegangen, um mich zu informieren, was ich dagegen unternehmen kann (nachdem mein Chef mich abgebügelt hat). Das Ergebnis war, dass ich besser informiert war als die Frauenbeauftragte und sie mir nur vorgejammert hat, dass sie solche Fälle täglich auf den Tisch kriegt und man dagegen gar nichts machen kann. Man fragt sich, wofür es überhaupt Frauenbeauftragte gibt, denn ich habe noch nie gehört, dass die mal irgendwem irgendwie handfest weitergeholfen hätten :-(((
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