Überweisungen Ausländische Arbeitnehmer schicken mehr Geld in die Heimat

Geldsendungen von Migranten in ihre Heimat sind wichtiger als Entwicklungshilfe. In Deutschland ist ihre Summe zuletzt stark gestiegen - auch durch syrische Flüchtlinge.

Flüchtlinge in einem Ausbildungszentrum in Leipzig (Archivbild)
DPA

Flüchtlinge in einem Ausbildungszentrum in Leipzig (Archivbild)


Die Überweisungen ausländischer Arbeitnehmer aus Deutschland in ihre Heimat sind deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr überwiesen Migranten 1,5 Milliarden Euro mehr in ihre Heimat als noch 2015, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf Zahlen der Bundesbank. Damit sei die Summe um ein Drittel auf insgesamt 4,6 Milliarden Euro gewachsen.

Dem Bericht zufolge wurde das Geld vor allem in Hauptherkunftsländer von Flüchtlingen und europäische Länder geschickt, aus denen in den vergangenen Jahren besonders viele Arbeitsmigranten nach Deutschland gekommen sind. Überwiesen syrische Arbeitnehmer vor zwei Jahren noch 18 Millionen Euro nach Hause, waren es 2017 bereits 152 Millionen Euro.

Auch rumänische Arbeitnehmer in Deutschland schickten mehr Geld an Familie und Freunde: Dort stieg die Summe laut der Zeitung binnen zweier Jahre von 115 Millionen Euro auf 333 Millionen Euro.

Die Überweisungen von ausgewanderten Bürgern spielen für die Wirtschaft vieler Länder eine wichtige Rolle. Nach Angaben der Weltbank ist ihre Summe rund drei Mal so hoch wie die gesamte Entwicklungshilfe.

dab/dpa



insgesamt 105 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
chrismuc2011 05.09.2018
1.
Zitat: "Geldsendungen von Migranten in ihre Heimat sind wichtiger als Entwicklungshilfe" Geldsendungen von Migranten mögen höher sein als Entwicklungshilfe, aber sie werden für den täglichen Bedarf verbraucht. Entwicklungshilfe, richtig eingesetzt, kann oder besser sollte ein ganzes Land neu ausrichten. Danit in Zukunft Geldsendungen der Verwandten nicht mehr nötig sind. Zumal sie ja, im Idealfalle, wieder in Ihre Heimat zurückkehren und dort mit Ihrem Fachwissen Ihr Land stärken und voranbringen werden. Aber als reicher Verwandter, der in Deutschland lebt, ausfallen werden.
scgtef 05.09.2018
2.
Haben die Leute Geld übrig, obwohl die Lebenshaltungskosten in D recht hoch sind? Ist das Wohnen doch nicht so teuer und die Löhne doch nicht so niedrig? Vielleicht wird ja im Ausland mit diesem Geld eine bessere Struktur aufgebaut?
so-long 05.09.2018
3. ???
Zitat von chrismuc2011Zitat: "Geldsendungen von Migranten in ihre Heimat sind wichtiger als Entwicklungshilfe" Geldsendungen von Migranten mögen höher sein als Entwicklungshilfe, aber sie werden für den täglichen Bedarf verbraucht. Entwicklungshilfe, richtig eingesetzt, kann oder besser sollte ein ganzes Land neu ausrichten. Danit in Zukunft Geldsendungen der Verwandten nicht mehr nötig sind. Zumal sie ja, im Idealfalle, wieder in Ihre Heimat zurückkehren und dort mit Ihrem Fachwissen Ihr Land stärken und voranbringen werden. Aber als reicher Verwandter, der in Deutschland lebt, ausfallen werden.
Entwicklungshilfe hat schon immer die Taschen der jeweiligen „Eliten“ gefüllt, beim gemeinen Volk kommt da nicht so viel an. Die Direktüberweisungen landen wenigstens direkt „ beim Volk“. Erstaunlich ist, dass Flüchtlinge anscheinend genug Geld übrighaben, um dieses in die Heimat zu senden. Dies zeigt deutlich, wie wirtschaftlich attraktiv D für diese Leute ist. Selbst wenn keiner bezahlten Arbeit nachgegangen wird.
4magda 05.09.2018
4.
Ist auch völlig verständlich. Gerade das zeigt die sinnlose Diskussion bzgl. der Integration usw.. Auch die früheren Gastarbeiter wollten sich nicht "integrieren" lassen. Sie kamen nach Deutschland weil es hier nach dem Krieg Arbeit gab, mit der sie ihre Familie unterstützen und für diese eine Existenz aufbauen konnten (berühmte Hotel am Badestrand). Darum sollte man nicht alle Menschen "zwangsintegrieren" sondern einfach ihre Motivation hinterfragen, warum sie hier sind. Und ihre dann geäußerten wirklichen Motivationen sind durchaus legitim und aus Sicht dieser Menschen verständlich. War schon bei den Gastarbeitern aus Italien, Türkei, Griechenland in den 1960-iger Jahren so.
Ein_denkender_Querulant 05.09.2018
5. Gute Entwicklung
Ich betreute die letzten Jahre einen indischen Studenten bei uns. Auch im Stidium, alös er von lächerlichen 550,-€ im Monat lebte, übererwies er jeden Mionat 150,-€ in das Waisenheim in seinem Dorf. Jetzt arbeitet er als erträglich verdienende Ingenieur, spendet mehr und will in 3-7 Jahren zurück in Sein Dorf und mit dem gesparten Geld ein paar Kindern seines Dorfes ein Studium in Indien ermöglich. So funktionuiert Entwicklungshilfe. Parallel wird er dann im Handel zwischen Indien und Deutschland arbeiten. Alle Seiten gewinnen. So kommt die Welt Stück für Stück zusammen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.