Reaktion auf "Panama Papers" EU verschärft Geldwäsche-Richtlinien

Als Reaktion auf die Panama-Papers-Affäre und Anschläge in Paris und Brüssel geht die EU nun härter gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung vor: EU-Bürger sollen künftig erfahren, wer hinter Briefkastenfirmen steckt.

EU-Parlament in Straßburg
AP

EU-Parlament in Straßburg


Die EU geht härter gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung vor. Als Reaktion auf die Panama-Papers-Affäre und Anschläge in Paris und Brüssel stimmte das EU-Parlament einer Verschärfung der entsprechenden EU-Richtlinie zu.

Künftig bekommen EU-Bürger damit das Recht zu erfahren, wer der wahre Eigentümer und Profiteur von Unternehmen ist. Briefkastenfirmen, die gegründet wurden, um Geld zu waschen, Steuern zu vermeiden oder Vermögen zu verstecken, sollen so bekämpft werden.

Mit den neuen Vorschriften soll auch der Anonymität bei Geldgeschäften im Internet der Kampf angesagt werden, die zum Beispiel Terroristen ausnutzen könnten. Umtauschplattformen für Kryptowährungen wie Bitcoin müssen künftig ihre Kunden kontrollieren. Diese Plattformen müssen außerdem zugelassen oder eingetragen sein.

"Richtige Antwort auf Steuerflucht und Steuervermeidung"

Vertreter des Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich bereits im Dezember 2017 auf eine gemeinsame Linie für die Regelverschärfung geeinigt. Die EU-Länder haben nach Inkrafttreten der Richtlinie dann 18 Monate Zeit, um die neuen Vorschriften in nationales Recht umzusetzen.

"Geldwäscher und Steuervermeider scheuen Transparenz wie der Teufel das Weihwasser", sagte der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold. "Die neuen Regeln zur Bekämpfung der Geldwäsche sind die richtige Antwort auf Steuerflucht und Steuervermeidung."

Dubiose Finanztransaktionen würden künftig deutlich erschwert, teilte der konservative Abgeordnete Krisšjanis Karinsš mit, der den Kompromiss mit ausgehandelt hatte.

brt/dpa

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theodtiger 19.04.2018
1. Langsam aber stetig
Wenn es auch langsam geht, die EU bringt die Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerflucht vorran - wo Einzelstaaten scheitern müssten. Auch dafür brauchen wir sie. Ansonsten ist die finanzielle Souveränität der Mitgliedstaaten langfristig nicht zu sichern. Dafür sollte auch mehr gegen das ruinöse Steuerdumping (auch in Bezug auf Internetkonzerne) getan werden.
Brave 19.04.2018
2. Vielleicht mal mehr
Vor der eigenen Haustür anfangen! Beweislastumkehr einführen wie in Italien. Sonnenstudios, Döner Buden, Wettbüros etc. mal mehr auf Watch nehmen. Umsätze nachweisen lassen etc. Da geht noch viel mehr wenn ich sehe was für Personen mit was für Autos so täglich an mir vorbei fahren.
malung99 19.04.2018
3.
Zitat von BraveVor der eigenen Haustür anfangen! Beweislastumkehr einführen wie in Italien. Sonnenstudios, Döner Buden, Wettbüros etc. mal mehr auf Watch nehmen. Umsätze nachweisen lassen etc. Da geht noch viel mehr wenn ich sehe was für Personen mit was für Autos so täglich an mir vorbei fahren.
Und was, bitte schön, haben Sonnenstudios, Döner Buden etc. mit Geldwäsche zu tun? Was sehen Sie denn täglich an sich vorbei fahren? Immer nur Türken im dicken Benz? Ist es das, was Sie aufregt. Hat das vielleicht etwas mit Neid zu tun?
at.engel 19.04.2018
4.
"Als Reaktion ...geht die EU nun härter gegen Geldwäsche vor." Es wäre halt mal schön, wenn diese Typen in Brüssel auch mal etwas aus Überzeugung tun würden - nicht nur als Reaktion auf irgendwelche peinlichen Geschichten, Morde oder ähnliches - und nicht nur die EU dazu benutzen würden, die Interessen irgendwelcher Lobbys durchzusetzen. Da müsste man nämlich schon mal in der EU selbst anfangen. Das, was da in Zyprn, Malta den anglonormanischen Inseln, Luxemburg oder sonst wo passiert, ist doch blanker Hohn... Wenn dann auch noch jemand wie Juncker Präsident der EU-Kommision ist, fühlt man sich als durchschnittlicher EU-Bürger so ähnlich wie zu Zeiten, als Lybien unter Gadaffi in den UNO-Menschenrechtsrat gewählt worden ist... Selbst als überzeugter Europäer kann man die EU in solchen Fragen einfach nicht ernst nehmen.
miroslav_jurčo 20.04.2018
5. Pana
Wenn sich die Zusammenarbeit des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates auf einem solchen Niveau befindet, werden keine Gesetze wirksam sein. In dem Video ist der Berichtsentwurf der EP - PANA Investigation Commission zu sehen. https://youtu.be/x7et2mbFbUo Eine grundlegende Aufgabe sollte der Wiederaufbau der Zollunion sein. Jährlich werden mindestens 499 Mrd. EUR an Einfuhren aus Drittländern weitergegeben. Details unter: https://miroslavjurco.blogspot.sk/ https://twitter.com/miroslavjurco1?lang=sk
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