Gemeinsame Anleihen: Bayern boykottiert Deutschland-Bonds

Das Bundesland Bayern wird sich nicht an den geplanten gemeinsamen Anleihen von Bund und Ländern beteiligen. Das teilte das Münchner Finanzministerium mit. Damit wäre die Einführung der sogenannten Deutschland-Bonds gefährdet.

Berlin - Deutschland-Bonds? Ohne uns! So lautet die Devise im größten deutschen Bundesland Bayern. "Wir beteiligen uns nicht an den geplanten Bund-Länder-Anleihen", sagte ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit ist die im vergangenen Jahr verabredete gemeinsame Bund-Länder-Anleihe, die die Finanzagentur bereits in ihrem Auktionskalender für 2013 angekündigt hat, immer stärker gefährdet. Auch andere große Bundesländer wie Niedersachsen haben dem Projekt bereits eine Absage erteilt. "Die Deutschland-Bonds sind für uns nicht wirtschaftlich, weil wir uns anders am Kapitalmarkt finanzieren können", heißt es nun aus Bayern.

Das ist ein herber Rückschlag für die Pläne. Denn attraktiv wäre eine Gemeinschaftsanleihe wohl vor allem, wenn sie auf ein großes Volumen käme. Deshalb fordern gerade finanzschwache und kleine Bundesländer Deutschland-Bonds, weil sie dadurch günstiger an Kredite kommen wollen. Umstritten ist zudem die Frage der Haftung. Während Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) eine Gesamthaftung des Bundes fordert, will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nur für die Bundes-Tranche bei einer gemeinsamen Anleihe haften.

In unionsgeführten Bundesländern gibt es trotz der Haltung Schäubles die Sorge, dass durch die Einführung von Deutschland-Bonds auch die Debatte über gemeinsame Anleihen der Euro-Zone befeuert werden könnte. Die Bundesregierung lehnt Euro-Bonds ab.

stk/Reuters

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insgesamt 45 Beiträge
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1. So ein Pech aber auch,
besserbescheidwisser 04.01.2013
Zitat von sysopDas Bundesland Bayern wird sich nicht an den geplanten gemeinsamen Anleihen von Bund und Ländern beteiligen. Das teilte das Münchner Finanzministerium mit. Damit wäre die Einführung der sogenannten Deutschland-Bonds gefährdet. Gemeinsame Anleihen: Bayern boykottiert Deutschland-Bonds - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gemeinsame-anleihen-bayern-boykottiert-deutschland-bonds-a-875777.html)
jetzt machen die egoistischen und unsozialen Bayern nicht mit. Was erlauben die sich? Frau Kraft hat wahrscheinlich die erhofften günstigen Kredite , schon fest im neuen Haushalt einkalkuliert. Dadurch sind ausschließlich Seehofer und seine CSU-Bagage schuld wenn in Ländern wie NRW die Schulden weiter steigen.
2. Eurobonds sind doch schon durch die Hintertür
haaf 04.01.2013
eingeführt. Taget - Kredite, Anleihenaufkäufe der EZB, sowie ESM sind nichts anderes als günstige Eurobonds, wofür die BRD mit 740 Milliarden haftet. Deshalb braucht es dringend einen Politikwechsel zur Wahlalternative 2013. Informieren Sie sich: www.wa2013.de
3. Haftungen und Interessen...
glücklicher südtiroler 04.01.2013
Zitat von sysopDas Bundesland Bayern wird sich nicht an den geplanten gemeinsamen Anleihen von Bund und Ländern beteiligen. Das teilte das Münchner Finanzministerium mit. Damit wäre die Einführung der sogenannten Deutschland-Bonds gefährdet. Gemeinsame Anleihen: Bayern boykottiert Deutschland-Bonds - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gemeinsame-anleihen-bayern-boykottiert-deutschland-bonds-a-875777.html)
In Deutschland wird es auch langsam interessant. Jene schleichenden Desintegrationssyndrome die bisher Krisenstaaten wie Spanien und deren ethnische Teilgebiete wie Katalonien und Baskenland getroffen haben, erreichen nun jetzt langsam Deutschland. Jene Bundesländer die sich so und anders zu günstigen Konditionen refinanzieren können und somit nicht den Bund brauchen, haben kein Interesse an Anleihen wo sie defacto mit Bundesländern aus dem Norden und Osten mithaften. Solidarität und nicht zuletzt auch ethnische Gemeinsamkeit können das auch nicht mehr ausbremsen&übertünchen; geschweige denn also wenn wie in Spanien ethnisch-sprachliche Unterschiede mit wirtschaftlichen und finaziellen Interessen eine gefährliche Melange bilden. Die Berliner mögen die Schwaben nicht; umgekehrt auch nicht; und die Schwaben würden der Berliner Politik gerne den Hahn zudrehen. Innerhalb der deutschen Konsenslandschaft wird die auch ethnische Solidarität immer dünner. In Deutschland kann nur der Bund den Deckel auf den Topf pressen und anstatt der Deutschland Bonds eigene herausgeben und dafür als Bund die Haftung übernehmen. Die starken BL haben kein Interesse an gemeinsamer Haftung; ist auch 'technisch'(und mittlerweile emotional) verständlich; die schwachen BL können(sollten) keine eigenen Anleihen herausgeben; das sollte der Bund tun... Als Südtiroler reibe ich mir derzeit ungläubig die Augen. Was emotional zwischen Deutschen derzeit abgeht passt auf keine Kuhhaut. Ein Schwabe hat es in Südtirol(selbst mit der Italienern Südtirols) sicherlich leichter als in Berlin. Es gibt bei mir genug Bundesdeutsche die in allen Sparten; von Tourismus bis Krankenhaus; arbeiten. Abgesehen von seltenen kleinen 'Reibereien' ist das Zusammenleben problemlos. In Südtirol habe ich noch nie eine Wand&Graffitis gesehen mit Deutsche/Piefke raus... Die Deutschen und ihre gesellschaftlichen Konflikte - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-deutschen-und-ihre-gesellschaftlichen-konflikte-a-875566.html) Getraue mir sogar zu sagen daß in Südtirol ein Schwabe mit einem Italiener besser klar kommt als ein Schwabe in Berlin mit Berlinern... Schian Gruaß aus Südtirol...
4.
NSR80 04.01.2013
Zitat von besserbescheidwisserjetzt machen die egoistischen und unsozialen Bayern nicht mit. Was erlauben die sich? Frau Kraft hat wahrscheinlich die erhofften günstigen Kredite , schon fest im neuen Haushalt einkalkuliert. Dadurch sind ausschließlich Seehofer und seine CSU-Bagage schuld wenn in Ländern wie NRW die Schulden weiter steigen.
Bayern hat jahrzehntelang vom Länderfinanzausgleich profitiert und versucht nun seit Jahren sich zu drücken wo es nur geht - sie haben also völlig Recht (auch wenn ihr Text vermutlich anders gemeint war). NRW ist in ebendiesem Ausgleich übrigens weit davon entfernt grösster "Nehmer" zu sein. Siehe zu all dem: Wikipedia: Länderfinanzausgleich (http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nderfinanzausgleich#Finanzvolumen)
5. zu einem der Posts ...
HansCh 04.01.2013
Der Trick zu behaupten, wir hätten schon Eurobonds ist deshalb so gefährlich, weil dann der erforderliche Widerstand gegen diese Bonds erlahmt - dies ist von den Behauptern klammheimlich gewollt, es sind meist auch diejenigen, die bis vor 10 Monaten sich noch getraut haben diese Bondes OFFEN zu fordern. Nicht alles was für unser Land in der Euro Krise Risiken birgt (und wo man sich streiten könnte ob diese Risikonahmen nötig waren um noch größere Gefahren verhindern, oder unnötig), sind Eurobonds. Eurobonds sind Anleihen von kreditbedürftigen Staaten, bei denen statt allein der Länder selbst, die Gemeinschaft der EZ Staaten Haftung dem Gläubiger gegenüber für die Rück- und Zinszahlung übernimmt. Risiko und Schaden, "zurückzahlen zu müssen", ist für die Länder am größten, bei denen die Fähigkeit etwas zahlen zu können am längsten bestehen wird: D, NL, SF, A, ... Eurobonds bieten den Anreiz zu hemmungslosen Schulden bei den Staaten, die von der alleinigen Haftung für ihre Kredite entbunden sind.
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