Genua Stararchitekt Renzo Piano will neue Brücke bauen

Sie soll tausend Jahre halten: Der Architekt Renzo Piano plant nach dem Brückeneinsturz in Genua ein Bauwerk aus Stahl. Bei der Vorstellung der Pläne kam es zu einem peinlichen Zwischenfall.

Renzo Piano (Archiv)
REUTERS

Renzo Piano (Archiv)


Der italienische Stararchitekt Renzo Piano will in Genua eine neue Brücke errichten. Damit will er auch einen Ort der Erinnerung schaffen. Das Bauwerk aus Stahl solle tausend Jahre halten. Die neue Brücke solle weiß werden und Ähnlichkeiten mit einem Schiff haben.

Sie solle kein "Monument für die Gefallenen" werden, "es wird eine nüchterne (...) Brücke sein, sicher und leicht zu warten, die tausend Jahre hält und die ganze Stadt repräsentiert", sagte er bei der Vorstellung seiner Pläne. Bei dem Brückeneinsturz Mitte August waren 43 Menschen gestorben. Für jedes Opfer soll es eine Lampe an dem Viadukt geben. Piano stammt selbst aus Genua.

Bei der Präsentation der Pläne kam es allerdings zu einer Panne: Ausgerechnet der Chef des Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia, Giovanni Castellucci, ließ versehentlich ein Teil des Modells fallen und das Plastikstück zerbrach.

Tragödie soll neue Chance bieten

Genuas Bürgermeister Marco Bucci kündigte zudem einen internationalen Wettbewerb für die Wiedererrichtung des bei der Brückenkatastrophe teilweise zerstörten Stadtteils an. "Wir wollen die Tragödie in eine große Chance für Genua verwandeln. Am Ende wird die Stadt noch schöner sein als vorher." Für den Abriss der Brückenreste müssen einigedarunter liegende Häuser zerstört werden.

Es dürfe nun nichts überstürzt werden, sagte Piano. Der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toti, will dagegen bis spätestens November 2019 einen Ersatz für den eingestürzten Polcevera-Viadukt haben. Für die Baukosten werde der Betreiber Autostrade per l'Italia aufkommen.

Gegen 20 Personen und das Unternehmen Autostrade ermittelt mittlerweile die Staatsanwaltschaft in Genua - unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Geklärt werden muss, ob Warnungen zum Zustand der Brücke ignoriert wurden.

brt/dpa/AFP

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