Gerichtsurteil Pflegepersonal an der Charité darf weiter streiken

Und es wird weitergestreikt: Das Landesarbeitsgericht Berlin hat die Arbeitsniederlegung der Pflegekräfte an der Berliner Charité für rechtlich zulässig erklärt. Die Universitätsklinik wollte den Streik untersagen lassen.

Krankenpfleger an der Berliner Charité (Archivbild): Streik rechtlich zulässig
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Krankenpfleger an der Berliner Charité (Archivbild): Streik rechtlich zulässig


Die Pflegekräfte der Berliner Charité können ihren seit Montag laufenden unbefristeten Streik fortsetzen. Die Universitätsklinik unterlag mit ihrer Forderung, den Streik zu untersagen, in zweiter Instanz vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg. Die Arbeitsniederlegungen seien nicht unverhältnismäßig, teilte das Gericht am Mittwoch mit.

Die bestehende Notfallvereinbarung zwischen der Gewerkschaft Ver.di und der Klinik sah das Gericht als ausreichend an. Sie stelle sicher, dass Patienten durch den Streik nicht zu Schaden kämen. Es sei anzunehmen, dass die Pfleger ihrer Verantwortung gegenüber den Patienten gerecht würden. Gegen das Urteil kann die Charité nicht mit weiteren Rechtsmitteln vorgehen.

Am Mittwoch beteiligten sich an der Charité am dritten Tag in Folge mehrere Hundert Pfleger an dem Ausstand. Ver.di fordert unter anderem mehr Personal und Quoten für Mindestbesetzungen auf den Stationen.

kpa/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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*Travelyunkie* 24.06.2015
1. Ich finde es toll, dass in Deutschland endlich mal mehr gestreikt wird.
Sonst lassen sich die meisten Deutschen viel zu viel gefallen. Auch von unseren deutschen Politikern, die - im Gegensatz zu den Politikern von GB, CH, Teschchien, der Slowakei, Ungarn, Polen - Politik gegen ihr Volk machen, sei es Griechenland, die zerfallende Infrastruktur, zu wenig Kitaplätze, unkontrollierte illegale Zuwanderung von Armutsmigranten, die so gut wie nie ausgewiesen, sondern immer weiter geduldet werden...
kunibertus 24.06.2015
2. Es wird sich solange nichts ändern,
solange nicht der Patient, sondern die Wirtschaftlichkeit des Medizinbetriebes im Zentrum des deutschen Gesundheitswesens steht. Dabei ist genug Geld zum Verteilen da. Immerhin können wir uns rund 130 gesetzliche Krankenkassen samt hochbezahlten Vorständen und anderen Wasserköpfen leisten. Aber irgendwo müssen ja verdiente Politiker untergebracht werden.
cfortner 24.06.2015
3. Herzlichen Glückwunsch! Weiter so!
Das Gesundheitswesen leidet. Unter Renditestreben, massiv fallender Qualität in pflegerischer und ärztlicher Versorgung. Dieser Streik ist gerechtfertigt und hoffentlich nur der Anfang!
hannac. 24.06.2015
4. Endlich!
Seit 20 Jahren wird an der Pflege rum gestrichen. Soweit, das es für Patienten gefährlich werden kann. Keiner hinterfragt warum es zuwenig Fachkräfte gibt. Die Antwort der Politik, wir rekrutieren Fachkräfte aus dem asiatischen Raum oder aus Osteuropa für knapp überm Mindestlohn. Ein Dilemma, gute Fachkräfte aus Osteuropa ziehen weiter, in Länder die besser zahlen. Der Streik ist überfällig, um bessere Arbeitsbedingungen einzufordern. Dann wird sich auch der sogenannte Fachkräftenangel schnell beheben lassen.
debreczen 25.06.2015
5. viel Erfolg!
Die Arbeitsbedingungen sind dank Privatisierung an Krankenhauskonzerne (nicht wahr, Herr Lauterbach?) mittlerweile ähnlich wie diejenigen der Hotelzimmermädchen. Dann noch die multikulturelle Sub-Sub-Subunternehmertruppe, die mit demselben Feudel planerfüllend durch Besucherklo und OP-Vorraum wedelt... Mittendrin verwirrte Greise ohne Pflegeplatz und die ganzen Besoffski-Notfälle (beides genau dann, wenn ohnehin keiner da ist). Wäre ich nach dreißig Jahren erstmals wieder in D, dann wüßteich nicht, ob ich im KKH oder bei der Bahnhofsmission stehe.
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