300-Milliarden-Euro-Rettungspaket Gerüchte über Hilferuf aus Spanien

Die spanische Regierung hat angeblich eingeräumt, dass das Land ein weiteres Rettungspaket in Anspruch nehmen muss. Laut Nachrichtenagentur Reuters haben Spaniens Wirtschaftsminister und Bundesfinanzminister Schäuble darüber gesprochen. Madrid dementiert.

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos: Rettungspaket von 300 Milliarden
AP

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos: Rettungspaket von 300 Milliarden


Brüssel - Wenn Spanien unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen muss, dann wird das teuer: 300 Milliarden Euro müssten die Geldgeber EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) aufbringen, um das Land als Ganzes zu stützen - zusätzlich zu den 100 Milliarden Euro der bereits bewilligten Hilfe für die Banken des Landes. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider aus Kreisen der Euro-Zone berichtet, hätte Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos diese Möglichkeit ins Spiel gebracht.

Dem Bericht zufolge hat de Guindos das Thema bei einem Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin am vergangenen Dienstag angesprochen. Deutschland habe der Gedanke aber nicht gefallen, dass das volle Programm in Anspruch genommen werde, schreibt Reuters weiter. Schäuble soll gesagt haben: "Nichts wird geschehen, bis der ESM einsatzfähig ist." Dann könne erneut diskutiert werden.

Die spanische Regierung wies den Bericht entschieden zurück. Dies werde nicht geschehen und sei keine Option, sagte Vize-Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria am Freitag nach einer Kabinettssitzung. Ein vollständiges Rettungspaket komme für Spanien nicht in Frage. Analysten halten Spaniens Wirtschaft für einen derartigen Schritt zu groß.

Gerüchte über Schuldenschnitt für Griechenland

Auch für die weitere finanzielle Stützung Griechenlands gibt es offenbar weitere Überlegungen: Mehrere Medien berichten darüber, dass die Euro-Länder einen weiteren Schuldenschnitt für das Land prüfen - als letzte Chance zum Verbleib in der Währungsunion. Dafür werde angeblich eine Abschreibung der Verbindlichkeiten Griechenlands bei öffentlichen Gläubigern von 30 Prozent erwogen. Dadurch solle die Schuldenlast des von der Pleite bedrohten Landes um 70 bis 100 Milliarden Euro verringert werden.

Das würde bedeuten, dass sowohl die EZB als auch nationale Notenbanken Abschreibungen auf griechische Anleihen hinnehmen müssten. Dadurch könnte sich Rekapitalisierungsbedarf bei der EZB und einigen Notenbanken ergeben. Die EZB lehnte jeden Kommentar dazu ab.

nck/Reuters/dapd



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insgesamt 48 Beiträge
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Dr.pol.Emik 27.07.2012
1. Der ganz normale Wahnsinn?
Machen wir uns mal nix vor, auch das wird am Ende nicht reichen, denn ein kaputtes Geldsystem kann man nicht reparieren … man kann sich nur noch einen Wettstreit mit dem Dollar erlauben. Der erste der dann blank zieht hat Schuld, aber der Weg in den Abgrund ist gewiss. Schon mal von der anderen Seite der Medaille geschaut? Die „*Guthabenkrise*“? Schuldenkrise eskaliert, jetzt auch noch Guthabenkrise (http://qpress.de/2011/12/05/schuldenkrise-eskaliert-jetzt-auch-noch-guthabenkrise/) … ein wenig sakrosankt, aber wir sollten doch ehrlich dabei bleiben und wenn wir schon die Geldberge retten müssen, dann sollten wir es auch als solches titulieren dürfen. Noch ein Argument warum auch die 300 Mrd. für Spanien nicht reichen werden. Einfach mal ein Blick zur Bundesbank und Target 2, derzeit so bei 750 Mrd. Euro und wenn ich mich nicht täusche, dann dürfte allein die deutsche Forderung gegen Spanien (Bundesbank), in etwa diesen Betrag ausmachen. Danach kommt dann Italien, dann Frankreich … und wer rettet uns? Der Papst oder Gott höchst selbst?¿?
tizian 27.07.2012
2. Was ist mit Privaten ?
Zitat von sysopAPDie spanische Regierung hat angeblich eingeräumt, dass das Land ein weiteres Rettungspaket in Anspruch nehmen muss. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hätten Spaniens Wirtschaftsminister und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble darüber gesprochen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,846814,00.html
"Dafür werde angeblich eine Abschreibung der Verbindlichkeiten Griechenlands bei öffentlichen Gläubigern von 30 Prozent erwogen. Dadurch solle die Schuldenlast des von der Pleite bedrohten Landes um 70 bis 100 Milliarden Euro verringert werden." Die Einbeziehung von privaten Gläubigern würde die Finanzmärkte beunruhigen, oder gibt es mitterweile nur noch öffentliche ?
crocodil 27.07.2012
3. Weiter
weiter. das ist eine weiterer Schritt das wir bald im, Regen stehen - ohne Rettungsschim,
darksystem 27.07.2012
4.
Wann sehen die Damen und Herren endlich ein das der Euro eine Totgeburt war und momentan unser ganzes Wirtschaftssystem unter die Räder kommt und gründlich reformiert werden muss? "Der Markt reguliert sich selbst" und "freie Marktwirtschaft" gehen genau hier und jetzt so zu Grunde wie der Sozialismus in der DDR, da jeder von der Wirtschaft abhängig ist und wenn diese nicht mitspielt schlimmstenfalls eben alles den Bach runter geht. Lösung: Nicht immer betteln und beschwichtigen sondern aggressiv kontern. So wie die Politiker momentan mit der hausgemachten Krise umgehen können sie nur verlieren.
wilckinson 27.07.2012
5. Natürlich zuerst dementieren und dann....
...diskutieren über die grösse des neuen Kredites für Spanien. Wenn das vorbei ist kommt Italien und weil wir dann wieder zu wenig Geld haben sollten wir eigentlich den Rettungsschirm wieder vergrössern. Machen wir uns nichts vor, die nächste Pleite wird der EZB-Bank sein. Denn sie horten gigantische Milliarden von Staatsanleihen welche NICHTS mehr wert sind. Man hört nur noch Durchhalteparole und sonst gar nichts :-( Alles nur noch warme Luft!
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