SPD und Union vor Einigung Bundesbank warnt vor Mindestlohn

SPD und Union stehen kurz vor der Einigung auf einen gesetzlichen Mindestlohn. Doch nun rät die Bundesbank dringend davon ab. Eine flächendeckende Lohnuntergrenze könnte demnach Arbeitsplätze kosten und die Chancen gerade für Geringqualifizierte schmälern.

Kellnerin in Berlin: Jeder sechste Arbeitnehmer arbeitet für weniger als 8,50 Euro
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Kellnerin in Berlin: Jeder sechste Arbeitnehmer arbeitet für weniger als 8,50 Euro


Frankfurt am Main/Berlin - Die Bundesbank warnt vor der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland. Die von der SPD geforderte gesetzliche Vorgabe einer allgemeinen Lohnuntergrenze habe negative Auswirkungen auf die Beschäftigung und sei ein beträchtlicher Eingriff in die Lohnfindungsstrukturen, teilte die Notenbank in ihrem Monatsbericht mit.

In den Koalitionsverhandlungen pocht die SPD derzeit auf einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, zuletzt hatten Vertreter der Union hier Entgegenkommen signalisiert. Gegenwärtig erhalte aber ein Sechstel der Arbeitnehmer in Deutschland niedrigere Stundenvergütungen, schreiben die Bundesbank-Experten.

Die negativen Wirkungen auf den Arbeitsmarkt begründet die Bundesbank mit mehreren Faktoren: "Bei einer generellen Anhebung dieser Niedrigentgelte entstünde ein beträchtlicher Lohnkostendruck, der sich zum Teil in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen wird." Wenn die Unternehmen die Mehrbelastungen nicht weitergeben oder auffangen könnten, wären Arbeitsplätze direkt betroffen. "Auch wenn infolge etwaiger Preisanhebungen die Nachfrage ausbliebe, verringerten sich die Beschäftigungsmöglichkeiten", so die Bundesbank.

Ein hoher allgemeiner Mindestlohn dürfte sich zudem auf das gesamte Tarifgefüge auswirken und könnte weitere Lohnanhebungen anstoßen, heißt es im Bundesbank-Bericht weiter. Gerade für gering qualifizierte Arbeitnehmer würde der Einstieg beziehungsweise der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt durch hoch angesetzte Mindestlöhne erschwert.

Bereits kurz nach der Bundestagswahl im September hatte Bundesbankpräsident Jens Weidmann vor einem gesetzlichen Mindestlohn gewarnt. Auch die Wirtschaftsweisen hatten in ihrem Herbstgutachten davon abgeraten.

fdi/Reuters/dpa

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joey55 18.11.2013
1.
Zitat von sysopGetty ImagesSPD und Union stehen kurz vor der Einigung auf einen gesetzlichen Mindestlohn. Doch nun rät die Bundesbank dringend davon ab. Eine flächendeckende Lohnuntergrenze könnte demnach Arbeitsplätze kosten und die Chancen gerade für Geringqualifizierte schmälern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gesetzlicher-mindestlohn-bundesbank-warnt-vor-gefahr-fuer-arbeitsmarkt-a-934207.html
Wenn dann die Arbeitslosenzahlen steigen, kann man wenigstens wieder mit Arbeitsmarktprogrammen publikumswirksam Politik machen.
Three_Pounds 18.11.2013
2. optional
Das einzige was durch den Mindestlohn geschmälert wird, sind die Geldbeutel der Vorstände der Bundesbank. Ich habe viele Jahre in Neuseeland gelebt und dort gibt es einen Mindestlohn von dem man Häuser bauen kann! Und da gibt es auf dem Land nur gering qualifizierte.
warndtbewohner 18.11.2013
3. Warum die Aufregung,,,,
der Mindestlohn soll erst 2016 kommen. Und dann redet längst kein Mensch mehr davon. Warum berichtet SpON nicht mal darüber??
rambleon 18.11.2013
4. Natürlich...
Natürlich kostet es Millionen von Arbeitsplätzen. Wir würden in die Steinzeit zurück versetzt. Hunger, Not und Elend wird uns dann ereilen. Krankheit und Tod werden folgen. Also: bitte keine Mindestlöhne dafür 15% Steuererhöhungen für Gehälter bis 3000€ und eine 10%ige Zwangsabgabe auf alle Spareinlagen bis 150000€.
takahe 18.11.2013
5.
Zitat von sysopGetty ImagesSPD und Union stehen kurz vor der Einigung auf einen gesetzlichen Mindestlohn. Doch nun rät die Bundesbank dringend davon ab. Eine flächendeckende Lohnuntergrenze könnte demnach Arbeitsplätze kosten und die Chancen gerade für Geringqualifizierte schmälern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gesetzlicher-mindestlohn-bundesbank-warnt-vor-gefahr-fuer-arbeitsmarkt-a-934207.html
Auch Geringqualifizierte müssen menschenwürdig entlohnt werden!
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