Wirtschaft


Gesundheitsreform: Ärzte-Horrorwarnung empört Union und FDP

Kostet die Gesundheitsreform "viele Menschenleben"? Der Hausärzteverband behauptet das - und sorgt damit für heftige Kritik aus Union und FDP: Wer sich derart im Ton vergreife, sei als Verhandlungspartner inakzeptabel. Dabei sind Gespräche dringend nötig, denn die Ärzte drohen mit Streik.

Untersuchung beim Arzt: Der Verband droht mit Streik und warnt vor UnterversorgungZur Großansicht
ddp

Untersuchung beim Arzt: Der Verband droht mit Streik und warnt vor Unterversorgung

Berlin - Die Proteste der Hausärzte sorgen bei Gesundheitspolitikern von Union und FDP für Empörung. "Wir halten es für völlig inakzeptabel, dass Patientinnen und Patienten in dieser Weise instrumentalisiert werden", sagte Gesundheitsstaatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) am Mittwoch in Berlin.

Worum es geht: Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbandes, Eberhard Mehl, hatte gewarnt, als Folge der Gesundheitsreform könne es zu einer medizinischen Unterversorgung kommen, die "viele Menschenleben kosten" werde.

Tatsächlich könnte es jedoch um etwas anderes gehen: Denn die Gesundheitsreform sieht eine Begrenzung der Honorare bei künftigen Hausarztverträgen vor. Dagegen will der Verband mit kurzfristigen Praxisschließungen protestieren.

"Hier geht es um ein Einzelverbandsinteresse", schimpft Widmann-Mauz. "Niemandem wird etwas weggenommen, schon gar nicht dem Hausarzt. Es sollen nur künftige Honorarzuwächse begrenzt werden." Laufende Verträge seien gesichert.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Ulrike Flach, warf dem Hausärzteverband vor, seine Ziele mittels Horrorszenarien auf dem Rücken der Patienten auszutragen.

"Geld für teure Kampagnen ist da"

Empört zeigte sich auch der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn. Die Koalition sei zum Dialog bereit, sagte er SPIEGEL ONLINE. "Aber wer sich so im Ton vergreift wie der Hausärzteverband heute, ist als Gesprächspartner kaum zu akzeptieren." Solange Geld für teure Kampagnen da sei, wirkten die Proteste wie unglaubwürdiges Gejammer, sagte Spahn.

In der Gesundheitsreform von Bundesminister Philipp Rösler (FDP) ist vorgesehen, die Vergütung bei Hausarztverträgen zu begrenzen. Dagegen wollen die Hausärzte mit einer Kampagne vorgehen. Für den 15. September ist ein Informationstag geplant, an dem die Hausärzte den Versicherten die möglichen Folgen der Reform erläutern wollen. In der Aktion "Sicher ist sicher" wollen die Hausärzte zeitlich und regional begrenzt simulieren, welche Kosten die ambulante Versorgung ohne sie verursache.

Als letzte Eskalationsstufe sind ab 2011 auch regionale Ärztestreiks geplant. Wo genau diese stattfinden könnten, wollte der Verband nicht sagen, man wolle "den einen oder anderen Überraschungseffekt" für sich behalten.

jok/apn/dpa-AFX/AFP

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insgesamt 12181 Beiträge
Korruption wohin das Auge auch sieht. Wohin wird das GesundheitsSYSTEM wohl steuern? Die 3. klassengesellschaft schreitet weiter und weiter, bald werden sicherlich alle "wertlosen" markiert und sollen froh sein, wenn [...]
Zitat von sysopZusatzbeiträge, Kopfprämie, Gesundheitsfornds - im deutschen Gesundheitssytem herrscht Chaos. Politik, Krankenkassen und Lobbyisten ringen um Leistungen und Beiträge. Wie aber könnte eine gerechte, ausgewogene und vor allem finanzbierbare Gesundheitsversorgung aussehen?
Korruption wohin das Auge auch sieht. Wohin wird das GesundheitsSYSTEM wohl steuern? Die 3. klassengesellschaft schreitet weiter und weiter, bald werden sicherlich alle "wertlosen" markiert und sollen froh sein, wenn es noch ein kanten Brot gibt und evt. eine rote Pille oder Tiergrippenimpfung.
genugistgenug 27.01.2010
ABWÄRTS - wie alles andere wo unsere Politker und Bürokraten, die Kaste der Schmarasiten, ihre Finger drin haben. Die Frage wie ein gerechteres System aussehen könnte, ist überflüssig. Denn bis das durch alle Instanzen durch [...]
Zitat von sysopWohin steuert unser Gesundheitssystem?
ABWÄRTS - wie alles andere wo unsere Politker und Bürokraten, die Kaste der Schmarasiten, ihre Finger drin haben. Die Frage wie ein gerechteres System aussehen könnte, ist überflüssig. Denn bis das durch alle Instanzen durch ist, sind unsere Enkel schon Großeltern.
Welcher vernünftige Mensch möchte in diese asoziale Gesellschaft Kinder setzen? Nene, sich alleine durchzuboxen wird schon hart genug.
Zitat von genugistgenugABWÄRTS - wie alles andere wo unsere Politker und Bürokraten, die Kaste der Schmarasiten, ihre Finger drin haben. Die Frage wie ein gerechteres System aussehen könnte, ist überflüssig. Denn bis das durch alle Instanzen durch ist, sind unsere Enkel schon Großeltern.
Welcher vernünftige Mensch möchte in diese asoziale Gesellschaft Kinder setzen? Nene, sich alleine durchzuboxen wird schon hart genug.
saul7 27.01.2010
Das Tragische an der Entwicklung unseres Gesundheitssystemes ist, dass die dafür verantwortlichen Politiker keine Antwort für deren Lösung finden können und sich die Schuld für ihr Versagen gegenseitig zuschieben. Das ist [...]
Zitat von sysopZusatzbeiträge, Kopfprämie, Gesundheitsfonds - im deutschen Gesundheitssystem herrscht Chaos. Politik, Krankenkassen und Lobbyisten ringen um Leistungen und Beiträge. Wie aber könnte eine gerechte, ausgewogene und vor allem finanzierbare Gesundheitsversorgung aussehen?
Das Tragische an der Entwicklung unseres Gesundheitssystemes ist, dass die dafür verantwortlichen Politiker keine Antwort für deren Lösung finden können und sich die Schuld für ihr Versagen gegenseitig zuschieben. Das ist verantwortungsloses Handeln.
Stefanie Bach 27.01.2010
Norbert Blüm trifft es sehr genau: "Man kann aus Schaden klug werden. Man muss es aber nicht. Mit der Kopfpauschale ging die CDU in der Bundestagswahl 2005 baden. 2009, nach der Bundestagswahl, versucht sie es wieder mit [...]
Zitat von saul7Das Tragische an der Entwicklung unseres Gesundheitssystemes ist, dass die dafür verantwortlichen Politiker keine Antwort für deren Lösung finden können und sich die Schuld für ihr Versagen gegenseitig zuschieben. Das ist verantwortungsloses Handeln.
Norbert Blüm trifft es sehr genau: "Man kann aus Schaden klug werden. Man muss es aber nicht. Mit der Kopfpauschale ging die CDU in der Bundestagswahl 2005 baden. 2009, nach der Bundestagswahl, versucht sie es wieder mit dem einkommensunabhängigen Beitrag zur Krankenversicherung, der für alle gleich hoch sein soll." Koalitionsvertrag - Fehlstart schwarz-gelber Geisterfahrer (http://www.plantor.de/2009/koalitionsvertrag-fehlstart-schwarz-gelber-geisterfahrer/)
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  • Mittwoch, 21.07.2010 – 17:40 Uhr
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Schwarz-gelbe Gesundheitspläne
Der Beitragssatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt 2011 von 14,9 Prozent auf 15,5 Prozent. Die Anhebung um 0,6 Punkte, die etwa sechs Milliarden Euro einbringt, tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer letztmals gemeinsam. Der Anteil der Arbeitgeber wird dann auf 7,3 Prozent festgeschrieben. Es bleibt bei dem nur von Arbeitnehmern zu zahlenden Sonderbeitrag von 0,9 Prozent.






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