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Gesundheitsstudie: Fast jeder zweite geht auch krank zur Arbeit

Ist es Pflichtgefühl - oder die Angst vor dem Jobverlust? Knapp die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland schleppt sich auch krank zur Arbeit. Singles sind laut einer Studie besonders hart im Nehmen.

Gütersloh - Fast jeder zweite Beschäftigte in Deutschland geht laut einer Umfrage auch krank zur Arbeit. Zwei Drittel tun dies vor allem aus Pflichtgefühl, wie die Bertelsmann-Stiftung in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Gesundheitsmonitor berichtet. Sie fürchteten, dass andernfalls zu viel Arbeit liegenbleibe.

Besonders selten bleiben den Ergebnissen zufolge Singles zu Hause, wenn sie gesundheitlich angeschlagen sind. Fast 80 Prozent der Alleinstehenden erklärten demnach, krank zur Arbeit zu gehen. Bei Paaren und Familien gaben dies nur 69 Prozent der Befragten an. Ein Grund könnte die unterschiedliche Neigung zu Krankheitsverleugnung sein, erklärten die Macher der Studie.

Insgesamt gaben laut Umfrage gut 42 Prozent der abhängig und selbständig Beschäftigten an, in den vergangenen zwölf Monaten zwei Mal oder öfter trotz Krankheit arbeiten gegangen zu sein.

Ein interessantes Bild ergibt sich, wenn man betrachtet, wer ein Mal oder öfter krank zur Arbeit ging: Denn hier zeigt sich, dass Arbeitnehmer sich eher ins Büro quälen als Selbständige. Der Anteil der Selbstständigen liegt mit 52 Prozent deutlich unter dem der abhängig Beschäftigten mit 74 Prozent.

Eine engagierte Führungskraft sei der Schlüssel, wenn es um einen "gesunden" Umgang mit Krankheit bei der Arbeit gehe, erklärte die Bertelsmann-Stiftung. 65 Prozent der Befragten berichteten, dass sie im Krankheitsfall bereits auf Hilfe und Unterstützung von Kollegen sowie auf Verständnis bei ihren Vorgesetzten hoffen konnten.

wal/AP

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Forum - Krank auf Arbeit?
insgesamt 147 Beiträge
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1.
arbusto 09.09.2009
"Falsch verstandenes Pflichtgefühl - oder Angst vor Jobverlust" ... Warum immer so negativ? Die Deutschen gehen so gerne zur Arbeit, daß sie sich auch durch ein bißchen Krankheit nicht davon abhalten lassen. So einfach.
2.
Crom 09.09.2009
Hängt von der Krankheit ab denk ich mal. Bei manchen Wehwehchen kann man noch Arbeiten in meinen Augen.
3.
JBS283 09.09.2009
Zitat von CromHängt von der Krankheit ab denk ich mal. Bei manchen Wehwehchen kann man noch Arbeiten in meinen Augen.
Eben. Nur weil die Nase zu ist und ich deshalb schlecht geschlafen hab, bleib ich noch nicht zuhause.
4.
Pandora's Box, 09.09.2009
Zitat von CromHängt von der Krankheit ab denk ich mal. Bei manchen Wehwehchen kann man noch Arbeiten in meinen Augen.
Ganz meine Meinung. Mit Fieber bleibe ich allerdings dann auch zu Hause. Ohne Fieber geht es aber auch durchaus mit einer Bronchitis, zur Arbeit zu gehen. Meine Kollegin ist da leider anderer Ansicht, und daher fehlt sie sehr oft...
5. Das hat sich was gewaltig geaendert!
nyclion17, 09.09.2009
Zitat von sysopKnapp die Hälfte der Deutschen gehen laut einer Umfrage auch dann zur Arbeit, wenn sie krank sind. Falsch verstandenes Pflichtgefühl - oder Angst vor Jobverlust?
Als ich 1980 nach D. kam war es eher so: Der Arzt hat den gelben Zettel mit 1 Woche krankgeschrieben schon ausgefüllt gehabt bevor er überhaupt den Patienten angeschaut hatte. Arbeitnehmer wurden wegen Lappalien krankgeschrieben und dass nicht wenig. Der gängige Witz war damals: Der deutscher Arbeitnehmer hat 30 Tage Urlaub, 6 Wochen krank und evtl. 1-mal Kur im Jahr. Wenn sie sich nicht mehr so oft krankschreiben lassen wie früher wegen Job-Angst, kann ich nur sagen: "Welcome to the rest of the world!" ;)
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