Öffentlicher Dienst Gewerkschaften verlangen sechs Prozent mehr Lohn

Die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst sollen sechs Prozent mehr Lohn bekommen. Das wollen die Gewerkschaften in den anstehenden Tarifverhandlungen herausschlagen.

Ver.di-Chef Frank Bsirske (Archivfoto)
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Ver.di-Chef Frank Bsirske (Archivfoto)


Gewerkschaften fordern für die mehr als zwei Millionen Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ein Lohnplus von sechs Prozent. 200 Euro soll es mindestens pro Monat mehr geben. "Wir brauchen im Abschluss ein höheres Niveau als bei den Tarifrunden der vergangenen Jahre", sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske in Berlin.

Die Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände und dem scheidenden Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) beginnen Mitte Februar in Potsdam. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sind beteiligt. Die Schlussrunde ist für Mitte April vorgesehen.

Die Gewerkschaften argumentieren, dass höhere Löhne aufgrund der guten Konjunktur gerechtfertigt seien, da der Staat mehr Steuern einnehme. Auch suchten Unternehmen wegen des Fachkräftemangels oft händeringend qualifiziertes Personal. "Die Konkurrenz um qualifizierte Fachkräfte gewinnt deutlich an Schärfe", sagte Bsirske.

hej/dpa



insgesamt 25 Beiträge
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rainerwäscher 08.02.2018
1.
200 Euro mehr heißt 100 Euro netto.
shotaro_kaneda 08.02.2018
2.
Wenn die Gewerkschaften 6% mehr Lohn wollen, sollten sie 12% mehr fordern. Bei 6% einigt man sich sowieso wieder irgendwo zwischen 2-3%. Weiterhin gehören im ÖD mehrheitlich die Befristungen abegeschafft. Der ÖD ist auch unter SPD-geführten Ländern und Kommunen wahrscheinlich der Arbeitgeber mit den meisten befristet Angestellten. Viele dürfen nach 1 bis 2 Jahren wieder gehen, damit man ja nicht in der Erfahrungsstufe steigt. Anschließend werden neue Befristete eingestellt, die wieder mühsam angelernt werden müssen und die, wenn sie alles einigermaßen können, wieder gehen dürfen. Ist zwar im Endeffekt viel ineffektiver und teurer, das interessiert die Haushaltsplaner aber reichlich wenig. Und die Personalabteilungen müssen auch irgendwie ihre Existenz und Personalstärke rechtfertigen. Fachbezogene oder serviceorientierte Arbeit zum Wohle des Bürgers (Ja, Bürger und nicht Kunde!) bleibt so auf der Strecke.
frietz 08.02.2018
3.
6 % für 2 Jahre? oder für ein Jahr? gibt es dann dafür wieder weniger "Weihnachtsgeld"?
Nordstadtbewohner 08.02.2018
4. Gewerkschaften = Realitätsferne
"Die Gewerkschaften argumentieren, dass höhere Löhne aufgrund der guten Konjunktur gerechtfertigt seien, da der Staat mehr Steuern einnehme." Warum sollten nur wegen der Steuermehreinnahmen höhere Löhne gezahlt werden? Das ist ja wohl ein Witz und zeigt, wie sehr Gewerkschaften ein Anachronismus geworden sind. Ich kann nur hoffen, dass die Politiker solche Forderungen rundweg ablehnen werden. Wer im ÖD unzufrieden mit seiner Entlohnung ist, der kann gerne in die Privatwirtschaft wechseln.
yvowald@freenet.de 08.02.2018
5. Warum nicht 280 EIRO mehr für alle Beschäftigten?
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Bund (also bei Bundesbehörden) und den kommunalen Arbeitgebern fordern eine sechsprozentige Tariferhöhung. Die Angestellten der Bundesländer und der Landeskörperschaften (z.B. Hochschulen) sind davon nicht betroffen. Tarifverhandlungen für diese Beschäftigten werden getrennt geführt, vermutlich erst 2019. Warum die Großen Tarifkommissionen sich auf lediglich 6 Prozent festgelegt haben, erscheint schleierhaft. Von derartigen prozentualen Erhöhungen profitieren die bereits besser Verdienenden am meisten. Warum heißt die Forderung nicht einfach: 280 EURO monatlich mehr für alle. Dann würden sich die Tarifpartner auf beispielsweise 150 EURO monatlich mehr für alle Beschäftigten einigen. Das wäre sozial-gerecht und sichert gerade den unteren Einkommensgruppen auch eine auskömmliche Altersrente.
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