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27. April 2012, 09:32 Uhr

Konsum

Hohe Benzinpreise verderben Verbrauchern die Kauflaune

Die Angst vor Inflation wächst, das trübt die Stimmung der Verbraucher. Der entsprechende Index der Gesellschaft für Konsumforschung sank zum zweiten Mal in Folge. Besonders die hohen Energiekosten belasten die Bürger.

Berlin - Die hohen Benzinpreise sorgen bei den Verbrauchern für Unruhe. Die Deutschen sähen ihre Kaufkraft geschmälert, dies führe zu einer sinkenden Kauflaune, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit. Der entsprechende Index sank von 6,0 auf 5,8 Zähler. Es ist der zweite Rückgang in Folge, die Stimmung der Verbraucher ist damit so schlecht wie zuletzt vor einem halben Jahr.

"Die ständigen Meldungen über neue Preisrekorde an den Zapfsäulen der Republik bleiben bei den Verbrauchern nicht ohne Wirkung", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Die Konsumenten sehen ihre Kaufkraft beeinträchtigt, da mehr und mehr ihres Einkommens für Energie, und hier speziell für Benzin und Diesel, aufgewendet werden muss und somit nicht für andere Anschaffungen zur Verfügung steht", sagte Bürkl. Das dämpfe ihre Einkommenserwartung ebenso wie die Bereitschaft zu teuren Anschaffungen.

Trotz des Dämpfers sehen die GfK-Experten im privaten Konsum eine wichtige Konjunkturstütze. "Ein Einbruch ist nicht zu befürchten", sagte Bürkl. Er verweist auf die steigende Beschäftigung und spürbare Lohnerhöhungen. Der private Konsum werde deshalb in diesem Jahr um ein Prozent wachsen.

Verbraucher sparen wieder mehr

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wurden dagegen zum zweiten Mal in Folge besser bewertet. "In den Köpfen der Verbraucher setzt sich offenbar die Erkenntnis durch, dass in Deutschland eine Rezession verhindert werden kann", sagte Bürkl. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, das sich 2013 auf 1,6 Prozent erhöhen soll.

Üblicherweise sind Konsumenten umso eher zu größeren Anschaffungen bereit, je sicherer ihr Job ist. Im April jedoch überschatteten die steigenden Inflationsängste die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt.

"Ein weiterer Grund für die schwächere Konsumneigung dürfte darin liegen, dass aufgrund der augenblicklichen Beruhigung auf den Finanzmärkten im April die Sparneigung der Verbraucher angestiegen ist", hieß es bei der GfK. In den vergangenen Monaten hatten viele Verbraucher den Banken misstraut und ihr Geld lieber ausgegeben statt angelegt.

cte/Reuters/AFP

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