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GfK-Konsumklima: Deutschland im Kaufrausch

Sichere Jobs und niedrige Sparzinsen - die Deutschen wollen ihr Geld im großen Stil ausgeben. Laut GfK sinkt die Sparneigung, die Konsumstimmung ist so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Sache hat allerdings einen Haken.

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Einkaufszentrum: Verbraucher sehen Koalitionspläne mit Sorge

Berlin - Die deutschen Verbraucher gehen mit großer Zuversicht ins neue Jahr. Die Stimmung der Konsumenten ist derzeit so gut wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Für Januar sagen die GfK-Marktforscher einen überraschend starken Anstieg ihres Konsumklima-Barometers um 0,2 auf 7,6 Punkte voraus, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Freitag mitteilte. Demnach setzen die Bürger auf eine anziehende Konjunktur und liebäugeln mit größeren Einkäufen. Wegen der niedrigen Zinsen wird es immer unattraktiver, Geld auf die hohe Kante zu legen: Die von der GfK errechnete Sparneigung fiel auf ein Rekordtief.

"Der gute Start des Konsumklimas in das Jahr 2014 signalisiert, dass auch im kommenden Jahr die Binnennachfrage eine wichtige Rolle spielen wird", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Denn der stabile Arbeitsmarkt, Aussichten auf steigende Einkommen und ein geringe Inflation sorgten für ein gutes Umfeld. "Nach Einschätzung der Konsumenten nimmt die deutsche Wirtschaft mehr und mehr Fahrt auf."

Kaufkraft wird später fehlen

Die gute Stimmung könnte allerdings einen hohen Preis haben. Denn das Geld, das die Verbraucher jetzt ausgeben, könnte später fehlen. "Die anhaltende Niedrigzinsphase verführt zu höheren Geldausgaben und geringerer Sparneigung", erklärt Bürkl. "Das könnte mittel- und langfristig wieder auf den Konsum zurückschlagen, weil die Kaufkraft dann bei vielen im Alter fehlt." Das sei zwar zunächst nur für die Betroffenen ein Problem, aber wenn dann der Staat über die Grundsicherung einspringen muss, werde es zu einer Belastung für die Sozialsysteme.

Die Verbraucher bewerten in der GfK-Umfrage ihre eigene, künftige Finanzlage ohnehin nicht mehr ganz so günstig wie bisher. Dies könne mit den Koalitionsplänen von Union und SPD zusammenhängen. Die Regierung will Mütterrenten erhöhen. Zudem sollen Menschen mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen können, wenn sie 45 Jahre lang gearbeitet haben. "Offenbar befürchten einige Verbraucher, dass durch die gefassten Beschlüsse künftig finanzielle Belastungen zur Finanzierung dieser Sozialleistungen auf sie zukommen", sagte Bürkl.

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mik/Reuters/dpa

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1. Hahaha
inhabitant001 20.12.2013
Unseren monatlichen GfK-Schwachsinn gib uns heut. Wir sind angeblich im Kaufrausch, gleichzeitig sinken aber real die Löhne. Klingt logisch. In ein paar Tagen kommen dann die realen Zahlen von Destatis, die leider nie so marktschreierisch mit fetter Überschrift erscheinen. Die echten Zahlen muß man sich auf irgendwelchen Blogs suchen.
2. Ach was.....
sameagle 20.12.2013
Zitat:"Denn das Geld, das die Verbraucher jetzt ausgeben, könnte später fehlen." Gut das es Experten gibt! Auf solch tiefgreifende Erkenntnisse wäre man von selbst gar nicht gekommen! Oder um es mit Loriot zu sagen: "Ach was?!" Gruß Sam Eagle
3.
m.schrader 20.12.2013
wer heute spart und dann unterhalb der Grundsicherung landet(das werden mehr als sich mancher denken kann), der wird's bereuen, denn alles was er dann hat, muss verbraucht werden, ehe die Rente aufgestockt wird. Also leben sie, verbrauchen sie und seien sie nicht so doof und sparen schon in jungen Jahren für den Staat!
4. Der GfK Index bildet eine Scheinwirklichkeit ab
cicatriz 20.12.2013
und hat so gut wie gar nichts mit dem tatsächlichen Konsumverhalten der BRD-Bürger zu tun. Dies wurde schon in einem Beitrag von 2009 erkannt.Gleichzeitig stellt man dort fest, dass selbst Herr Bürkl seinen eigenen Index nicht allzu ernst nimmt. http://www.t-online.de/wirtschaft/id_19531610/warum-das-konsumklima-besser-ist-als-die-realitaet.html So werden im GfK Index sogar Entwicklungen wie steigende Mieten oder Stromverteuerungen als "positiv" bewertet und als "Konsumfreude" verkauft. Man lese nur den gesamten Artikel, der heute nach fast 5 Jahren immer noch aktuell ist. Uns wird aber Monat für Monat das "Konsum-und Einkommenparadies BRD" vorgegaukelt. Es gibt genug Nichtdenker, die das glauben. Der GfK Index ist ein reines Propagandainstrument der Wirtschaft.
5. Kaufrausch
cicatriz 20.12.2013
..um auch darauf nochmal zu sprechen zu kommen: Das Weihnachtsgeschäft droht einmal wieder zum Flop zu werden, bislang erscheinen die Einzelhändler als ziemlich unzufrieden mit dem Geschäft.
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