Konsumklima: Euro-Krise verunsichert die Verbraucher

Den Deutschen vergeht vor Weihnachten die Kauflaune. Der Grund ist laut den GfK-Marktforschern die Schuldenkrise in Europa. Die eigene Zukunft beurteilen die Verbraucher aber dennoch optimistischer.

Nürnberg - Die deutschen Verbraucher blicken besorgt auf die Euro-Krise, sind aber optimistisch, was die eigene Lage angeht. Während die Kauflaune abnimmt, steigen die Erwartungen an die Einkommensentwicklung, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK in Nürnberg mit. Falls keine nachhaltige Lösung für die europäische Schuldenkrise gefunden werde, stehe dem Konsum in Deutschland aber ein "sehr schwieriges Jahr" bevor, prognostizierten die Marktforscher.

Der Index, mit dem das Konsumklima gemessen wird, sinkt im Januar voraussichtlich ein weiteres Mal und erreicht 5,6 Punkte, teilte die GfK mit. Im Dezember lag der Index bei 5,8 Punkten, in den beiden Monaten davor bei 6,1 Punkten. Das Niveau des Index sei aber trotz des Wechsels von einem Aufwärts- zu einem Abwärtstrend weiter zufriedenstellend.

Die GfK verwies auf die Bedeutung einer stabilen Konsumentwicklung. Diese sei neben den Exporten eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft und schaffe die Voraussetzungen, dass Deutschland nicht in eine Rezession abgleite. Nötig seien ein stabiler Arbeitsmarkt und die Lösung der Schuldenkrise.

Die Verbraucher gehen laut GfK davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten eine schwierigere Phase durchleben werde. Nach drei Monaten in Folge mit Zuwächsen nahm der Indikator für die Konjunkturerwartungen wieder ab und sank um 3,3 Punkte auf minus 17,9 Punkte. Vor einem Jahr hatte der Indikator noch um 17 Punkte besser gelegen. Die nachlassende Konjunktur drückt auch die Neigung zu Anschaffungen, der Indikator nahm deutlich um 9,3 Punkte auf jetzt noch 20,1 Punkte ab. Zuletzt war der Indikator für die Anschaffungsneigung im Mai 2010 mit 18,1 Punkten niedriger. Dennoch ist das derzeitige Niveau laut GfK gut.

Bei den Erwartungen zur Entwicklung der Einkommen konnte der entsprechende Indikator nach starken Verlusten im vergangenen Monat jetzt wieder zulegen. Er stieg um 3,4 Punkte auf 21,2 Punkte - allerdings lag der Verlust im November bei gut 12 Punkten. Insgesamt steht der Indikator deutlich über dem langjährigen Durchschnittswert von null Zählern.

cte/AFP

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Forum - Sparen oder konsumieren?
insgesamt 1296 Beiträge
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1.
merapi22 12.07.2010
Zitat von sysopDie konjunkturelle Lage ist nach wie vor unsicher. Müssen die Deutschen mehr konsumieren, um die Wirtschaft anzukurbeln? Oder ist die hohe Sparquote vernünftig - weil sich die Bürger auf weitere Krisen einstellen?
Sparen ist vernuenftiger, wenn die gegenwaertige Wirtschaftskrise vorbei ist, kann man sich immer noch die aufgeschobene Fernreise, oder die Neuanschaffung leisten. Wenn die Regierung wirklich die Binnennachfrage ankurbel will, muesste man den Niedriglohnsektor zurueckfuehren, also Zeitarbeit/Praktikantenmissbrauch durch Gegen*steuern* beenden!
2. Unterschiedliche Ansätze
Transmitter, 12.07.2010
Zitat von sysopDie konjunkturelle Lage ist nach wie vor unsicher. Müssen die Deutschen mehr konsumieren, um die Wirtschaft anzukurbeln? Oder ist die hohe Sparquote vernünftig - weil sich die Bürger auf weitere Krisen einstellen?
Obama pumpt noch mehr Schulden-Dollars in die Wirtschaft um die Amis dazu zu bringen, mehr zu komsumieren. Konsumptiv investiertes Mehrgeld soll dort die Konjunktur ankurbeln. Ein Rezept von Ex-Fed-Chef Paul Volckerts, der schon Reagan, Bush I, Clinton und Bush II entsprechend beraten hat und jetzt eben Obama seine Rezepte unterjubelt. Nun, die Amis können so eine Strategie auch fahren. Ihr Sozialbudget am Haushalt liegt bei rund 32 Prozent. Da ist noch Raum für Geldgeschenke an die Ärmeren. Der deutsche Anteil für Soziales im Bundeshaushalt liegt aber leider bereits bei rund 53 Prozent. Da ist nicht mehr viel Raum für weitergehende Geldgeschenke an das Prekariat. Deshalb werden die Deutschen wohl sparen müssen, um nachhaltige wirtschaftliche Stabilität beweisen zu können. Tun sie das nicht, verlieren sie schnell ihre bisher gute Bonität an den Finanzmärkten. Und wenn erst die Zinsforderungen für deutsche Staatsanleihen steigen, ist eine Todesspirale in Gang gesetzt. Verliert Deutschland gar sein Tripple A (wie Spanien beispielsweise), dürfte angesichts der aktuellen Haushaltslage der Staatsbankrott eintreten. Ich meine, der tritt sowieso ein. Aber mit weniger sparen und mittels noch höherer Schulden mehr konsumieren halt viel früher als notwendig. Ich zahle die deutschen Staatschulden jedenfalls garantiert nicht zurück. Und meine Kinder auch nicht!
3. falsche Fragestellung
iorso 12.07.2010
Zitat von sysopDie konjunkturelle Lage ist nach wie vor unsicher. Müssen die Deutschen mehr konsumieren, um die Wirtschaft anzukurbeln? Oder ist die hohe Sparquote vernünftig - weil sich die Bürger auf weitere Krisen einstellen?
Sparen kann nur, wer Geld übrig hat -- ebenso Geld ausgeben. Da aber das Vermögen in D in nur wenigen Händen liegt, ist die Konsumbremse vorprogramiert, selbst wenn ein Großteil der Bevölkerung Konsumwillig ist. Wenn Deutschland sich zu sehr auf den Export verlässt, wie zur Zeit, wird die Abhängigkeit gegenüber anderen Wirtschaftsräumen immer größer. Dies kann bis zum Aufkauf ganzer Industriezweige gehen. Nur eine gesunde Binnennachfrage hält die Arbeitsplätze auf Dauer im Land. Und da läuft in D durch die Niedriglöhne vieles falsch.
4.
sozialer Bürger 12.07.2010
Zitat von merapi22Sparen ist vernuenftiger, wenn die gegenwaertige Wirtschaftskrise vorbei ist, kann man sich immer noch die aufgeschobene Fernreise, oder die Neuanschaffung leisten. Wenn die Regierung wirklich die Binnennachfrage ankurbel will, muesste man den Niedriglohnsektor zurueckfuehren, also Zeitarbeit/Praktikantenmissbrauch durch Gegen*steuern* beenden!
Die Regierung hat gar kein Interesse den Binnenmarkt aunzukurbeln. Das Hauptaugenmerk liegt ausschliesslich beim Export. Denn bei eine Erhöhung der Binnennachfrage müsste diese Regierung ihre Politik für die Mövenpigs einstellen.
5.
Armenspeisung 12.07.2010
Zitat von sozialer BürgerDie Regierung hat gar kein Interesse den Binnenmarkt aunzukurbeln. Das Hauptaugenmerk liegt ausschliesslich beim Export. Denn bei eine Erhöhung der Binnennachfrage müsste diese Regierung ihre Politik für die Mövenpigs einstellen.
Wer heute kein Geld hat, wird auch morgen kein Geld haben. Da nutzt Ihr Gekeife auch nichts.
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