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GfK-Konsumklima: Verbraucher sind in Sommerlaune

Das Sommerwetter, die Fußball-WM und die niedrigen Arbeitslosenzahlen schlagen sich in der Verbraucherstimmung nieder: Der GfK-Konsumklimaindex steigt deutlich. Jetzt rechnen die Befragten sogar mit höheren Einkommen.

Nürnberg - Verbraucher und Wirtschaftsexperten sind sich einig wie nie: Es geht aufwärts in Deutschland. Nach dem Rekordhoch beim Ifo-Geschäftsklimaindex ist jetzt auch das Stimmungsbarometer der Verbraucher stark gestiegen. Der Gfk-Konsumklimaindex werde im August auf 3,9 Punkte steigen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) am Dienstag in ihrer neuesten Konsumklimastudie mit. Zuvor waren die Experten von 3,6 Punkten ausgegangen.

Mit der guten Arbeitsmarktlage wachse die wirtschaftliche Zuversicht in vielen Haushalten und damit die Hoffnung auf höhere Einkommen, hieß es. Das gute Abschneiden der deutschen Fußballer bei der Weltmeisterschaft und das hochsommerliche Wetter hätten diesen Effekt noch verstärkt - und belastende Faktoren wie etwa das Sparpaket beinahe vergessen lassen.

So verzeichnen die Marktforscher in der Gesamtschau ein deutlich besseres Konsumklima als im Vormonat. "Der erfolgreiche Auftritt von Schweinsteiger und Co. in Südafrika sowie das sonnige Wetter mit hochsommerlichen Temperaturen haben die Bundesbürger in gute Laune versetzt", unterstrichen die Konsumforscher. Ein Teil des Umfragezeitraums fiel noch in die WM.

Deutlich zugenommen bei den Einzelindikatoren hat die Konjunkturerwartung. Der Indikator stieg um 31,3 Zähler auf aktuell 36,8. Ein höherer Wert sei zuletzt im Oktober 2007 gemessen worden. Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 bedeutet dies sogar ein Plus von 50,8 Punkten. "Die Verbraucher erwarten, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft nicht nur weiter fortsetzt, sondern sogar noch an Dynamik gewinnt", heißt es bei der GfK.

Nur die Kauflust der Verbraucher hat etwas abgenommen

Neben psychologischen Faktoren stützten auch harte Fakten den Verbraucheroptimismus: Die Nachrichten vom Arbeitsmarkt würden von Monat zu Monat besser und Konjunkturforscher rechneten für 2010 mit immer mehr Wachstum.

Ausdruck für den wachsenden Optimismus sei auch die Erwartung vieler Verbraucher, demnächst wieder mehr Geld in der Tasche zu haben. So würden beim Indikator Einkommenserwartung die Verluste aus dem Juni mit einem Plus von 20,9 Prozent mehr als ausgeglichen. Aktuell liege der Indikator bei 29,1 Punkten. Im Vergleich zum Juli 2009 seien dies 27,3 Punkte mehr.

Ein kleiner Ausreißer sei lediglich die Kauflust. Der entsprechende Wert verbuchte leichte Verluste von 2,5 Punkten und rutschte damit auf 27,9, wie die GfK berichtete. Dennoch liege der Wert im langfristigen Durchschnitt. Der Grund dafür sei die Sonderkonjunktur vor allem der Unterhaltungselektronik vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft. Viele Verbraucher hätten sich etwa einen neuen Großbild-Fernseher geleistet. "Der geringe Rückgang der Anschaffungsneigung ist daher als eine Normalisierung zu werten", schreibt die GfK in ihrem Bericht.

yes/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
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1. Wie immer....
Bayerr, 27.07.2010
wird diese Jubelmeldung der GfK in Kürze durch Berichte aus dem 'richtigen Leben' des Bundesamtes für Statistik konterkariert. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso der Spiegel sich regelmäßig dazu hergibt, diesen Schwachsinn zu veröffentlichen.
2. Das ist ein Alarmsignal
reinhard_m, 27.07.2010
Ich sehe das anders. Viele Verbraucher flüchten in die Sachwerte, weil sie dem Euro keine Chance mehr geben. Zur Zeit ist der Euro wie ein Huhn, dem man den Kopf abgehackt hat. Es rennt noch eine Weile im Kreis herum und bricht dann tot zusammen. Mein Problem ist, daß ich noch eine größere 5-stellige Summe Tagesgeld schnell in irgendetwas Werthaltiges, das den absehbaren Währungszusammenbruch übersteht umrubeln muß. Im Prinzip bin ich daher auch zu Kompromissen bereit, die ich sonst bei meiner sparsamen (=verantwortungsvollen) Wirtschaftsführung niemals eingegangen wäre. Vielleicht verjuble ich das Geld für etwas ganz Verrücktes, Sinnlos-Snobistisches. Das ist immer noch besser, als nach dem Crash mit einem wertlosen Haufen Papier dazustehen.
3. Und wann wird der Tag kommen
running_on_empty 27.07.2010
an dem die Schuldenuhr rückwärts läuft und von 12 Millionen Transferempfängern 9 Millionen Menschen ein finanziell zufriedenstellendes Einkommen erzielen, so daß es in Deutschland tatsächlich nur 3 Millionen Arbeitslose gibt? Vorher ist alles andere relativ müßig bzw. eher wie auf der Kirmes: ein folgenloses Auf und Ab.
4. Mein Konsumklima ist auch prima!
Orakel von Wattenscheid 27.07.2010
Ich hau' in diesem Jahr auch die Kohle raus. Ist schön, wenn man sich das alles leisten kann. Mal schauen, ob ich am Nachmittag noch den Levi's-Store beehre.
5. Einigen geht es noch sehr gut
paul sartre 27.07.2010
Zitat von sysopDas Sommerwetter, die Fußball-WM und die niedrigen Arbeitslosenzahlen schlagen sich auf die Verbraucherstimmung nieder: Der GfK-Konsumklimaindex steigt deutlich. Jetzt rechnen die Befragten sogar mit höheren Einkommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,708651,00.html
Es scheint in diesem Land noch einigen sehr gut zu gehen.
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Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger".

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