Umfragen zur Kauflaune Verbraucher blicken zuversichtlich ins neue Jahr

Trump-Wahl, Brexit-Entscheidung, Regierungskrise in Rom - die deutschen Verbraucher hätten allen Grund, mit Skepsis in die Zukunft zu blicken. Noch scheint die Kauflaune indes ungebrochen.

Fußgängerzone in Köln
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Fußgängerzone in Köln


Die Konsumenten in Deutschland blicken optimistisch nach vorn. Sie schätzen die Konjunkturentwicklung und ihre künftige Finanzlage günstiger ein als zuletzt, wie aus der aktuellen Umfrage der GfK-Marktforscher hervorgeht. Die Bereitschaft für größere Einkäufe lässt zwar leicht nach, bleibt aber auf hohem Niveau. "Die Konsumfreude ist nach wie vor ungebrochen", sagte GfK-Fachmann Rolf Bürkl. Der GfK-Konsumklimaindex für Januar kletterte von 9,8 auf 9,9 Punkte.

Inwieweit sich der Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin auf die Stimmung auswirkt, erfasst die Umfrage jedoch nicht. Sie war zu dem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Bürkl schätzt jedoch, dass sich die Auswirkungen auf die Kauflust in Grenzen halten. Allerdings könnten verunsicherte Konsumenten künftig größere Menschenansammlungen etwa in Kaufhäusern vermeiden und deshalb verstärkt über das Internet einkaufen.

Der Index für die Konjunkturerwartungen legte zum dritten Mal in Folge zu und erreichte den höchsten Stand seit Juni. "Der für viele überraschende Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen scheint sich bisher nicht auf die Stimmung der Verbraucher auszuwirken", sagte Bürkl. Der Republikaner Donald Trump, der am 20. Januar das Amt des US-Präsidenten übernehmen wird, hatte im Wahlkampf eine Einschränkung des Freihandels signalisiert.

Die Verbraucher steckten auch andere Risikofaktoren wie das Anti-EU-Referendum der Briten und den Rücktritt der italienischen Regierung unter Matteo Renzi weg, sagte Bürkl. "Offenbar sehen die Konsumenten eher in der Arbeitsmarktlage die für sie entscheidende Größe, wenn es um ihre Konsumentscheidungen geht." Für ihr künftiges Einkommen gaben sich die Menschen demnach wieder zuversichtlicher. "Die glänzende Verfassung des Arbeitsmarktes weckt Hoffnungen auf anhaltend gute Lohn- und Einkommenszuwächse."

mik/Reuters

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