Gigantisches Haushaltsdefizit Griechen streiken gegen EU-Sparvorgaben

Streiks und Demonstrationen in Griechenland: Die EU hat die Regierung in Athen wegen ihres gigantischen Haushaltsdefizits zu drastischen Sparmaßnahmen verdonnert. Jetzt protestieren Finanz- und Zollbeamte gegen die drohenden Kürzungen.

Griechenlands Regierungschef Papandreou: Nullrunden bei Beamtengehältern
REUTERS

Griechenlands Regierungschef Papandreou: Nullrunden bei Beamtengehältern


Athen - Das griechische Sparprogramm stößt auf massiven Widerstand im Land. Am Donnerstag sind Beamte des griechischen Zolls und des Finanzamtes in einen 48-stündigen Warnstreik getreten - aus Protest gegen die geplanten Kürzungen.

Die zwei größten Gewerkschaftsverbände des Landes riefen ebenfalls zu Warnstreiks auf. Am Mittwoch kommender Woche wollen weitere Staatsbedienstete sowie Ärzte und Arbeiter die Arbeit niederlegen, für den 24. Februar kündigten die griechischen Gewerkschaften einen Generalstreik an.

Er bedauere es zutiefst, dass sich die Regierung in Athen den "Wünschen des Marktes" gebeugt habe, sagte der Gewerkschaftsführer Yiannis Panagopulos am Mittwoch. "Unsere Nettogehälter werden zwischen 6 und 25 Prozent gekürzt, wenn dieses Programm in die Tat umgesetzt wird", sagte der Präsident der Gewerkschaft der Staatsbediensteten Spyros Papaspyros am Donnerstag im griechischen Fernsehen. Das könne "niemand ertragen".

Griechenlands Regierungschef Giorgios Papandreou hatte Anfang der Woche unter anderem Nullrunden bei den Beamtengehältern, eine Anhebung des Rentenalters und höhere Kraftstoffpreise angekündigt, um den gigantischen Schuldenberg des Landes abzubauen. Die EU hatte den stark defizitären griechischen Haushalt zuvor unter ihre Kontrolle gestellt und leitete wegen falscher statistischer Angaben ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Athen ein.

Griechenland ist der Schuldensünder der Europäischen Union. Die sozialistische Regierung muss das Defizit von fast 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2012 unter die erlaubte Marke von drei Prozent drücken. Die EU-Kommission hatte die griechischen Staatsfinanzen am Mittwoch unter ihre Aufsicht gestellt. Athen hat wenig Zeit, um die Sparmaßnahmen umzusetzen. Den ersten Bericht über Fortschritte bei den Reformen und Sparmaßnahmen muss Athen der EU-Kommission bereits am 16. März vorlegen.

ssu/AFP/dpa

insgesamt 1656 Beiträge
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grauer kater 10.12.2009
1.
In Griechenland stand die Wiege der europäischen Kultur, der Demokratie und der modernen Wissenschaften! Die Griechen sind es allemal wert, dass ganz Europa für sie einsteht, denn sie sind Fleisch von unserem Fleische!
DJ Doena 10.12.2009
2.
Zitat von grauer katerIn Griechenland stand die Wiege der europäischen Kultur, der Demokratie und der modernen Wissenschaften! Die Griechen sind es allemal wert, dass ganz Europa für sie einsteht, denn sie sind Fleisch von unserem Fleische!
Isn bisschen sehr philosophisch oder?
grauer kater 10.12.2009
3.
Zitat von DJ DoenaIsn bisschen sehr philosophisch oder?
Liebe zur Weisheit ist eben eine gute menschliche Eigenschaft, die man pflegen sollte. Die menschliche Gesellschaft könnte dabei viel gewinnen, wenn möglichst viele diese Eigenschaft entwickeln würden!
zwangsreunose 10.12.2009
4.
Zitat von sysopRatingagenturen stufen die Kreditwürdigkeit von Griechenland herunter, Pessimisten sprechen gar vom drohenden Staatsbankrott. Experten aber begrüßen die drastische Warnung der Finanzmärkte. Soll die EU im Notfall einspringen?
Europa lebt in erster Linie von seinem Binnenmarkt. Das ist ein geben und nehmen. Griechenland ist dabei. Aber....liebe Nachbarn, Kritik ist berechtigt. Ihr habt neu gewählt. Bringt Euren Laden in Ordnung. Außerdem wäre ich längst für eine Europaanleihe.
grauer kater 10.12.2009
5.
Es gibt nicht die Griechen, sondern normale Menschen, wie Du und ich sowie Politiker und Führungskräfte, die für bestimmte Zustände in der Gesellschaft verantwortlich zeichnen! Meine Solidarität beschränkt sich auf die normalen Menschen, die nichts mit den Machenschaften der "Führer" zu tun haben!
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