Euro-Gipfel: Entscheidung über Zypern-Hilfe erst im März

Die Entscheidung über die Hilfen für Zypern fällt erst im März. Das bekräftigte der neue Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in Brüssel. Die Regierungschefs wollen vor einer Zusage die Wahlen des Krisenlands am kommenden Sonntag abwarten.

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Dijsselbloem: "Wir wollen heute Fortschritte machen"

Brüssel - Mit einer Entscheidung über Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds für Zypern ist erst im März zu rechnen. "Es gibt in diesem Monat Präsidentschaftswahlen in Zypern, und wir erwarten, im März zu einer Entscheidung zu kommen", sagte der neue Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem.

"Wir wollen heute Fortschritte machen", sagte der niederländische Finanzminister in Brüssel vor einem Treffen, bei dem es um Zyperns Hilfsantrag geht. Die Vertreter der Euro-Staaten seien sich "einig, dass wir zu einer Entscheidung zu Zypern kommen müssen und dass wir die Zeit nutzen sollten, um die bestmögliche Lösung auszuarbeiten", sagte Dijsselbloem. Zu Details des möglichen Hilfspakets nahm er keine Stellung.

Zypern hat bereits im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro. Davon soll ein Großteil an angeschlagene Banken der Insel fließen. Der Antrag ist jedoch umstritten. Dem Land wird besonders in Deutschland vorgeworfen, nicht entschieden gegen Steuerbetrug und Schwarzgeld etwa aus Russland vorzugehen. Dijsselbloem wies auf die Präsidentenwahlen in Zypern hin, deren erste Runde für den 17. Februar geplant ist.

Die Europäische Zentralbank mahnte zur Eile. "Ich erwarte, dass das Hilfsprogramm für Zypern Ende März steht", sagte EZB-Direktor Jörg Asmussen dem "Handelsblatt". Die Entscheidung dürfe nicht "bis nach der Bundestagswahl" im September verschleppt werden.

Das Treffen der Euro-Gruppe ist das erste unter dem Vorsitz Dijsselbloems. Der niederländische Finanzminister war im Januar zum Nachfolger des Luxemburgers Jean-Claude Juncker gewählt worden. Am Abend wollen die Euro-Finanzminister Juncker bei einem Abendessen verabschieden.

cte/AFP

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insgesamt 11 Beiträge
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1.
kimba2010 11.02.2013
Zitat von sysopDPADie Entscheidung über die Hilfen für Zypern fällt erst im März. Das bekräftigte der neue Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in Brüssel. Die Regierungschefs wollen vor einer Zusage die Wahlen des Krisenlandes am kommenden Sonntag abwarten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gipfel-in-bruessel-entscheidung-ueber-zypern-hilfe-erst-im-maerz-a-882636.html
Immer wieder interessant, wie viele unbekannte, nicht gewählte EU Gruppenchefs und Kommissare da herumlaufen, die bestimmen, fordern, fremdes Geld ausgeben.
2.
sebfran 11.02.2013
Zitat von sysopDPADie Entscheidung über die Hilfen für Zypern fällt erst im März. Das bekräftigte der neue Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in Brüssel. Die Regierungschefs wollen vor einer Zusage die Wahlen des Krisenlandes am kommenden Sonntag abwarten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gipfel-in-bruessel-entscheidung-ueber-zypern-hilfe-erst-im-maerz-a-882636.html
Hilfszahlungen der EU bzw. der Eurozone an Zypern sollten an die Förderung der Bodenschätze bzw. an die Förderung von Öl und Gas im zypriotischen Teil des Mittelmeers der Republik Zypern gekoppelt werden, damit sich Zypern wieder leichter selbst finanzieren kann und die Hilfszahlungen der EU bzw. der Eurozone schneller beglichen werden.
3. Entscheidung im März
kf_mailer 11.02.2013
jetzt auch noch das kleine Zypern system relevant und nicht legitimierte Kommissare sollen über die "Rettung" entscheiden? Noch dazu geht es doch gar nicht um die Bürger in Zypern sondern um Banken und diese sollen sich gefälligst an dem Markt gewönnen! Können sie ihre Risiken nicht mehr selber tragen, dann gehören sie in die Insolvenz, wie jedes andere Unternehmen auch. Diese EU und der Euro haben ein ganz gewaltiges Legitimationsproblem, wenn sie die Steuerzahler aller Mitgliedsländer für Bankprofite in Haft nehmen. Da zeigt sich nämlich mal wieder das diese Organisationen nicht für die Bürger da sind und daher gehören sie abgeschafft! Weg mit der EU und weg mit dem Euro. Es gibt immer Alternativen!
4. optional
lupenrein 11.02.2013
Die EZB will, dass die BRD endlich den Geldbeutel für Zypern öffnet. Diese Aufforderung richtet sich speziell an die BRD und passt damit in das Gesamtkonzept dieser Transferunion. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/nettozahler-deutschland-die-melkkuh-der-eu-12057983.html
5. Deutschland wird verramscht
ryder 11.02.2013
Jetzt werden auch Zypern Kredite gewährt. Die Insel hat eben auch erkannt, wie leicht man in Europa an Geld kommt. Profitieren werden die russischen Oligarchen, die Zypern bislang finanziert haben. Das Geld werden wir wie bei Griechenland und den anderen südlichen Staaten auch, weitgehend nicht mehr zurückbekommen. Kompensiert wird dann das durch Inflation, Realwertverlust und steigenden Abgaben bei uns. Ryder
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