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30. November 2010, 10:24 Uhr

Glänzender Arbeitsmarkt

Deutschland feiert sein Jobwunder

Der Arbeitsmarkt sorgt für einen Rekord nach dem anderen. Noch nie hatten in Deutschland so viele Menschen einen Job wie jetzt - und die Zahl der Erwerbslosen sinkt immer weiter: Im November meldeten sich 2,9 Millionen arbeitslos, 14.000 weniger als im Vormonat.

Nürnberg - Die Wucht des Aufschwungs bringt den Arbeitsmarkt in Bewegung: Immer mehr Menschen finden einen Job, immer weniger müssen sich arbeitslos melden. So sank die Zahl der Erwerbslosen auch im November - um 14.000 auf nun 2,93 Millionen. Der Vergleich zum Vorjahr macht die Dynamik deutlicher: Im November 2009 waren 284.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als heute.

Im Oktober war die Erwerbslosenzahl zum ersten Mal seit rund zwei Jahren unter die Marke von drei Millionen gesunken. "Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten Konjunktur", sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), am Dienstag. "Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit nehmen erneut deutlich zu und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt."

Die um jahreszeitlich bedingte Schwankungen bereinigte Arbeitslosenzahl ging um 9000 zurück. Die Arbeitslosenquote verharrte bei sieben Prozent.

Zugleich erreichte die Zahl der Beschäftigten im Oktober einen neuen Rekordstand. Insgesamt wurden rund 40,9 Millionen Erwerbstätige gezählt - 405.000 mehr als im Vorjahresmonat. Das sei der höchste Stand seit der Wiedervereinigung, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der alte Rekord im Oktober 2008 mit 40,77 Millionen Beschäftigten wurde damit gebrochen.

Zeitarbeit wird durch feste Arbeitsverhältnisse abgelöst

Der Aufwärtstrend wird sich Experten zufolge fortsetzen. "Der Arbeitsmarkt brummt", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von Unicredit, Andreas Rees. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Marke von 41 Millionen übersprungen wird." Rund die Hälfte des Beschäftigungszuwachses komme derzeit noch von der Zeitarbeit. "In den kommenden Monaten werden aber zunehmend dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse folgen", sagte Rees.

Das seien gute Nachrichten für den privaten Konsum. Er werde 2011 voraussichtlich um zwei Prozent zulegen, was für deutsche Verhältnisse sehr stark sei. "Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist fast auf einem Rekordtief, nachdem sie im Zuge der Finanzkrise noch ein Rekordhoch erreicht hatte", sagte Rees. Dadurch sitze das Geld bei den Verbrauchern wieder lockerer.

Für eine Fortsetzung des positiven Trends spricht die kräftig wachsende Wirtschaft. Die EU-Kommission traut ihr 2011 ein Plus von 2,2 Prozent zu, nach 3,7 Prozent in diesem Jahr. Mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex hat das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer im November den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Für 2011 hält die Bundesagentur einen Rückgang der Arbeitslosigkeit auf bis zu 2,7 Millionen für möglich.

yes/Reuters

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