Globale Krise Schäuble erwartet sieben schwere Jahre

Wann enden die Turbulenzen für die Weltwirtschaft? Finanzminister Schäuble rechnet nicht mit einer schnellen Erholung. IWF-Chefin Lagarde verlangt mehr Anstrengungen der Regierungen: Die USA sollen ihr Wachstum ankurbeln.

Bundesfinanzminister Schäuble: Sieben schwache Jahre
dapd

Bundesfinanzminister Schäuble: Sieben schwache Jahre


St. Gallen/Jackson Hole/New York - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigt sich mit Blick auf die globale Konjunktur skeptisch. Der Weltwirtschaft könnten angesichts der drastischen Sparmaßnahmen in einigen Ländern sieben schwache Jahre bevorstehen. Bis die Haushaltskonsolidierung in einer Reihe von Staaten erste Früchte trage, dürften Jahre vergehen, sagte der CDU-Politiker am Samstag im schweizerischen St. Gallen zum Abschluss eines Nobelpreisträgertreffens am Bodensee.

Schäuble forderte eine engere Kooperation in der Wirtschaftspolitik in Europa, um langfristiges Wachstum zu sichern. Von entscheidender Bedeutung seien sofortige Strukturreformen sowie eine rasche Haushaltskonsolidierung in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland, um dieses Ziel zu erreichen. Bereits am Donnerstag hatte Schäuble mehr Engagement der Euro-Länder bei der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise gefordert.

Angesichts der schwierigen Konjunkturlage hat die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die Politiker in den USA aufgerufen, deutliche Schritte zur Ankurbelung der Wirtschaft zu unternehmen. Washington müsse sich auf einen "glaubwürdigen" Plan einigen, um künftig die Staatsschulden zu kontrollieren, sagte Lagarde am Samstag beim Treffen der Notenbanker in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Zudem müsse jetzt unmittelbar für ein stärkeres Wirtschaftswachstum gesorgt werden.

Wenn die Wirtschaft stagniere, verlören Pläne für Kostensenkungen an Glaubwürdigkeit, warnte Lagarde. Außerdem müsse die Politik für Entspannung in der Immobilienkrise sorgen. Die Zentralbanken rief Lagarde auf, den niedrigen Zinssatz beizubehalten und wenn nötig über "unkonventionelle" Schritte nachzudenken, falls sie zum Schutz der fragilen Erholung der Wirtschaft nötig seien.

"Die Risiken für die Weltwirtschaft steigen"

Die IWF-Chefin appellierte auch an die europäischen Staaten, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Einzelne Länder müssten Pläne zur Reduzierung der Haushaltsdefizite mit einem "glaubwürdigen Finanzweg" umsetzen. Dies beinhalte eine anhaltende Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Zudem forderte sie eine Rekapitalisierung der europäischen Banken.

Die Weltwirtschaft wachse, doch noch nicht genügend, sagte Lagarde. Die instabile Erholung könnte zum Erliegen kommen. "Die Risiken für die Weltwirtschaft steigen", warnte Lagarde. Dem müsse rasch gegengesteuert werden. EZB-Chef Jean-Claude Trichet betonte bei dem Treffen der Notenbanker, dass es notwendig sei, die Preisstabilität zu wahren, um ein Fundament für gesundes Wachstum zu legen. "Das ist etwas, was wir als absolut wichtig für das Vertrauen erachten", sagte Trichet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama berieten am Samstag in einem Telefonat über die Lage der Weltwirtschaft. Wie das Weiße Haus mitteilte, stimmten sie überein, dass zur Ankurbelung des weltweiten Wirtschaftswachstums ein "abgestimmtes Handeln" - unter anderem im Rahmen der G-20 - notwendig sei.

suc/dapd/AFP/Reuters



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si_tacuisses 28.08.2011
1. Geplapper und Pfeifen im finsteren Walde.
Zitat von sysopWann enden die Turbulenzen für die Weltwirtschaft? Finanzminister Schäuble rechnet nicht mit einer schnellen Erholung. IWF-Chefin Lagarde verlangt mehr Anstrengungen der Regierungen: Die USA sollen ihr Wachstum ankurbeln. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,782916,00.html
Was hier an Plattheiten und Kaffeesatzleserei zusammengestottert wird ist haarsträubend. Rekapitalisierung der Banken, Tante Lagarde hat wohl die bankrottem französischen im Blick. Die USA sollen...... Ich fass mir an den Kopf und kann nur sagen: "Kürbis gedeihe"
Renju 28.08.2011
2. Na sicher
Zitat von sysopWann enden die Turbulenzen für die Weltwirtschaft? Finanzminister Schäuble rechnet nicht mit einer schnellen Erholung. IWF-Chefin Lagarde verlangt mehr Anstrengungen der Regierungen: Die USA sollen ihr Wachstum ankurbeln. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,782916,00.html
Was macht man, wenn die Blase zu platzen droht? Weiter aufblasen!
874 28.08.2011
3. Und immer wieder die gleiche Leier...
Immer reden sie von Schulden- und Kostensenkungen anstatt von Abbau. Das diese Rechnung auf Dauer nicht aufgehen kann kann sich jeder 5-jährige ausrechnen aber unsere Herren Politiker offenbar nicht.
Koltschak 28.08.2011
4. Und ich dachte jetzt kommen die sieben fetten Jahre...
....die kommen doch zuerst, um die Scheuer zu füllen und dann die sieben schweren Jahre zu überstehen. Oder habe ich die Bibel schon wieder falsch verstanden? Spaß beiseite: Ich finde es gut, wenn unsere Politiker das gleiche Empfinden haben wie die Wähler und die Restbevölkerung. Von selbst wäre ich nie darauf gekommen, dass jetzt "sieben schwere Jahre" dräuen!
deppvomdienst 28.08.2011
5. Wie verträgt sich das ...
Zitat von sysopWann enden die Turbulenzen für die Weltwirtschaft? Finanzminister Schäuble rechnet nicht mit einer schnellen Erholung. IWF-Chefin Lagarde verlangt mehr Anstrengungen der Regierungen: Die USA sollen ihr Wachstum ankurbeln. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,782916,00.html
mit dem Bestreiten einer bevorstehenden Rezession? Klar - gegenüber Nobelpreisträgern kann man nicht mit dem Blödsinn fürs Dummvolk kommen - nicht wahr, Herr Schäuble? Noch 7 Jahre - wenn`s denn reicht. Schaut man sich alleine die Deutschen Zahlen an, erkennt man, dass unser BIP noch immer unter dem vom 4. Quartal 2006 liegt - also 5 Jahre ohne Wachstum. Aber dafür die Staatsschulden mal eben um 500 Mrd. erhöht und für ein paar weitere Hundert Mrd. nur gebürgt. Offizielle Zunahme der Staatsverschuldung um 25% - inoffiziell??? Es wird Zeit, chinesisch zu lernen. Vom Wahrheitsgehalt sind die Unterschiede zwischen der deutschen veröffentlichten Meinung und der chinesischen Nachrichtenagentur sowieso nicht mehr sehr unterschiedlich. Auch ohne Zensur sagt uns ja keiner (mehr?) die Wahrheit. Ohne Wachstum kein Abbau der Staatsverschuldung - ohne weitere Staatsverschuldung kein Wachstum mehr. Was sagen denn die Nobelpreisträger, wie man aus dieser Zwickmühle rauskommt? Aber schön zu wissen, dass die sich immer noch ein Treffen in der Schweiz leisten können - dem Land, dass sich seine eigenen Bürger schon bald nicht mehr leisten können.
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