Goldman Sachs Ex-Banker muss 118 Millionen Dollar Strafe zahlen

Der Betrugsfall erschütterte die Bankenwelt, nun ist ein ehemaliger Manager der US-Bank Goldman Sachs verurteilt worden. Matthew Taylor hatte mehr als acht Milliarden Dollar an Wetten verschleiert. Er muss neun Monate in Haft und eine hohe Geldstrafe zahlen.

Ex-Goldman-Händler Matthew Taylor: Haft, Geldstrafe und Sozialstunden
REUTERS

Ex-Goldman-Händler Matthew Taylor: Haft, Geldstrafe und Sozialstunden


New York - Ein Ex-Manager der US-Bank Goldman Sachs hat insgesamt 8,3 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 6,1 Milliarden Euro, an Wetten auf Termingeschäfte "betrügerisch angehäuft und verschleiert". Deswegen wurde Matthew Taylor nun zu neun Monaten Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Ein New Yorker Gericht befand den Börsenhändler am Freitag für schuldig, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit.

Taylor hatte sich bereits im April schuldig bekannt. Seiner Aussage zufolge habe er Goldman innerhalb von 36 Stunden informiert, der Tatvorwurf wurde jedoch erst in diesem Jahr bekannt. "Goldman hat Taylors Lügen verschwiegen", sagte Richter William Pauley bei der Verhandlung in Manhattan. Die Investmentbank feuerte Taylor, legte jedoch nicht seinen kompletten Fehltritt offen. Auf diese Weise konnte er weitere vier Jahre für Morgan Stanley arbeiten, schilderte der Richter. "So viel zu Goldmans Sorgen um die Glaubwürdigkeit der Finanzmärkte", sagte er.

"Alles in diesem Fall ist traurig"

Der 34-Jährige muss nun außerdem 118 Millionen Dollar Strafe zahlen. Eine Summe, die dem Schaden entspricht, den er mit seiner Zockerei Goldman Sachs zugefügt hatte. Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte Taylor seinen früheren Arbeitgeber mit einem falschen Bericht über seine Verluste und Gewinne getäuscht. Zusätzlich zur Haftstrafe muss der Absolvent des Massachusetts Institute of Technology (MIT) nun 400 Sozialstunden leisten und dabei Kindern armer Familien Mathematik beibringen.

In der Angelegenheit war das Bankhaus Goldman Sachs selbst im Dezember 2012 wegen Vernachlässigung seiner Aufsichtspflicht gegenüber seinem Mitarbeiter zu einer Strafzahlung von 1,5 Millionen Dollar verurteilt worden.

Richter Pauley warf auch der Staatsanwaltschaft vor, den Fall unnötig und künstlich in die Länge gezogen zu haben. "Alles in diesem Fall ist traurig", sagte der Richter zum Angeklagten. "Die Antwort Ihres Arbeitgebers war traurig, Ihr Verhalten war traurig, das Verhalten der Regierung auch." Taylor bleibt zunächst auf Kaution frei und tritt Anfang Februar seine Haft an.

vek/AFP/AP



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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
grommeck 07.12.2013
1. Lächerlich....
woher soll er die Kohle nehmen? Klauen? Lebenslänglich ... Das würde abschrecken, übrigens auch unsere "Deutsche-Bescheiß-Bank" Bänker...
h.vonbun 07.12.2013
2. Weiter so
und den Arbeitgeber immer wg. mangelhafter Aufsicht, Täuschung, Betrug mit verklagen. Im Wiederholungsfalle einfach die Lizenz entziehen und den Laden abwickeln. - Nur aus Schaden wird man klug! Kurse gegen Spielsucht anbieten, noch besser zur Pflicht machen! Alkoholikern wird doch auch der Schein abgenommen!
wurzelbär 07.12.2013
3. Wer denken kann erkennt
Zitat von sysopREUTERSDer Betrugsfall erschütterte die Bankenwelt, nun ist ein ehemaliger Manager der US-Bank Goldman Sachs verurteilt worden. Matthew Taylor hatte mehr als acht Milliarden Dollar an Wetten verschleiert. Er muss neun Monate in Haft und 118 Millionen Dollar Strafe zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/goldman-sachs-ex-banker-muss-118-millionen-dollar-strafe-zahlen-a-937741.html
und versteht, wie abartig und psychisch krank das ganze wirtschaftliche und finanzielle System geworden ist und schon freiwillig um eine gründliche > Bereinigung < bettelt. Viele Hunde sind des Hasen tot. Die Politik, Wirtschaft und die Banken sind es Volkes, des Staats und der Menschen - - Niedergang "
Spiegelleserin57 07.12.2013
4. keine Sorge...
Zitat von grommeckwoher soll er die Kohle nehmen? Klauen? Lebenslänglich ... Das würde abschrecken, übrigens auch unsere "Deutsche-Bescheiß-Bank" Bänker...
der hat das Geld...ist kein armer Schlucker...in der Branche werden traumhafte Gehälter gezahlt. Es stellt sich die Frage ob er das nicht aus seiner Protokasse zahlt!
Zaunsfeld 07.12.2013
5.
Zitat von grommeckwoher soll er die Kohle nehmen? Klauen? Lebenslänglich ... Das würde abschrecken, übrigens auch unsere "Deutsche-Bescheiß-Bank" Bänker...
Naja. Wenn er mit Werten hantiert hat im Bereich 8 Milliarden €, dann dürfte er dabei tatsächlich die ein oder andere Million verdient haben. 100 Millionen könnten schon gut möglich sein. Und selbst wenn er nicht so viel verdient hat, heißt das Urteil für ihn, dass er quasi sein gesamtes Vermögen abzugeben hat und für den Rest seines Lebens für die Abzahlung dieser Strafe arbeiten wird. D.h. der wird sein Leben lang nicht wieder froh. Ziel also erreicht. Hätte man ihn lebenslang ins Gefängnis gesteckt, dann hätte er stattdessen den Staat noch was gekostet, weil man ihn als Arbeitslosen im Knast dann bis zum Lebensende auch noch durchfüttern müsste.
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