Jahresbilanz Bundesbank holt 120 Tonnen Gold zurück

Im vergangenen Jahr ist viel Gold über den Atlantik gereist: Die Bundesbank holte 85 Tonnen ihrer Vorräte aus den USA zurück und 35 Tonnen aus Frankreich. Ein Teil des Goldes wurde zu neuen Barren umgeschmolzen.

Goldbarren bei der Bundesbank: "Wie erwartet keine Beanstandungen"
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Goldbarren bei der Bundesbank: "Wie erwartet keine Beanstandungen"


Frankfurt - Die Rückführung der deutschen Goldreserven läuft wie geplant - das hatte die Bundesbank bereits kurz vor Jahresende bekanntgegeben. Nun teilte sie auch mit, wie viel Edelmetall im vergangenen Jahr nach Frankfurt gebracht wurde: 120 Tonnen Gold, wobei 35 Tonnen aus Beständen in Paris und 85 Tonnen aus New York stammten.

Die Bundesbank will ab 2020 die Hälfte der knapp 3400 Tonnen deutscher Goldreserven in eigenen Tresoren in Frankfurt am Main lagern. Dazu müssen in den nächsten Jahren noch knapp 520 Tonnen aus dem Ausland nach Deutschland gebracht werden. Momentan lagern in Frankfurt bereits knapp 1200 Tonnen Gold - das ist nach den Goldreserven der USA der zweitgrößte Goldschatz der Welt mit einem Wert von rund 100 Milliarden Euro.

Die Umsetzung des neuen Lagerkonzepts verlaufe "reibungslos", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Die Notenbank nutze die Verlagerung aus New York auch, um etwa 50 Tonnen Gold auf den heute marktüblichen Barrenstandard "London Good Delivery" umschmelzen zu lassen, sagte Thiele: "Bei dieser Art von Stichprobenkontrolle haben wir auch auf die Expertise der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zurückgegriffen. Wie erwartet gab es keine Beanstandungen."

Aus historischen Gründen lagert der Großteil der deutschen Goldreserven im Ausland, vor allem in Tresoren der US-Notenbank Fed. 2012 war in Deutschland eine öffentliche Debatte über die Sicherheit des deutschen Goldes entbrannt. Der Bundesrechnungshof forderte regelmäßige Stichproben der Bestände im Ausland. Die Bundesbank reagierte mit der Ankündigung, einen Teil des Auslandsgoldes künftig in Deutschland zu lagern.

Auch nach 2020 sollen jedoch mehr als 1200 Tonnen in New York bleiben, 445 Tonnen in London. Thiele hatte dies kürzlich so begründet: "Gold kann im Krisenfall beliehen oder in eine andere Währung getauscht werden."

dab/dpa/AFP

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insgesamt 55 Beiträge
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neinsagen 19.01.2015
1. widersprüchlich
alles gold (wenn´s wahr ist) muss zurück nach deutschland. Die äusserung das ein Teil des Goldes in den USA und England bleiben soll weil das Gold beliehen werden könnte in Krisenzeiten ist unschlüssig. Wenn Deutschland ein Wirtschaftliches Problem hätte gäbe es die anderen Wirtschaftländer längst nicht mehr.
jws1 19.01.2015
2. Ich glaube Thiele nicht
Die 1500 Tonnen, die nach 2020 in den USA verbleiben, wird Deutschland nie zurückbekommen. Die etwa 500 Tonnen, die noch bis dahin nach Frankfurt geschafft werden, sind ein Kompromiss mit den Amis, um die Kritiker ruhig zu stellen.
HansD 19.01.2015
3. Wow...
Die Holländer haben im Novemberg 122,5 Tonnen allein aus New York heim zu sich geholt. Innerhalb weniger Tage! Das kleine Holland macht sowas. Was dauert bitte bei uns so lange? Gibt der Markt nicht genug her, oder wie?
nichtfritz 19.01.2015
4. Gut so.
Vorsichtig ist die Mutter mit der Porzellankiste. Nach griechischen Währungseinschleichungen mit anschließendem Nazibärtchengemale, uneingeladenen NSA-Besuchen in unser aller Leben und Maul-zu-Frau-Merkel-Statements ist ein gewisser Verlust im gegenseitigen Respekt miteinander wohl unübersehbar. Da hab ich das Familiensilber doch schon lieber zuhause.
fort-perfect 19.01.2015
5. Futsch!
Das Gold, das angeblich weiterhin in den USA und GB bleiben soll, existiert doch gar nicht mehr..... Da kann nichts zurück geführt werden, weil da einfach nichts mehr ist! Die Bundesbank hat es schliesslich effektiv unterbunden, dass "neutrale" Kontrolleure die im Ausland gebunkerten Bestände umfänglich kontrollieren konnten.... da wurden nur "Stichproben" vorgelegt.... Es scheint sich in der Politik zunehmend einzubürgern, dass man "Hinz und Kunz" amateurhaft zusammengeschusterte Märchen als Wahrheiten verkaufen will..... Warum nur?
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