Grameen Bank Nobelpreisträger Yunus klagt gegen Rauswurf

Der Vater der Mikrokredite will sich nicht zwangsverrenten lassen: Muhammad Yunus geht juristisch gegen den Rausschmiss aus seiner eigenen Bank vor. Bangladeschs oberstes Gericht soll sich umgehend mit dem Fall beschäftigen.

AFP

Dhaka - Muhammad Yunus will kämpfen: Der Friedensnobelpreisträger wehrt sich vor Gericht gegen seine Abberufung als Direktor der Grameen-Bank in Bangladesch. Generalstaatsanwalt Mahbubey Alam bestätigte, Yunus habe am Donnerstag vor dem Obersten Gerichtshof in Dhaka eine Klage gegen die Entscheidung der Zentralbank eingereicht. Noch im Laufe des Tages solle eine Anhörung stattfinden.

Die Grameen Bank wurde von Yunus gegründet. Sie vergibt so genannte Mikrokredite, als deren Vater der 70-Jährige gilt. Die Zentralbank in Dhaka hatte Yunus' Ablösung angeordnet, da er über die bindende Altersgrenze von 60 Jahren hinaus im Amt geblieben sei. Die Bank argumentiert hingegen, der Vorstandsposten sei auf Lebenszeit vergeben worden. Die Zentralbank behauptet, sie habe die Ernennung nie ratifiziert.

Yunus hatte bereits in den siebziger Jahren Kleinstkredite vergeben, vor allem an arme Frauen in seiner Heimat Bangladesh. Inzwischen sind die Darlehen ein anerkanntes Mittel in der Armutsbekämpfung. 2006 bekam Yunus für seine Idee gemeinsam mit seiner Bank den Friedensnobelpreis.

In den letzten Monaten waren Vorwürfe laut geworden, wonach Yunus es mit der Buchführung nicht so genau genommen hat. So habe die Grameen Bank zweckgebundene Entwicklungsgelder ohne Wissen der Geber in andere Projekte gesteckt. Zudem musste Yunus sich vor Gericht wegen Verleumdung verantworten. In einem Interview hatte er behauptet, Politiker seien korrupt - nun geht ein Lokalpolitiker gegen ihn vor. Auch Yunus' Verhältnis zu Bangladeshs Premierministerin Sheikh Hasina gilt als problematisch.

dab/dapd/AP/AFP



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