Reparationsforderungen: Griechen reagieren vergrätzt auf Schäuble-Interview

Finanzminister Schäuble hat mögliche Reparationsforderungen aus Griechenland zurückgewiesen. Die Regierung solle sich auf den Sparkurs konzentrieren. Der Außenminister reagiert verärgert.

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dapd

Finanzminister Schäuble: "Leute nicht in die Irre führen"

Athen - Wolfgang Schäuble sorgt mit einem Interview für Ärger bei der griechischen Regierung. Der Finanzminister hatte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zu möglichen Reparationsforderungen aus Athen gesagt: "Viel wichtiger, als die Leute mit solchen Geschichten in die Irre zu führen, wäre es, ihnen den Reformweg zu erklären und zu erläutern und sie auf diesem zu begleiten."

Der griechische Außenminister reagierte ungehalten. Die Reparationsforderungen hätten nichts mit dem Sparprogramm des Landes zu tun. Das seien zwei getrennte Themen, sagte Dimitris Avramopoulos in Athen.

Staatliche griechische Juristen prüfen derzeit mögliche Reparationsforderungen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg an Deutschland. Außenminister Avramopoulos erwartet von ihnen ein Rechtsgutachten über eine entsprechende Studie, die seit Wochen zwischen den Athener Behörden hin- und hergeschoben wird. Die Ergebnisse werden als "strengstens geheim" eingestuft.

Der Bericht basiert auf 761 Bänden Archivmaterial, darunter Verträge, Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen. Laut dem Chef der Kommission, Panagiotis Karakousis, mussten die Experten 190.000 Seiten durcharbeiten, die über mehrere Archive verstreut waren, manche davon habe man in Säcken in Kellern öffentlicher Gebäude gefunden.

Bei den möglichen Forderungen Griechenlands geht es unter anderem um einen Zwangskredit, den die Bank von Griechenland 1942 der Deutschen Reichsbank gewährte. Über die mögliche Höhe der Reparationen kursieren Zahlen in dreistelliger Milliardenhöhe. Schäuble gibt den Forderungen nach eigener Aussage keine Chance, die Entschädigungsfragen seien längst geklärt.

cte/dpa

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