Griechenland: Abgeordneter soll eine Million ins Ausland geschafft haben

Aufregung im Athener Parlament: Ein griechischer Abgeordneter soll im vergangenen Jahr eine Million Euro ins Ausland transferiert haben. Die Überweisung war zwar offenbar legal, angesichts der desolaten Wirtschaftslage empören sich die Politiker jedoch über die Moral ihres unbekannten Kollegen.

Griechisches Parlament im Juni 2011: "Schatten fällt auf alle 300 Abgeordneten" Zur Großansicht
REUTERS

Griechisches Parlament im Juni 2011: "Schatten fällt auf alle 300 Abgeordneten"

Athen - Während sein Land um Rettungspakete ringt und sich verzweifelt gegen die Staatspleite wehrt, wollte ein griechischer Abgeordneter offenbar seine eigenen Schäfchen sicher ins Trockene bringen. Wie jetzt bekannt wurde, soll ein Parlamentarier aus Athen im Mai vergangenen Jahres eine Million Euro ins Ausland geschafft haben.

Dies teilte der Chef der Behörde zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft, Panagiotis Nikoloudis, dem zuständigen Parlamentsausschuss mit. Der Name des oder der Abgeordneten wurde nicht genannt. Dazu hätte er nicht die Erlaubnis des Parlaments und der zuständigen Datenschutzbehörde und könnte deswegen ins Gefängnis wandern, begründete Nikoloudis seine Verschwiegenheit.

Dutzende Parlamentarier forderten am Mittwochabend das Parlamentspräsidium auf, den Namen zu nennen. Anderenfalls falle "der Schatten auf alle 300 Abgeordneten", hieß es in einem Brief von sechs Abgeordneten an den Parlamentspräsidenten Filippos Petsalnikos.

Viele Abgeordnete sagten, das Geld sei zwar allen Anzeichen nach legal außer Landes überwiesen worden - was aber legal sei, sei nicht auch moralisch, hieß es. Es könne nicht sein, dass jemand, der das Volk vertritt, sein Geld ins Ausland schafft. Vetternwirtschaft und Korruption gelten unter anderem als Gründe für die desolate Haushaltslage des Landes.

lgr/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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1. noch mal nachrecherchieren!
MrWitzig 22.02.2012
Zitat von sysopAufregung im Athener Parlament: Ein griechischer Abgeordneter soll im vergangenen Jahr eine Million Euro ins Ausland transferiert haben. Die Überweisung war zwar offenbar legal, angesichts der desolaten Wirtschaftslage empören sich die Politiker jedoch über die Moral ihres unbekannten Kollegen. Griechenland: Abgeordneter soll eine Million ins Ausland geschafft haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817026,00.html)
bitte um Überprüfung des Sachverhalts, damit die Headline heisst: "Abgeordnete transferierten....!" Denn bei einem solch grossmaschigen Netz wie es Griechenland die Letzten Jahrzehnte hatte, ist bestimmt nicht nur "ein Fisch durchgeschwommen"! ansonsten ein recht sinnloser Artikel, erinnert mich an den Sack Reis der in Indien umgefallen war, vor allem vor dem aktuellen Hintergrund der Griechenland-Krise.
2. Es könnte ja sein,
adam68161 22.02.2012
dass auch Parlamentarier anfangen, umzudenken. Man sollte alle griechischen Abgeordneten benennen, die in den beiden letzten Jahren Geld ins Ausland transferiert haben. Auf diese Weise werden viele Sitze frei.
3. Normal
#42# 22.02.2012
Zitat von sysopAufregung im Athener Parlament: Ein griechischer Abgeordneter soll im vergangenen Jahr eine Million Euro ins Ausland transferiert haben. Griechenland: Abgeordneter soll eine Million ins Ausland geschafft haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817026,00.html)
Wie viele deutsche Abgeordnete haben in der gleichen Zeit ähnliche Summen in die Schweiz geschafft? Der Vorwurf der Korruption an Griechenland wirkt angesichts solcher Eisbergspitzen (http://www.fr-online.de/politik/verdacht-der-steuerhinterziehung-leif-blum-soll-ausschussvorsitz-ruhen-lassen,1472596,11011448.html) vor der eigenen Haustür irgendwie lächerlich.
4. Offene Frage
Pinin 23.02.2012
Wobei noch die Frage offen ist, ob das Geld - durch Fakelaki gesteigert oder sogar komplett erworben wurde - aus unversteuertem Einkommen stammt Ist interessant ob hierzu noch Meldungen kommen oder ob der griechische Aufklärungenwille nicht so weit reicht. Aber da kann man ja noch das Steuergeheimnis vorschieben ...
5. Nur 1
f.a.g. 23.02.2012
Zitat von sysopAufregung im Athener Parlament: Ein griechischer Abgeordneter soll im vergangenen Jahr eine Million Euro ins Ausland transferiert haben. Die Überweisung war zwar offenbar legal, angesichts der desolaten Wirtschaftslage empören sich die Politiker jedoch über die Moral ihres unbekannten Kollegen. Griechenland: Abgeordneter soll eine Million ins Ausland geschafft haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817026,00.html)
Abortgenordeter ? Das glaube wer will ! So verblödet kann nicht mal der Michel sein .
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Fotostrecke: So funktioniert eine Umschuldung

Finanzkrise in Griechenland
Europa wird ungeduldig: Griechenland bekommt sein Schuldenproblem nicht in den Griff - inzwischen wird offen über eine geplante Insolvenz des Landes gesprochen. Doch ist das die Rettung für den Euro?

dapd
Was würde eine Pleite Griechenlands bedeuten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
Welche Folgen hätte eine Pleite Griechenlands?
Für die Euro-Zone wären die Folgen weitreichend: Die Gläubiger müssten ganz oder teilweise auf ihr Geld verzichten. Die Europäische Zentralbank etwa müsste Verluste auf die Staatsanleihen hinnehmen. Gleiches gilt für Geschäftsbanken oder Versicherer, die in griechische Staatsanleihen investiert haben. Das würde ihr Eigenkapital belasten. Allerdings haben die großen Banken im Ausland ihre Papiere schon zum Teil abgeschrieben.

Umstrittener sind die Folgen für Griechenland: Einige Ökonomen halten eine Pleite für die beste Option. Denn die Schuldenlast des Landes würde vermindert, die Zinsbelastung im Haushalt würde sinken, und die Tilgungsverpflichtungen dürften abnehmen. Als endgültige Lösung für die Schuldenkrise gilt eine Pleite aber keineswegs, denn die Griechen müssten ihre laufenden Ausgaben trotzdem ihren Einnahmen anpassen. Sonst häufen sie weiter Schulden an. Der Teufelskreis wäre nicht durchbrochen. Außerdem blieben griechische Banken bei einer Pleite auf Forderungen sitzen. Das Bankensystem im Land könnte kollabieren.
Wäre ein Austritt aus der Euro-Zone sinnvoll?
Die konkreten ökonomischen Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone sind schwer vorhersehbar. Viele Experten sind sich aber sicher, dass die Auswirkungen für das Schuldenland und andere Staaten des Währungsraums verheerend wären.
Für Griechenland könnte es der wirtschaftliche Zusammenbruch sein. Ohne Euro müsste das Land wieder seine alte Währung Drachme einführen, die vermutlich eine drastische Abwertung erfahren würde. Über billigere Produkte würde dies zwar der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Athens zugutekommen. Viel schwerwiegender wäre aber, dass zugleich die in Euro aufgenommenen Altschulden drastisch steigen würden. Das wäre allerdings nicht der Fall, wenn es vorher zu einer Pleite gekommen wäre.
Hinzu kommt, dass das Land seine Staatsausgaben mangels Kreditfähigkeit nur aus seinen Einnahmen finanzieren könnte. Die Folge wäre ein vermutlich noch viel stärkerer Abschwung als bisher.

Auch für die Euro-Zone hätte ein Austritt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verheerende Folgen. An den Finanzmärkten würden wohl schnell andere finanzschwache Länder unter Druck geraten, der sogenannte Domino-Effekt könnte eintreten. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen entsprechender Länder würden drastisch steigen und die jeweiligen Länder ähnlich wie Griechenland an den Rand der Zahlungsunfähigkeit führen. Letztlich könnte so der gesamte Währungsraum ins Wanken geraten.
Gibt es eine Alternative zu Pleite und Austritt?
Wichtig ist vor allem, dass Athen seine Sanierungspläne einhält und keine neuen Schulden anhäuft: Der Staat muss verschlankt werden, die Steuerhinterziehung bekämpft, die Privatisierung von Staatseigentum muss weitergehen. Zudem muss das zweite Rettungspaket für Athen umgesetzt werden, das bis 2014 die Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt garantiert und dem Land so Zeit für tiefgreifende Reformen geben soll.

Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

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