Brief an Euro-Gruppe Griechenland bittet um Verlängerung von Finanzhilfen

Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat einen Brief von Alexis Tsipras erhalten. Darin bittet Griechenlands Premier um eine sechsmonatige Verlängerung der Finanzhilfen für Athen.

Tsipras im Parlament: "Unser Ziel ist, das Abkommen bald abzuschließen"
AFP

Tsipras im Parlament: "Unser Ziel ist, das Abkommen bald abzuschließen"


Athen - Die griechische Regierung hat eine Verlängerung von Finanzhilfen der Eurozone beantragt. Einen entsprechenden Brief hat Ministerpräsident Alexis Tsipras abgeschickt. Darin bittet der Premier um eine sechsmonatige Verlängerung der Finanzhilfen. Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem bestätigte via Twitter den Eingang des Schreibens.

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Am 28. Februar läuft das aktuelle Hilfsprogramm der Europäer aus. Ohne Verlängerung droht Griechenland die Pleite. Am Freitag läuft die Frist ab, um eine Verlängerung zu beantragen. Mehrere EU-Parlamente, darunter der Bundestag, müssten einer solchen Verlängerung noch zustimmen. Die Arbeitsgruppe der Euro-Gruppe kommt am Nachmittag um 15 Uhr zusammen, um sich mit dem Antrag zu befassen. Am Freitag treffen sich die Euro-Finanzminister in Brüssel.

Der griechische Regierungssprecher Gavriil Sakellarides sagte am Morgen im heimischen Fernsehen: "Unser Ziel ist, das Abkommen bald abzuschließen."

Am Vorabend hatte sich der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis zuversichtlich gezeigt, dass die Verhandlungen am Freitag erfolgreich abgeschlossen werden können. "Tag für Tag, Stunde um Stunde kommen wir uns näher", sagte Varoufakis. Der Hilfsantrag werde so geschrieben sein, dass er beide Seiten zufriedenstellen werde. Bislang hatte die Regierung in Athen abgelehnt, das an bestimmte Reformauflagen geknüpfte komplette Hilfsprogramm zu verlängern. Ob Tsipras in dem Brief nun eingelenkt hat, ist noch unklar. (Lesen Sie hier die technischen Grundlagen für die Verlängerung der Hilfen.)

Am Mittwochabend hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den griechischen Banken zwar noch einmal eine Verlängerung des Notkreditprogramms (ELA) gewährt und den Rahmen auf 68,3 Milliarden Euro ausgeweitet. Wie aus Notenbankkreisen verlautete, läuft das aktuelle ELA-Programm zwei Wochen. Die griechischen Banken brauchen frisches Geld, weil Bürger und Unternehmen wegen der ungewissen Zukunft ihre Konten leerräumen. Die EZB darf aber ELA-Kredite für einen längeren Zeitraum nur gewähren, wenn die Zahlungsfähigkeit des Staates gesichert ist.

syd/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 188 Beiträge
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Seite 1
kurt-aus-kienitz 19.02.2015
1. Tsipras kommt ...
... Wahllügen an die Regierung und Deutschland ist dann wieder Schuld ... so wird es kommen ;-)
archivdoktor 19.02.2015
2. Echt?
Na, warum nicht gleich??????
utfcmac 19.02.2015
3.
Aha... was stand drin? "ok, wir nehmen eurer Geld nun doch" oder "Wir setzen die vereinbarten Reformen um und bekommen dann eurer Geld"?
joG 19.02.2015
4. Jetzt ist der Ball bei...
....der EU. Da das Zeitfenster schon sehr eng und fast geschloßen ist, bin ich gespannt.
susuki 19.02.2015
5.
Also keine 30000 frische Beamte?
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