Griechenland-Krise Widersprüchliche Angaben über drittes Rettungspaket

Spaniens Finanzminister Luis de Guindos sagt: In der Europäischen Union gebe es Diskussionen über ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagt: "Es gibt keine Gespräche."

Griechische Flagge: Ungewisse Zukunft
AFP

Griechische Flagge: Ungewisse Zukunft


Athen - Soll Griechenland weitere Hilfen im Umfang von 30 bis 50 Milliarden Euro bekommen? Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte am Montag in Pamplona, in der Eurozone werde derzeit über ein solches drittes Hilfsprogramm gesprochen.

In Brüssel wies man dies prompt zurück. "Es gibt keine Gespräche darüber", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Sprecherin von Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem äußerte sich ähnlich.

Minister de Guindos: Neue Hilfen für Griechenland?
DPA

Minister de Guindos: Neue Hilfen für Griechenland?

Das zweite Programm für Griechenland endet am 30. Juni. Danach bekommt die Athener Regierung bis Frühjahr 2016 noch einige Kredite vom IWF. Experten gehen aber davon aus, dass all das nicht reicht und Athen ein neues Hilfprogramm benötigen dürfte.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat wiederholt gesagt, ein drittes Paket werde es nicht geben, weil die Bürger diese Programme mit ihren verheerenden Auflagen abgewählt hätten.

Griechenland will bis Montag Reformvorschläge vorlegen

Griechenland ist seit 2010 vom Kapitalmarkt abgeschnitten und wird seitdem von seinen Euro-Partnern und vom IWF mit 240 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt. Schon im März droht - trotz der neu zugesagten Hilfen - eine Deckungslücke, weil Athen Kredite zurückzahlen muss, die Hilfen aber erst in einigen Wochen fließen könnten.

Dijsselbloem hatte bei entsprechenden Reformen versprochen, bereits im März weitere Finanzhilfen auszuzahlen. Griechenlands Finanzminister reagierte prompt. Am kommenden Montag werde er "ein Dossier mit sechs Vorschlägen vorstellen und mit unseren Partnern über Maßnahmen diskutieren, die umgehend umgesetzt werden können", sagte Giannis Varoufakis am Dienstag in einem Interview mit dem Sender Star TV.

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ssu/AFP/Reuters



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insgesamt 32 Beiträge
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wibo2 03.03.2015
1. Wenn es ernst wird muss man lügen (JCJ)
""Es gibt keine Gespräche darüber", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Sprecherin von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem äußerte sich ähnlich." (SPON) Griechenland braucht unter der radikalsozialistischen Regierung Tsipras mehr Geld. Die SPD will derweil ein weiteres Hilfspaket für G wohl mittragen. Was Griechenland Europa verspricht braucht man indes nicht zu glauben. Ein Schuft ist in diesem Fall sicherlich nicht, der Böses dabei denkt.
hevopi 03.03.2015
2. Naiv grenzenlos,
wann endlich begreift die EU, dass die Kohle verbrannt ist? Wie soll man aus "Asche" Kredite zurückzahlen?
MarkusH. 03.03.2015
3.
wieviel % der hilfspakete fließen in die Umschuldung? und was wird mit dem Rest bezahlt? wieviel milliarden nimmt GR dank Steuern ein?
hasey 03.03.2015
4. Jean-Claude Juncker lügt ...
in diesem Fall, sehr wahrscheinlich. Und nicht nur in diesem Fall. Nach seiner eigenen öffentlichen Erklärung gehört die Lüge durchaus zu seinem politischen Repertoire ...
chjuma 03.03.2015
5. egal
wieviel es kostet, Griechenland erpresst die EU. Wie? Ganz einfach...bezahlt uns weiter oder wir verkaufen uns an die Russen!! Lasst sie ziehen, raus aus dem EURO, wegen mir auch raus aus der EU. Dann ist allen anderen EU Mitgliedern geholfen.
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