Verhandlungen mit Gläubigern Athen meldet Einigung auf Haushaltsvorgaben

Die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket kommen voran: Griechenland und seine Gläubiger haben sich auf die Haushaltsvorgaben für die kommenden drei Jahre verständigt. Das berichtet ein Vertreter der Athener Regierung.

Griechischer Finanzminister Tsakalotos: Fortschritte bei den Verhandlungen
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Griechischer Finanzminister Tsakalotos: Fortschritte bei den Verhandlungen


Griechenland und seine internationalen Geldgeber haben sich bei den Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket auf die Haushaltsziele für die nächsten Jahre geeinigt.

Das klamme Euroland solle demnach 2016 einen Primärüberschuss von 0,5 Prozent und 2017 von 1,75 Prozent erzielen, sagte ein griechischer Regierungsvertreter. Für 2018 seien 3,5 Prozent vorgesehen. In diesem Jahr könne sich Athen noch ein Defizit von 0,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Primärhaushalt erlauben. Volkswirte betrachten beim Primärüberschuss den Haushalt eines Landes ohne Zinszahlungen.

Damit gibt sich die Troika aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit geringeren Überschüssen zufrieden als ursprünglich geplant, weil sie die Rezession nicht verschärfen will. Für 2016 hatten die Gläubiger einst zwei Prozent angepeilt, für 2017 waren drei Prozent vorgegeben.

Die Zielvorgaben sind Voraussetzungen für das neue Hilfspaket. Die griechische Regierung hatte die Verhandlungen am 31. Juli aufgenommen. Konkret geht es um die Einzelheiten des neuen Kreditprogramms für Athen mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro.

Die Zeit drängt: Am 20. August muss Griechenland 3,4 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen, ohne derzeit das Geld dafür zu haben. Der griechische Finanzminister Euklidis Tsakalotos hatte am Montagabend gesagt, es werde "bald" eine Einigung geben. In EU-Kreisen hatte es bereits am Sonntag geheißen, dass schon am Dienstag eine Einigung stehen könnte.

syd/AFP/Reuters

insgesamt 77 Beiträge
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kaalam 11.08.2015
1. Fortschritte
sehe ich nicht im Gegenteil es wird noch mehr geschoben und verschleiert.Sind in der Bundesregierung nur abnicker vorhanden? Die sollten mal an ihre Kinder denken wenn sie überhaupt denken können. Für das Volk sind die Volksverteter alles Verbrecher. Die müßten alle ins Gefängnis.
ka117 11.08.2015
2. Primärübersychüße
Man muss kein Ökonom zu sein, um zu wissen, dass Griechenland Überschüsse von 3% und mehr nie erreichen wird. Womit denn? Mit Oliven und Ziegenkäse?Derartige Überschüsse erzielen in Europa zur Zeit nur die aufstrebenden ehemaligen Ostblockstaaten dank leistungsfähiger Industrie, konkurrenzfähiger Produkte und gnadenlosem Kapitalismus.Griechenland verfügt über nichts derartiges.
ecbert 11.08.2015
3. Politiker werden nun deutsche Steuergelder verbrennen
Dann geht ja nun die sinnlose Insolvenzverschleppung weiter. Griechenland wird mit dem Euro nie "auf einen grünen Zweig" kommen. Wer den immer neuen "Hilfspaketen" zustimmt muss endlich mit seinem kompletten Privatvermögen haften, sonst hört dieser Irrsinn nie auf !
ekel-alfred 11.08.2015
4. So what?
Selbst diese milden Vorgaben wird Griechenland locker reißen..... Mit was wollen die denn Haushaltsüberschüsse erzielen?
interessierterleser1965 11.08.2015
5. Einigung
Griechenland wird auch diese Vorgaben am Ende nicht einhalten, weil dann plötzlich die Wirtschaft eigebrochen ist. Es geht nur darum, erst mal Geld zu kriegen, dafür wird alles versprochen. Eingehalten wird davon nichts. So war es bisher und genauso wird es auch diesmal wieder sein.
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