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Kapitalflucht: Griechen heben allein im Februar 7,5 Milliarden Euro von ihren Konten ab

Frauen vor Bankautomat (im Februar in Athen): Griechenlands Sparer in Angst Zur Großansicht
AP

Frauen vor Bankautomat (im Februar in Athen): Griechenlands Sparer in Angst

Enormer Ansturm auf Griechenlands Banken: Neue Daten zeigen, wie viel Geld vor der Verlängerung des Hilfspakets im Februar abgehoben wurde. Die Einlagen sanken um mehr als 7,5 Milliarden Euro.

Athen - Die Anleger in Griechenland ziehen erneut massiv Geld aus den Banken ab, aktuelle Zahlen erhöhen weiter den Druck auf die Regierung in Athen. Zum Ende des Monats Februar sind die Einlagen von privaten Sparern und Firmen in Griechenlands Banken auf 140,5 Milliarden Euro gefallen, teilte die Zentralbank des Landes mit - und damit auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren.

Mehr als 7,5 Milliarden Euro wurden im vergangenen Monat abgehoben. Das ist zwar weniger als im Januar; insgesamt brachen die Einlagen in den ersten beiden Monaten 2015 sogar um 20,4 Milliarden Euro ein, schreibt die "Financial Times". Aber die neuen Daten belasten zunehmend die aktuellen Gespräche der linksgerichteten Regierung um Ministerpräsident Alexis Tsipras mit den Gläubigern des Landes.

Der griechische Wirtschaftsminister Georgios Stathakis will zu Beginn der kommenden Woche eine Einigung mit der Euro-Gruppe auf weitere finanzielle Hilfe erzielen. Er gehe davon aus, dass Griechenland sich dann mit seinen Partnern auf ein Reformpaket verständigt und damit weitere Gelder freigegeben werden können, sagte Stathakis am Donnerstag im Fernsehen.

Griechischer Wirtschaftsminister Georgios Stathakis: Will schnelle Einigung erzielen Zur Großansicht
DPA

Griechischer Wirtschaftsminister Georgios Stathakis: Will schnelle Einigung erzielen

Die neue griechische Regierung ringt seit Wochen mit den Euro-Partnern und dem IWF um die Auszahlung weiterer Milliarden aus dem zweiten Hilfspaket. Bevor die insgesamt 7,2 Milliarden Euro fließen können, muss sie der Euro-Gruppe Reformvorschläge zur Billigung vorlegen. Das will die Führung in Athen jüngsten Ankündigungen zufolge spätestens am Montag tun.

Griechenland diskutiert erstmals mit Schweiz über Schwarzgeld

Seit Donnerstag verhandelt die griechische Regierung zudem erstmals seit ihrem Amtsantritt mit der Schweiz über unversteuertes griechisches Geld auf Schweizer Bankkonten, wie aus übereinstimmenden Quellen verlautete. Die Gespräche fanden demnach während des Besuchs des Schweizer Staatssekretärs für internationale Finanzangelegenheiten, Jacques de Watteville, in Athen statt.

Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, die Maßnahmen zum gegenseitigen Austausch sowie den Datentransfer zu verstärken, hieß es aus griechischen Regierungskreisen. Ein weiteres Treffen sei für Ende April geplant.

Einem Experten zufolge könnte Griechenland durch ein Steuerabkommen mit der Schweiz schnell an rund 10 bis 15 Milliarden kommen. Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider von der Universität Linz haben die Griechen mindestens 80 Milliarden Euro in der Schweiz liegen, etwa zwei Drittel davon seien Schwarzgeld.

bos/AP/AFP/Reuters

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insgesamt 80 Beiträge
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1.
schokomuffin 27.03.2015
ich dachte, die Griechen sind arm? Scheinbar nicht...
2. dann ...
Hilfskraft 27.03.2015
... dann ist das Geld ja da, nur gut auf Seite gelegt. Über das Überleben der einzelnen Griechen brauchen wir uns also keine ernsthafen Gedanken mehr machen. Sie können ja dieses Geld verwenden bis die Drachme kommt. Hier hatte man im Februar bestimmt keine 7,5 Millarden unter der Matratze ... Raus mit Griechenland!
3. Wozu ein Rettungspaket
MeFFM 27.03.2015
Offensichtlich können die Griechen seit Jahresbeginn mal eben 20 Mrd. euro abheben. Weitere 140Mrd. Sind noch im Topf. Wozu sollen dann andere Länder Geld nach Athen schicken? In Deutschland gab es nach dem 2. Weltkrieg auch eine Zwangshypothek auf alle Grundstücke um den Staat liquide zu halten. Ach so, damals gab es ja noch keine dummen Europäer die dauerhaft Geld in ein Bodenloses Fass werfen!
4. Schweizer Schwarzgeld?
heldheiko 27.03.2015
Vor einigen Tagen sprach man noch von 800 Milliarden. War das zuviel? Alleweil wird das Geld jetzt sowieso verschwinden...und voir allem ist das ein einmaliger Effekt: die Finanzierung des Landes ist nur durch meine und deine Steuergelder gesichert...
5. Schwarzgeld
xaka 27.03.2015
Nicht nur Griechenland sollte Schwarzgeld nicht besteuern, sondern komplett einziehen da es illegal ist.
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